{"id":9379,"date":"2021-12-17T16:08:12","date_gmt":"2021-12-17T15:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=9379"},"modified":"2021-12-17T16:08:14","modified_gmt":"2021-12-17T15:08:14","slug":"abfuellanlagen-mit-der-smartwatch-im-blick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/abfuellanlagen-mit-der-smartwatch-im-blick\/","title":{"rendered":"Abf\u00fcllanlagen mit der Smartwatch im Blick"},"content":{"rendered":"\n
Der effiziente Betrieb von Abf\u00fcllanlagen ist ohne entsprechende IT-Systeme praktisch nicht mehr m\u00f6glich. Bislang kaum eine Rolle spielen dabei Smartwatches. Christian Diederich, Gr\u00fcnder von SubLine Solutions, stellt ihr enormes Potenzial f\u00fcr den Einsatz in der Getr\u00e4nkeproduktion vor.<\/strong><\/p>\n\n\n\n Der Betrieb von Abf\u00fcllanlagen z\u00e4hlt bei Getr\u00e4nkeherstellern zu den kostenintensivsten Bereichen. Auch einfache Ma\u00dfnahmen zur Effizienzsteigerung<\/a>, selbst wenn sie die Stillstandszeit um nur wenige Minuten am Tage verk\u00fcrzen, k\u00f6nnen bei gr\u00f6\u00dferen Anlagen leicht Einsparungen im 5- bis 6-stelligen Euro-Bereich pro Jahr bedeuten.<\/p>\n\n\n\n Die Vernetzung von Maschinen und IT-Systemen sowie die reibungslose Kommunikation zwischen diesen Systemen bildet die Grundlage der digitalen und hochautomatisierten Getr\u00e4nkeproduktion<\/a>. Vernachl\u00e4ssigt wird hier h\u00e4ufig ein weiterer entscheidender Teilnehmer in dieser Vernetzung: der Mitarbeiter. Er bedient verschiedenste Maschinen und IT-Systeme \u00fcber ihre HMIs (Human Machine Interfaces). Suboptimale Schnittstellen f\u00fchren dabei zu Ineffizienzen.<\/p>\n\n\n\n \u00dcbliche Mensch-IT-Schnittstellen sehen so aus, dass sich die mobilen Mitarbeiter zu einem Endger\u00e4t wie einem HMI, PC oder Tablet bewegen und Eingaben via Touch oder Tastatur vornehmen, um dann die Informationen am Bildschirm visuell aufnehmen zu k\u00f6nnen. Andere L\u00f6sungen gehen etwas weiter: Beispielsweise h\u00e4ngen Gro\u00dfbildschirme in der Produktionshalle, sodass Informationen ohne zus\u00e4tzliche Bedienung aufgenommen werden k\u00f6nnen. Teilweise verf\u00fcgt das Personal auch \u00fcber Smartphones, die ebenfalls Informationen bereitstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n Bei all diesen L\u00f6sungen m\u00fcssen die Mitarbeiter aber aktiv werden, ihre Arbeit unterbrechen, sich zu einem Bildschirm bewegen bzw. das Smartphone aus der Tasche ziehen, den Bildschirm entsperren und das Ger\u00e4t bedienen.<\/p>\n\n\n\n Smartwatches in der Produktion<\/a> sind in vielen F\u00e4llen ideal geeignet, die Mensch-IT-Kommunikation zu \u00fcbernehmen, da sie eng mit dem K\u00f6rper verbunden sind und quasi eine Einheit mit dem Menschen bilden. Sie k\u00f6nnen durch Vibration, \u00fcber die Lautsprecher sowie das Display effektiv auf sich aufmerksam machen. Eine Smartwatch ist im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen nutzbar: Ein kurzer Schwenk des Handgelenks und der Anwender kann die Informationen direkt vom Display ablesen.<\/p>\n\n\n\n Benutzereingaben erfolgen \u00fcber den Touchscreen oder sind mittels physischer Tasten und Scrollr\u00e4der auch mit isolierenden Handschuhen m\u00f6glich. Spezielle Smartwatches<\/a> verf\u00fcgen noch \u00fcber weitere Eingabem\u00f6glichkeiten wie beispielsweise optische Scanner. Diese k\u00f6nnen eingesetztes Material erfassen und an das MES oder WMS automatisch weitergeben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Dank integrierter NFC-Technologie (Near Field Communication) besteht zudem die M\u00f6glichkeit, die Authentifizierung der Mitarbeiter gegen\u00fcber anderen Systemen wie HMIs ber\u00fchrungslos vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n In Abf\u00fcllanlagen sind fehlende oder zu sp\u00e4t erhaltene Informationen die Hauptursachen vieler Wirkungsverluste. Smartwatches k\u00f6nnen hier ihren gr\u00f6\u00dften Vorteil ausspielen. Bei kritischen Ereignissen k\u00f6nnen sie zuverl\u00e4ssig die Mitarbeiter in der Anlage benachrichtigen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem:<\/p>\n\n\n\n Die Mitarbeiter k\u00f6nnen sich fr\u00fchzeitig mit der neuen Situation auseinandersetzen und beispielsweise bereits auf dem Weg zu einer Maschine fehlendes Material oder notwendiges Werkzeug mitnehmen. Anlagenstillst\u00e4nde k\u00f6nnen somit verk\u00fcrzt oder gar pr\u00e4ventiv vermieden werden, anstehende Aufgaben delegiert oder Unterst\u00fctzungshilfen angefordert werden.<\/p>\n\n\n\n Digitale Checklisten k\u00f6nnen zudem bei Aufgaben wie Maschinenumr\u00fcstungen, Wartungs- oder Reinigungsarbeiten helfen, indem sie die wichtigsten Zwischenschritte anzeigen und somit eine vollst\u00e4ndige und korrekte Ausf\u00fchrung unterst\u00fctzen. Durch eine Best\u00e4tigung der Zwischenschritte kann gleichzeitig eine Dokumentation und Protokollierung der Arbeiten an \u00fcbergeordnete Systeme erfolgen. Zusammen mit der erw\u00e4hnten NFC-Technik k\u00f6nnen zeit- und ortsgebundene Nachweise erbracht werden. Durch die gewonnenen Daten ergeben sich wiederum neue Analyse- und Optimierungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n Eine weitere Einsatzm\u00f6glichkeit ist das manuelle Einsehen von Maschinen- und Produktionsdaten. Die Mitarbeiter in den Produktionsanlagen m\u00fcssen h\u00e4ufig lange Laufwege in Kauf nehmen, um sich \u00fcber Materialbest\u00e4nde, Maschinenzust\u00e4nde, Prozesswerte wie Temperaturen, Dr\u00fccke, F\u00fcllst\u00e4nde von Tanks oder auftrags- bzw. chargenbezogene Daten wie St\u00fcckzahlen zu informieren. Smartwatches k\u00f6nnen diese Informationen in nur wenigen Augenblicken ortsunabh\u00e4ngig zur Verf\u00fcgung stellen. <\/p>\n\n\n\n Neben der eingesparten Zeit werden die Mitarbeiter zudem auch physisch entlastet. Der Einsatz von Smartwatches kann auch auf direkt angrenzende Bereiche der Abf\u00fcllung wie die Intralogistik ausgeweitet werden. Eine direkte Zustellung von Transportauftr\u00e4gen an Staplerfahrer kann eine verbesserte Materialversorgung der Abf\u00fcllanlage zur Folge haben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n An dieser Stelle ist die Grenze zur Leistungs- und Mitarbeiter\u00fcberwachung erreicht, und das Thema Datenschutz r\u00fcckt in den Fokus. So attraktiv und n\u00fctzlich die Anwendungsf\u00e4lle sind, sie haben auch eine Kehrseite. Es ist davon auszugehen, dass sich der gr\u00f6\u00dfte Nutzen nur dann entfaltet, wenn die Mitarbeiter ein eigenes Interesse an der Nutzung haben. Um dies zu erreichen, sollte das Sammeln von personenbezogenen Daten auf ein Minimum reduziert werden. Stattdessen sollten Transparenz geschaffen und etwaige Bedenken fr\u00fchzeitig aus dem Weg ger\u00e4umt werden.<\/p>\n\n\n\n Die allgemeinen technischen Anforderungen zur Einbindung von Smartwatches in Abf\u00fcllanlagen<\/a> sind \u00fcberschaubar. Smartwatches befinden sich naturgem\u00e4\u00df in einem drahtlosen Netzwerk. H\u00e4ufig bietet sich eine Anbindung per WLAN als robuster und zuverl\u00e4ssiger Funkstandard an. Aber auch Bluetooth oder gar der Mobilfunk, sei es mit oder ohne Kopplung eines Smartphones, sind ebenfalls m\u00f6gliche Optionen. Ein Internetzugang ist technisch nicht erforderlich. <\/p>\n\n\n\n Smartwatches sind vollwertige Computer, daher gibt es auf der Anwendungsebene kaum technische Einschr\u00e4nkungen. Protokolle wie HTTP und MQTT sind ebenso einsetzbar wie der Standard OPC UA.<\/p>\n\n\n\n Die Anforderungen an die Smartwatch selbst h\u00e4ngen stark von ihrem Einsatzzweck ab. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen Smartwatches in zwei Ger\u00e4teklassen eingeteilt werden:<\/p>\n\n\n\n Industrielle Smartwatches<\/a> sind besonders robust und verf\u00fcgen h\u00e4ufig \u00fcber zus\u00e4tzliche Funktionen wie optische Scanner.<\/p>\n\n\n\n Smartwatches aus dem Consumermarkt hingegen sind besonders klein, leicht und in der Arbeit kaum einschr\u00e4nkend. Da sie h\u00e4ufig \u00fcber viele Stunden tagt\u00e4glich getragen werden, ist dies ein nicht zu untersch\u00e4tzender Vorteil. Es handelt sich hierbei um Massenware, somit sind die Preise der Ger\u00e4te entsprechend niedrig. Sie verf\u00fcgen \u00fcber eine ausreichende Robustheit, sodass sie grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr den industriellen Einsatz geeignet sind.<\/p>\n\n\n\n Ein spritzwassergesch\u00fctztes Geh\u00e4use geh\u00f6rt f\u00fcr beide Ger\u00e4teklassen zum Standard. Die Akkuleistung einer Smartwatch spielt keine besonders gro\u00dfe Rolle, da es h\u00e4ufig nur darum geht, mit einer Akkuladung \u00fcber eine Schicht von acht Stunden zu kommen. Das ist in der Regel problemlos m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n Smartwatches erfreuen sich bei Endverbrauchern schon seit Jahren gro\u00dfer Beliebtheit. Industrielle Anwendungen sind jedoch selten. Noch seltener sind sie, trotz des enormen Mehrwerts, in Abf\u00fcllanlagen zu finden.<\/p>\n\n\n\n Smartwatches als Kommunikationsbr\u00fccke<\/a> sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn die vorhandenen Maschinen und IT-Systeme sinnvolle Daten bereitstellen und verarbeiten k\u00f6nnen. In der Praxis ist das bei weitem nicht immer der Fall. Gewisse Grundvoraussetzungen m\u00fcssen also erf\u00fcllt sein.<\/p>\n\n\n\n Eines der wenigen Produkte am Markt ist die SubLine Watch<\/a>, welche die Grundvoraussetzungen minimal h\u00e4lt und somit eine geringe Einstiegsh\u00fcrde darstellt. Zum Funktionsumfang z\u00e4hlen die Anzeige beliebiger Maschinen- und Produktionsdaten sowie die Alarmierung bei kritischen Ereignissen. Im Fokus liegen Abf\u00fcllanlagen, was das Produkt diesbez\u00fcglich besonders macht.<\/p>\n\n\n\n Durch den schlanken Ansatz werden viele der oben genannten Herausforderungen umgangen: Es werden keinerlei personenbezogene Daten erhoben. Diese Smartwatch funktioniert mit vielen Consumerger\u00e4ten, was sie in Sachen Komfort und Preis attraktiv macht. Der Abstraktionsgrad der Datenschnittstelle ist hoch, sodass eine Daten-Kompatibilit\u00e4t vorhandener Maschinen und IT-Systeme in aller Regel gegeben ist. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Diese Smartwatch-L\u00f6sung funktioniert autark und kommuniziert ausschlie\u00dflich \u00fcber einen MQTT-Broker. Die Inbetriebnahme und Integration in eine vorhandene IT-Landschaft gestaltet sich damit vergleichsweise einfach.<\/p>\n\n\n\n Wer umfangreichere L\u00f6sungen ben\u00f6tigt, sollte sich die Produkte der Workerbase<\/a> GmbH, M\u00fcnchen, sowie der aucobo GmbH, Stuttgart, ansehen. Sie bieten spezielle Industrie-Smartwatches mit integriertem Scanner und vielen weiteren Funktionen.<\/p>\n\n\n\n Unter Umst\u00e4nden kann auch eine ma\u00dfgeschneiderte Individualentwicklung ein gangbarer Weg sein. Hier sind die Kosten naturgem\u00e4\u00df am h\u00f6chsten, jedoch kann so sichergestellt werden, dass die L\u00f6sung optimal die eigenen Anforderungen abdeckt.<\/p>\n\n\n\n Mit Hilfe von Smartwatches lassen sich in Abf\u00fcllanlagen viele Aufgaben effizienter erledigen, was letztlich zu beachtlichen monet\u00e4ren Einsparungen f\u00fchren kann. Das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis ist im Vergleich zu vielen anderen Produkten, die ein \u00e4hnliches Ziel verfolgen, grunds\u00e4tzlich g\u00fcnstig. Am Ende muss individuell entschieden werden, welche L\u00f6sung am besten zu den eigenen Anforderungen passt. Produkte am Markt sind jedenfalls vorhanden, wenn auch (noch) nicht im \u00dcberfluss.<\/p>\n\n\n\n Sie m\u00f6chten Ihre Entwicklungen und Innovationen der Getr\u00e4nkeindustrie einem internationalen Fachpublikum pr\u00e4sentieren? Dann laden wir Sie herzlich ein, an der n\u00e4chsten drinktec<\/a> vom 12. bis 16. September 2022 in M\u00fcnchen teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n Dieser Artikel ist powered by BRAUWELT<\/a>.<\/p>\nDer Mensch im Mittelpunkt der Anlagensteuerung<\/h2>\n\n\n\n
Konventionelle Ans\u00e4tze<\/h3>\n\n\n\n
Smartwatches als Mensch-IT-Schnittstelle<\/h3>\n\n\n\n

Einsatzm\u00f6glichkeiten von Smartwatches in der Getr\u00e4nkeproduktion<\/h2>\n\n\n\n
Benachrichtigung \u00fcber kritische Ereignisse<\/h3>\n\n\n\n
Ortsunabh\u00e4ngige Bereitstellung von Daten<\/h3>\n\n\n\n

Thema Datenschutz<\/h4>\n\n\n\n
Voraussetzungen f\u00fcr den Einsatz von Smartwatches in Abf\u00fcllanlagen<\/h2>\n\n\n\n
Allgemeine technische\u2009Anforderungen<\/h3>\n\n\n\n
Anforderungen je nach Einsatzzweck<\/h3>\n\n\n\n
Realit\u00e4tscheck<\/h3>\n\n\n\n
Minimale Grundvoraussetzungen mit der SubLine Watch<\/h4>\n\n\n\n

Weitere Smartwatch-L\u00f6sungen<\/h4>\n\n\n\n
Fazit: Smartwatches haben gro\u00dfes Potenzial<\/h2>\n\n\n\n
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