{"id":8373,"date":"2021-05-31T09:09:41","date_gmt":"2021-05-31T07:09:41","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=8373"},"modified":"2021-05-31T09:09:43","modified_gmt":"2021-05-31T07:09:43","slug":"die-australische-bierbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/die-australische-bierbranche\/","title":{"rendered":"Die australische Bierbranche \u2013 Ein \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"\n
Die australische Bierbranche hat aufgrund des nachlassenden Bierkonsums w\u00e4hrend der letzten zehn Jahre einige Einbu\u00dfen hinnehmen m\u00fcssen. Doch trotz des erheblichen R\u00fcckgangs des Bierkonsums ist der Biermarkt in Australien nach wie vor einer der lukrativsten und am hei\u00dfesten umk\u00e4mpften M\u00e4rkte. Die j\u00fcngsten \u00dcbernahmen durch f\u00fchrende globale Brauereien sind daf\u00fcr der beste Beweis<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n In den letzten zehn Jahren ist der Bierkonsum in der australischen Bev\u00f6lkerung immer weiter zur\u00fcckgegangen. Andere alkoholische Getr\u00e4nke wie beispielsweise Wein haben dem Bier den Rang abgelaufen. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist w\u00e4hrend dieser Zeit um etwa 20 Prozent gesunken<\/a>. Der Bierkonsum des Landes liegt damit um 60 Prozent unter seinem Spitzenverbrauch im Jahr 1974\/75.<\/p>\n\n\n\n Eine weitere Ursache f\u00fcr diesen drastischen R\u00fcckgang liegt in einer generellen Abkehr vom Alkohol bei einem gewissen Teil der Bev\u00f6lkerung. Die Daten des australischen Amts f\u00fcr Statistik (ABS) zeigen, dass der Alkoholkonsum in der Bev\u00f6lkerung sich aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 55 Jahren befindet. <\/p>\n\n\n\n Dem ABS zufolge halten sich 84 Prozent der Australier beim Alkoholkonsum an die empfohlene Richtlinie von zwei Standardgetr\u00e4nken pro Tag. Auch der Anteil derjenigen, die zu Alkoholexzessen neigen, ist von 21 Prozent im Jahr 2004 auf derzeit 16 Prozent gesunken.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Bei einer der gr\u00f6\u00dften \u00dcbernahmen der letzten Jahre erwarb die japanische Brauerei Asahi Holdings nun eine Mehrheitsbeteiligung an der gr\u00f6\u00dften Brauerei des Landes, Carlton & United Breweries. Australiens Wettbewerbsh\u00fcter, die ACCC, erhob keine weiteren Einw\u00e4nde, nachdem Asahi aufgrund vorheriger Bedenken hinsichtlich einer Wettbewerbsminderung in bestimmten Marktsegmenten einige seiner Cider- und Biermarken abgesto\u00dfen und die Cider-Marken Strongbow, Bonamy\u2019s und Little Green sowie die Biermarken Stella Artois und Beck\u2019s zum Verkauf angeboten hatte.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n \u201eDie gr\u00f6\u00dften Brauereien machen gemeinsam etwa 90 Prozent des Bierumsatzes in Australien aus. Interessanterweise entfallen auch 65 Prozent des heimischen Craft-Beer-Marktes auf diese Brauereien<\/a>. Der \u201eSiegeszug\u201c der unabh\u00e4ngigen Craft-Beer-Brauereien hat f\u00fcr viel Wirbel gesorgt. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die etwa 450 kleinen Brauereien nur etwa 3,5 Prozent des Gesamtumsatzes auf dem australischen Biermarkt ausmachen\u201c, so Brett Heffernan, ehemaliger CEO der Brewers Association of Australia, die die f\u00fchrenden Bierbrauer des Landes repr\u00e4sentiert.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n F\u00fcr die bereits angeschlagene australische Bierbranche stellte die andauernde Corona-Pandemie einen weiteren schweren Schlag dar. Die heimischen Brauereien verzeichneten im April des letzten Jahres keinerlei Ums\u00e4tze und r\u00fcckl\u00e4ufige Ums\u00e4tze in den Monaten Mai und Juni. <\/p>\n\n\n\n Im Juli 2020 stabilisierten sich die Ums\u00e4tze der Bierbranche wieder einigerma\u00dfen, sie haben jedoch bei Weitem noch nicht das Niveau vor der Corona-Krise erreicht. Die f\u00fchrenden Brauereien des Landes gehen davon aus, dass die heimische Bierbranche sowie der Bierkonsum wohl erst 2023 wieder das Niveau des Jahres 2019 erreichen werden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Die Bierbranche wird in Australien stark besteuert. Der gr\u00f6\u00dfte Kostenpunkt eines in Australien gebrauten Biers ist die Steuer. Biersteuer und Mehrwertsteuer machen bei einem Karton mit 24 Dosen Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,8 Prozent etwa 42 Prozent des Preises aus. Australier zahlen im Schnitt 2,26 AUD an Steuern pro Liter Alkohol. Der australische Steuersatz ist einem Bericht der Brewers Association of Australia<\/a> zufolge der vierth\u00f6chste unter den Industriel\u00e4ndern. Diese Verbrauchssteuern sind eine echte Goldgrube f\u00fcr die australische Bundesregierung. Sch\u00e4tzungen zufolge lagen die Steuereinnahmen durch die Alkoholsteuer im letzten Haushaltsjahr bei etwa 3,6 Milliarden AUD.<\/p>\n\n\n\n Die australische Bierbranche wird von drei gro\u00dfen Brauereien beherrscht. Ihre Unternehmensgeschichte l\u00e4sst sich auf die ein oder andere Weise bis zu 150 Jahre zur\u00fcckverfolgen und hat ihnen somit einen reichen Erfahrungsschatz beschert, wenn es darum geht, das richtige Gleichgewicht zwischen Auswahl, Qualit\u00e4t und Preis zu finden.<\/p>\n\n\n\n Carlton & United Breweries<\/a>, gemeinhin auch als CUB bekannt, ist eine australische Kult-Brauerei, die Mitte des 19. Jahrhunderts gegr\u00fcndet wurde und mit der Zeit zur gr\u00f6\u00dften Brauerei des Landes aufstieg. Ihr vielf\u00e4ltiges Portfolio umfasst \u00fcber 400 Marken sowie einige der verkaufsst\u00e4rksten Biere Australiens. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Melbourne und besch\u00e4ftigt landesweit fast 1.600 Mitarbeiter in f\u00fcnf Brauereien und mehreren Niederlassungen. Vor der j\u00fcngsten \u00dcbernahme durch die japanische Brauerei Asahi war sie Teil der belgischen Unternehmensgruppe AB InBev, infolge von AB InBev\u2019s \u00dcbernahme von SABMiller. <\/p>\n\n\n\n Im Juni 2020 \u00fcbernahm Asahi offiziell Carlton & United Breweries. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt Asahi etwa 30 Prozent des australischen Cider-Marktes und 3,5 Prozent des australischen Biermarktes. Mit dem Abschluss des Milliardendeals in H\u00f6he von 16 Milliarden AUD erwarb das japanische Unternehmen auch die 48,8 Prozent von AB InBev\u2019s Marktanteil. Der Verkauf wurde bereits am 19. Juli 2019 angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n Peter Margin, ausscheidender Vorsitzender von Asahi Beverages Australia, sagte damals, es sei eine \u201espannende Zeit\u201c, in der das Unternehmen mit der \u00dcbernahme eines der laut Unternehmensriese AB InBev \u201eerfolgreichsten M\u00e4rkte weltweit\u201c ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufschl\u00e4gt. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n \u201eDurch die \u00dcbernahme von CUB \u00fcbernimmt Asahi Beverages auch einige der ber\u00fchmtesten und beliebtesten australischen Biermarken und ist dadurch in der Lage, seinen Kunden und Verbrauchern eine noch breitere Palette an gro\u00dfartigen Getr\u00e4nken anzubieten\u201c, so Margin.<\/p>\n\n\n\n CUB sagte, das Unternehmen w\u00fcrde auch in Zukunft \u201ein fast der gleichen Weise weiterarbeiten wie bisher\u201c, als weiterer Gesch\u00e4ftsbereich neben Asahi Premium Beverages, Asahi Lifestyle Beverages und Asahi Beverages NZ. Der Verkauf unterlag einigen Auflagen durch die australische Wettbewerbskommission ACCC, die darauf bestand, dass Asahi im Gegenzug einige Cider<\/a>– und Biermarken, einschlie\u00dflich Strongbow, Bonamy\u2019s und Little Green sowie Stella Artois und Beck\u2019s zum Verkauf anbot. Asahi erhielt mit dem Abschluss des Deals auch das Recht, AB InBev\u2019s Portfolio an internationalen Marken in Australien zu vertreiben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Das Portfolio der Carlton & United Breweries beinhaltet Foster\u2019s, Victoria Bitter und Carlton sowie die Craft-Beer-Marken 4 Pines und Pirate Life. Mit der \u00dcbernahme von CUB wurde Asahi zur gr\u00f6\u00dften Brauerei Australiens und konnte seinen Marktanteil von einem Prozent auf fast 40 Prozent ausweiten. Der japanische K\u00e4ufer geht davon aus, dass der Bierkonsum aufgrund der durch Einwanderung kontinuierlich wachsenden Bev\u00f6lkerung weiter ansteigen und somit auch das operative Ergebnis \u2013 das 2019 noch 201,4 Milliarden Yen (1,87 Milliarden USD) betrug \u2013 einen frischen Impuls erhalten wird. \u201eDie Corona-Pandemie hat unserer Branche einen harten Schlag versetzt<\/a>. Als globaler Anbieter von Premium-Bieren setzen wir jedoch weiterhin auf Wachstum\u201c, so der Pr\u00e4sident von Asahi, Akiyoshi Koji. Der weltweite Premium-Biermarkt, einschlie\u00dflich des Craft-Beer-Marktes, wuchs vor der Pandemie noch um etwa 7 Prozent im Jahr.<\/p>\n\n\n\n Die Lion Brewery<\/a> ist eine der beiden gr\u00f6\u00dften Brauereien Australiens. Das Unternehmen braut beliebte Biermarken wie Corona, Budweiser, Guinness und Beck\u2019s sowie lokale Marken wie XXXX GOLD, Tooheys, Speights, Steinlager, Lion Red und Lion Brown. Das Unternehmen ist im Besitz des japanischen Brauereikonzerns<\/a> Kirin Holdings und steht in direktem Wettbewerb mit Carlton & United Breweries. Die japanische Brauerei Kirin hatte die Lion Nathan Brewery im Jahr 2009 f\u00fcr 2,5 Milliarden AUD gekauft. <\/p>\n\n\n\n Lion Nathan ist aus der Fusion zweier gro\u00dfer neuseel\u00e4ndischer Unternehmen, LD Nathan & Co. und der Lion Corporation, im Jahr 1988 hervorgegangen. Beide Unternehmen betrieben eine diversifizierte Beteiligungsgesellschaft. LD Nathan konzentrierte sich auf Kaufh\u00e4user und Superm\u00e4rkte und beinhaltete Woolworths, 3Guys und andere. Der Schwerpunkt von Lion lag haupts\u00e4chlich auf seinen Brauereien, die so beliebte Biermarken wie Lion Red hervorbrachten.<\/p>\n\n\n\n Die Wurzeln des Brauereigesch\u00e4fts von Lion Nathan gehen zur\u00fcck bis in die erste H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts. 1840 gr\u00fcndeten zwei in Auckland ans\u00e4ssige Getr\u00e4nkeh\u00e4ndler, John Campbell und William Brown, die Hobson Bridge Brewery. Die Brauerei \u00e4nderte mit der Zeit ihren Namen in Domain Brewery, bevor sie 1898 mit einer anderen Brauerei, der Albert Brewery, fusionierte, die 1878 von Louis Ehrenfried gegr\u00fcndet worden war.<\/strong><\/p>\n\n\n\n Der nachlassende Bierkonsum im Land zwang das Unternehmen schlie\u00dflich dazu, die West End Brewery im Bundesstaat South Australia nach 160 Jahren im Oktober 2020 zu schlie\u00dfen. 1859 in der Hindley Street im Westen von Adelaide gegr\u00fcndet, wuchs die Brauerei im Zuge mehrerer Fusionen stetig weiter, bis sie schlie\u00dflich im Jahr 1983 an ihren letzten Standort nach Thebarton zog, wo auch das West End Draught und das Southwark Stout gebraut wurden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Lion Australia, James Brindley, machte f\u00fcr die Entscheidung, die Brauerei zu schlie\u00dfen, \u201elangfristige Trends sowie die anhaltende Wirtschaftlichkeit der Brauerei\u201c verantwortlich. Brindely zufolge haben sich die \u201eVerbrauchervorlieben w\u00e4hrend der letzten Jahrzehnte stark ver\u00e4ndert. Der Biermarkt an sich ist r\u00fcckl\u00e4ufig und aktuell beim niedrigsten, jemals in Australien verzeichneten Pro-Kopf-Verbrauch angelangt, w\u00e4hrend allerorten Craft-Beer-Brauereien entstehen, was den Wettbewerb noch weiter anheizt […] und auch die Kostenbasis steigt kontinuierlich an.\u201c<\/p>\n\n\n\n Australiens Craft-Beer-Industrie bel\u00e4uft sich auf \u00fcber 800 Millionen AUD und ist zwischen 2015 und 2020 um 6,2 Prozent gewachsen, w\u00e4hrend die Bierbranche als Ganzes im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent schrumpfte. Dieser R\u00fcckgang wird vor allem der Tatsache zugeschrieben, dass Verbraucher sich zunehmend von herk\u00f6mmlichen Bieren abwenden, zugunsten h\u00f6herpreisiger Premium- und Craft-Biere<\/a>.<\/p>\n\n\n\n Ein leitender Mitarbeiter eines f\u00fchrenden Brauereiunternehmens bewertet die aktuelle Situation wie folgt: <\/p>\n\n\n\n \u201eDie Brauereien in Australien sehen sich gegenw\u00e4rtig mit einer Kundenbasis konfrontiert, die bei der Wahl ihrer Biermarke weniger loyal und gleichzeitig experimentierfreudiger geworden ist. Die Kunden sind zwar immer noch loyal, jedoch wesentlich weniger, als dies noch vor 30 oder 40 Jahren der Fall war. Bier ist immer noch eine lokale Angelegenheit und Bierliebhaber haben immer noch eine Lieblingsmarke. Der Unterschied ist, dass Verbraucher heute f\u00fcnf bis sieben Biere im Angebot haben, w\u00e4hrend vor 30 oder 40 Jahren nur ein oder zwei Biere zur Auswahl standen. Sie k\u00f6nnen jetzt also zwischen f\u00fcnf bis sieben Marken w\u00e4hlen, statt nur zwischen ein oder zwei Marken, und eines davon ist mittlerweile ein Craft Beer. Craft Beer hat dem Bier als Getr\u00e4nk eine romantische Note verliehen. Die Menschen interessieren sich heute st\u00e4rker f\u00fcr die Herstellungsweise eines Biers sowie die Geschichten hinter den verschiedenen Marken, was gro\u00dfartig ist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n Sie m\u00f6chten mehr \u00fcber die Getr\u00e4nkeindustrie in Australien und anderen L\u00e4ndern erfahren? Sie m\u00f6chten Ihre Innovationen in diesem Bereich einem Fachpublikum pr\u00e4sentieren? Dann besuchen Sie uns auf der n\u00e4chsten drinktec, die vom 12. bis 16.\u00a0September 2022 in M\u00fcnchen stattfindet<\/a>.<\/p>\n\n\n\n Dieser Artikel ist powered by Verlag W. Sachon<\/a>.<\/p>\n\n\n\n <\/p>\nSo steht es um den australischen Biermarkt<\/h2>\n\n\n\n

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie<\/h3>\n\n\n\n

Hohe Besteuerung von Bier in Australien<\/h3>\n\n\n\n
Bier aus Australien \u2013 Die gro\u00dfen Brauereien<\/h2>\n\n\n\n
Carlton & United Breweries<\/h3>\n\n\n\n

Das Angebot von Asahi umfasst die Biermarken Super Dry, Peroni, Mountain Goat, Green Beacon, Cricketers Arms und Two Suns. Asahi ist zudem in Besitz des Schweppes Erfrischungsgetr\u00e4nkegesch\u00e4fts in Australien.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\nLion Brewery \u2013 eine Tochter der Kirin Holding<\/h3>\n\n\n\n

\u201eCheers, Mate!\u201c \u2013 Der australische Craft-Beer-Markt<\/h2>\n\n\n\n