{"id":9345,"date":"2021-12-03T08:39:08","date_gmt":"2021-12-03T07:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=9345"},"modified":"2021-12-03T08:40:41","modified_gmt":"2021-12-03T07:40:41","slug":"alkoholkonsum-und-das-werbeinstrument-smart-drinking","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/alkoholkonsum-und-das-werbeinstrument-smart-drinking\/","title":{"rendered":"Alkoholkonsum und das Werbeinstrument \u201eSmart Drinking\u201c"},"content":{"rendered":"\n

2011 ver\u00f6ffentlichten US-amerikanische Wissenschaftler einen Artikel mit dem Titel <\/strong>\u201eA Drink Best Not Served\u201c<\/strong><\/a> \u00fcber die Einflussnahme der Alkoholindustrie auf Organisationen des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens. Im Zentrum stand der Interessenkonflikt zwischen den Priorit\u00e4ten des Gesundheitssystems und den Zielen gewinnorientierter Unternehmen, mehr Alkohol zu verkaufen. Ein Paradigmenwechsel musste her: Der Wandel hin zur Kultur des verantwortungsvollen Trinkens, dem Smart Drinking, f\u00fcr diejenigen, die sich daf\u00fcr entscheiden, zu trinken.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Verantwortungsvoller Alkoholgenuss als Ziel<\/h2>\n\n\n\n
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2013 schlossen sich 13 der weltweit f\u00fchrenden Bier-, Wein- und Spirituosenhersteller zur \u201eInternational Alliance for Responsible Drinking\u201c<\/a> (IARD) zusammen. Ihr Ziel: durch selbst auferlegte Ma\u00dfnahmen und Verpflichtungen die Reduzierung des sch\u00e4dlichen Alkoholkonsums bzw. Alkoholmissbrauchs um mindestens 10 % aktiv zu unterst\u00fctzen. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Nichtsdestotrotz muss das Gesch\u00e4ftsmodell \u201eSmart Drinking\u201c f\u00fcr die Getr\u00e4nkeindustrie profitabel sein und sich betriebswirtschaftlich rechnen. So r\u00fcckten alkoholfreie und -reduzierte Produkte verst\u00e4rkt in den Fokus verschiedenster Marketingma\u00dfnahmen. Sie wurden \u2013 allen voran alkoholfreies Bier<\/a> \u2013 zum Werbeinstrument der internationalen Produzenten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Wachstum f\u00fcr alkoholfreies Bier prognostiziert<\/h3>\n\n\n\n

Im Jahr 2020 wurde der globale Markt f\u00fcr alkoholfreies Bier auf rund 18 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt<\/a>. In den kommenden Jahren soll der Weltmarkt mit einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,5 % wachsen und bis 2024 einen Wert von rund 25 Milliarden US-Dollar erreichen.<\/p>\n\n\n\n

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Da alkoholfreie Biere in Deutschland nicht der Biersteuer unterliegen und somit statistisch nicht erfasst werden, sind absolute Zahlen zur Produktion, Absatz und Export rar. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Daten des statistischen Bundesamtes zeigen die Verdoppelung des Produktionsvolumens<\/a> von alkoholfreien Bieren im Zeitraum von 2009 bis 2019, w\u00e4hrend Biermischgetr\u00e4nke im Zehnjahresvergleich um etwa 30 % wuchsen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Eine Unterscheidung nach Sorten, Malztrunk oder alkoholfreien Biermischgetr\u00e4nken<\/a> wird nicht vorgenommen. Daten zur europa- und weltweiten Struktur des Marktes sind \u00fcber Analysen internationaler Marktforschungs- und Unternehmensberatungsunternehmen oder auf freiwilliger Basis als Informationsmaterial entsprechender Verb\u00e4nde verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n

Spin-Off-Getr\u00e4nke f\u00fcr \u201eSmart Drinking\u201c<\/h3>\n\n\n\n

Die Dynamik der alkoholfreien Biere<\/a> hat auch zum Aufschwung anderer alkoholreduzierter und \u2011freier Produkte gef\u00fchrt, deren origin\u00e4re Bezeichnungen auf alkoholhaltige Getr\u00e4nke zur\u00fcckzuf\u00fchren sind (siehe Abb. 1). <\/p>\n\n\n\n

Der etwas weiter verbreitete alkoholfreie Sekt, Gin und Cider sowie die Alternative zu Amaretto und Rum sind \u201eAlkoholfreie Spin-Offs\u201c des Fast-Moving-Consumer-Goods-Bereiches. Laut dem Duden wird unter dem Begriff \u201eSpin-Off\u201c<\/a> die \u00dcbernahme technisch innovativer Verfahren oder Produkte in andere Bereiche verstanden. Der hohe Grad an Diversit\u00e4t gibt Herstellern und Produktentwicklern dank mangelnder Spezifikationen, fixen Vorgaben und Erwartungshaltungen der Konsumenten relativ gro\u00dfen Spielraum bez\u00fcglich des Aromaeindruckes.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik
Alkoholfreie Ableger bzw. \u201eSpin-off\u201c Getr\u00e4nke des FMCG-Bereiches<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n

Bezogen auf ihre Marktanteile sind die aufgef\u00fchrten Getr\u00e4nke im Vergleich zu alkoholfreien Bier jedoch reine Nischenprodukte. Der Marktanteil f\u00fcr ober- und unterg\u00e4rige alkoholfreie Biere liegt mit ca. 10 % deutlich h\u00f6her als etwa der Marktanteil f\u00fcr alkoholfreien Wein<\/a> (1 %) und Sekt (5 %).<\/p>\n\n\n\n

Dennoch trifft alkoholfreier Wein den Zeitgeist des \u201eSmart Drinking\u201c und ist laut einem Branchenmagazin<\/a> der weiblichen und eher wohlhabenderen Zielgruppe zuzurechnen. Im Vergleich zu alkoholfreiem Bier ist zudem die Preisbereitschaft f\u00fcr die alkoholfreien Pendants von Wein und Spirituosen h\u00f6her. Die Platzierung alkoholfreier Spirituosen erfolgt meist im Premiumsegment, hinter denen oft Start-Ups stehen. Unternehmen mit einem breiten Portfolio f\u00fchren entsprechende Produkte bevorzugt als neue Marke ein, um dem Streben des Kunden nach Individualit\u00e4t zu entsprechen und seinen Entdeckergeist zu wecken.<\/p>\n\n\n\n

Fazit: Mehr Alternativen f\u00fcr Abstinenzler<\/h2>\n\n\n\n

Wer nichts trinkt, muss keine Spa\u00dfverderber sein. F\u00fcr diejenigen, die lieber n\u00fcchtern bleiben, bieten sich mehr und mehr Alternativen. Passend dazu wird der Buchtitel \u201eSober Curious\u201c<\/a>, frei \u00fcbersetzt als \u201en\u00fcchtern, aber neugierig\u201c gerne zur Beschreibung des Trends zur Abstinenz verwendet.<\/p>\n\n\n\n


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Der Artikel wird gesponsert vom Verlag W. Sachon<\/a>.<\/p>\n