{"id":8743,"date":"2021-08-04T08:44:22","date_gmt":"2021-08-04T06:44:22","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=8743"},"modified":"2021-08-04T08:46:40","modified_gmt":"2021-08-04T06:46:40","slug":"oesterreichs-brauwirtschaft-zieht-bilanz-zum-jahr-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/oesterreichs-brauwirtschaft-zieht-bilanz-zum-jahr-2020\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichs Brauwirtschaft zieht Bilanz zum Jahr 2020"},"content":{"rendered":"\n

Die Corona-Pandemie und die wiederholten Lockdowns in der Gastronomie haben \u00d6sterreichs Brauwirtschaft im Jahr 2020 stark zugesetzt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Im vergangenen Jahr sank der Inlandsabsatz bei Bier um 4 % auf ca. 8,3 Millionen Hektoliter und die Exporte gingen um 5,7 % zur\u00fcck. Auch die Entwicklung der Abs\u00e4tze in der Gastronomie war dramatisch: So wurden 2020 rund 840.000 hl Fass- und Tankbier weniger verkauft als noch im Jahr zuvor. (Alle angef\u00fchrten Mengenangaben verstehen sich inkl. alkoholfreiem Bier.)<\/p>\n\n\n\n

Siegfried Menz, Obmann des Verbands der Brauereien \u00d6sterreichs<\/a>, beschreibt die Situation folgenderma\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDie Pandemie hat uns um gute 20 Jahre zur\u00fcck geworfen. Seit der Jahrtausendwende war der Inlandsaussto\u00df nicht mehr so niedrig wie im vergangenen Jahr.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Bierkultur in \u00d6sterreich nach Pandemie in Gefahr<\/h2>\n\n\n\n

Mit Sorge blickt Siegfried Menz auf die Entwicklung der \u00f6sterreichischen Brauwirtschaft: \u201eNach mehrmonatigen Lockdowns von Gastronomie sowie Hotellerie, versch\u00e4rft durch die komplett brachliegende Veranstaltungs- und Eventszene, sind viele Brauereien nun an der Grenze des Machbaren angekommen. W\u00e4hrend in normalen Jahren rund ein Drittel des Bieres in die Gastronomie flie\u00dft, existiert dieser \u00e4u\u00dferst wichtige Bereich seit Monaten praktisch nicht mehr. Unsere Brauereien haben mit Gesamtumsatzr\u00fcckg\u00e4ngen von durchschnittlich 20 Prozent zu k\u00e4mpfen. Einzelne, vor allem kleine und mittelst\u00e4ndische Brauereien, die stark im Gastronomie- und Veranstaltungssektor aktiv sind, berichten von bis zu 70 Prozent Einbu\u00dfen. Die Vielfalt unserer heimischen Bierkultur<\/a> und damit das Bierland \u00d6sterreich sind in Gefahr.\u201c<\/p>\n\n\n\n

Menz zufolge werde die Dramatik der Situation zudem durch Prognosen der Kreditorenverb\u00e4nde unterstrichen. Demnach werde, \u00e4hnlich wie in Deutschland, eine Insolvenzwelle in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2021 bef\u00fcrchtet<\/a>, bei der bis zu 29 % der Unternehmen in der Sparte Hotellerie und Gastronomie vom \u00f6sterreichischen Markt verschwinden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n

Zus\u00e4tzliche Belastung durch hohe Biersteuer<\/h2>\n\n\n\n
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Die Wirtschaftsleistung der \u00f6sterreichischen Brauereien sp\u00fclt j\u00e4hrlich rund 700 Mio. Euro in die heimische Staatskasse. Ein wichtiger Grund f\u00fcr den Erfolg des heimischen Bieres ist der Einsatz hochqualitativer nat\u00fcrlicher Rohstoffe aus \u00d6sterreich \u2013 mit durchschnittlich 150.000 Tonnen Braugerste und 500 Tonnen Hopfen pro Jahr. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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W\u00e4hrend Brauereien in \u00d6sterreich im Durchschnitt 24 Euro pro Hektoliter Bier an das Finanzministerium abf\u00fchren m\u00fcssen, sind in Deutschland nur etwa zehn Euro f\u00e4llig<\/a>. \u201eDiese offenkundige Diskriminierung, mit einer mehr als doppelt so hohen Besteuerung, muss ein f\u00fcr alle Mal beendet und die Biersteuer auf ein wettbewerbsf\u00e4higes Niveau, das hei\u00dft um 50 Prozent, gesenkt werden\u201c, fordert Menz und moniert, dass die \u00f6sterreichischen Brauereien in der Corona-Krise durch solche Regelungen zus\u00e4tzlich belastet werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Der Brauereiverband w\u00fcrde zudem eine rasche und unkomplizierte Ausweitung der Biersteuermengenstaffel von derzeit 50.000 hl auf bis zu 200.000 hl Jahresaussto\u00df begr\u00fc\u00dfen. \u201eDer erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz w\u00fcrde vor allem den von der Krise besonders hart getroffenen klein- und mittelst\u00e4ndischen Brauereien zugutekommen, den Fiskus aber nur rund 1,4 Mio. Euro bzw. etwa 0,7 Prozent des gesamten Biersteueraufkommens kosten. Das w\u00e4re ein Rettungsanker f\u00fcr viele Betriebe und w\u00fcrde zahlreiche Arbeitspl\u00e4tze sichern\u201c, erkl\u00e4rt Menz.<\/p>\n\n\n\n

Zwar mussten bis Mitte M\u00e4rz 2021 in \u00d6sterreichs Brauereien praktisch keine K\u00fcndigungen ausgesprochen werden, dennoch befanden sich rund 3.000 Menschen in Kurzarbeit, was mehr als drei Viertel aller direkt in den Brauereien Besch\u00e4ftigten entspricht.<\/p>\n\n\n\n

Beliebteste Biere in \u00d6sterreich im Jahr 2020<\/h2>\n\n\n\n
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\u00a9 unsplash.com \/ Reiseuhu<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Auch im Corona-Jahr wurde das \u201eLager-\/M\u00e4rzenbier\u201c mit stolzen 5,6 Millionen Hektolitern am h\u00e4ufigsten getrunken. Das entspricht einem leichten Zuwachs gegen\u00fcber dem Vorjahr (+31.395 hl bzw. +1 %). Mit rund 68 % Marktanteil belegte es damit souver\u00e4n den ersten Platz unter den beliebtesten Biersorten in \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n

Bei allen anderen Biersorten \u2013 mit Ausnahme von \u201eLeichtbieren<\/a>\u201c, deren Marktanteil jedoch unter einem Prozent liegt \u2013 war diese Stabilit\u00e4t jedoch nicht gegeben. R\u00fcckl\u00e4ufig in der Entwicklung waren 2020 demnach u.a.:<\/p>\n\n\n\n