{"id":7671,"date":"2020-09-17T10:51:19","date_gmt":"2020-09-17T08:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=7671"},"modified":"2021-02-24T15:01:34","modified_gmt":"2021-02-24T14:01:34","slug":"wassermanagement-in-molkereien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/milch_und_liquid_food\/wassermanagement-in-molkereien\/","title":{"rendered":"Wassermanagement in Molkereien"},"content":{"rendered":"\n

Die Einsparung von Ressourcen und das\nWassermanagement in Molkereien sind nicht nur ein Gebot der 2020er Jahre: Vielmehr\narbeiten die bekannterma\u00dfen energie- und ressourcenintensiven\nmilchverarbeitenden Unternehmen seit Jahrzehnten intensiv daran, ihren\nVerbrauch an Energie, Packstoffen und Wasser konsequent zu reduzieren. Die Milchindustrie\nist in puncto Ressourcenschonung im internationalen Vergleich einer der am\nweitest fortgeschrittenen Bereiche der Lebensmittelbranche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

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Das drinktec-Leitthema Wasser & Wasserbehandlung <\/em>besch\u00e4ftigt sich unter anderem mit dem Wassermanagement<\/a> in Molkereien und zeigt, dass man es weltweit in jeder Molkerei mit zwei Kreisl\u00e4ufen zu tun hat: Trinkwasser, auch Frischwasser genannt, und Prozesswasser. Frischwasser l\u00e4sst sich auch aufgrund gesetzlicher Vorschriften, haupts\u00e4chlich aber wegen seiner Einsatzzwecke, nicht in Kreisl\u00e4ufen fahren \u2013 Prozesswasser hingegen schon. Das bedeutet, dass die Nutzung von Frischwasser aus dem kommunalen Netz oder aus dem eigenen Brunnen stets so gering wie m\u00f6glich gehalten werden sollte, um keine unn\u00f6tigen Kosten zu verursachen. Dies gilt f\u00fcr aride Regionen wegen der herrschenden Wasserknappheit ebenso wie f\u00fcr klimatisch beg\u00fcnstigte Gegenden, in denen es in der Regel konstant steigende Bezugs- und Abwasserkosten<\/a> sind, die zum Einsparen aufrufen. <\/p>\n\n\n\n

Will man den Wasserverbrauch in der Milchverarbeitung benchmarken, eignet sich dazu der spezifische Wasserverbrauch je Kilogramm Milch, der aktuell mit ca. 1,3 Liter anzusetzen ist. In der Tendenz verringert sich diese Kennzahl best\u00e4ndig: Erste Molkereien berichten, dass sie beinahe die 1,0 Liter erreicht haben. Solche Betriebe findet man bei weitem nicht nur in Nordamerika, Ozeanien oder in der EU \u2013 auch das Wassermanagement in Molkereien im arabisch und nordafrikanischen Raum wurde mit hohem Aufwand und nach modernsten Standards ausgebaut.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\u00a9 Uelzena \/ Thies Raetzke<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n
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MBR-Abwasser aufbereiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Die 2012 von der Unternehmensgruppe Theo M\u00fcller \u00fcbernommene schottische Molkerei Wiseman hat vor einiger Zeit vorgemacht, wie man einen reinen Konsummilchbetrieb wasserseitig sanieren kann. Vor dem Projekt verarbeitete der Betrieb Bridgwater 1,25 Million Liter Milch pro Tag, wobei ca. 400m3<\/sup> Abwasser anfielen, das vor Ort behandelt und in den Vorfluter abgeleitet wurde. Das meiste Wasser wird in Bridgwater f\u00fcr die Dampferzeugung und die Reinigung verbraucht.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Nach Angaben der UN steigt der Wasserverbrauch seit den 1980er Jahren weltweit um etwa ein Prozent pro Jahr. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind Bev\u00f6lkerungswachstum, sozio\u00f6konomische Entwicklung und ein sich \u00e4ndernder Konsum. Bis 2050 soll die Wassernachfrage weltweit mit \u00e4hnlicher Rate weiter ansteigen \u2013 dies entspricht insgesamt einem Anstieg von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zum aktuellen Wasserverbrauch.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Die Idee war, das ohnehin schon kristallklare Abwasser aus der Aufbereitung \u00fcber einen Membran-Bioreaktor, auch Membranbelebungsreaktor(MBR) genannt<\/a>, \u00fcber eine Umkehrosmoseanlage zu leiten. So l\u00e4sst sich mit dem Permeat ein Teil des Frischwassereinsatzes ersetzen. Die Umkehrosmose liefert 200 m\u00b3 Wasser pro Tag, die problemlos zur Reinigung verwendet werden k\u00f6nnen. Die Ressourceneinsparung f\u00fchrt zu Umweltschonung und Nachhaltigkeit gleicherma\u00dfen und hat einen messbaren Wert: Jedes Jahr spart die Molkerei Bridgwater so mehr als 20.000 Pfund<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Wassermanagement in Molkereien durch Br\u00fcdenwasser\n<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Einen noch gr\u00f6\u00dferen Effekt k\u00f6nnen Trocknungsbetriebe \u00fcber die Nutzung von Br\u00fcdenwasser erzielen. Br\u00fcdenwasser ist das Kondensat, das beim Trocknen von Milch bei der Produktion von Milchpulver anf\u00e4llt und macht 88% des Milchanteils aus. Dieses Kondensat enth\u00e4lt von Natur aus Milchreste, so dass es durch biologische Behandlungs- und Membranverfahren<\/a> aufbereitet werden muss, um als recyceltes Prozesswasser weiterverwendet werden zu d\u00fcrfen. Dieses Wasser ist damit f\u00fcr die Reinigung geeignet, wird aber abh\u00e4ngig von lokalen gesetzlichen Regelungen nicht immer als Frischwasserersatz zugelassen \u2013 obwohl es seitens Qualit\u00e4tstandards kein wirkliches Verbotsargument gibt. <\/p>\n\n\n\n

Ganzheitliche Sicht auf\nProduktionsprozesse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

MBR-Abwasser und Br\u00fcdenwasser sind nur\nzwei Themengebiete, die die Komplexit\u00e4t des Wassermanagements in Molkereien\nverdeutlichen. Im Idealfall werden alle Schritte im Betriebsablauf analysiert,\num herauszufinden, welche Wasserqualit\u00e4t an welcher Stelle im Prozess verwendet\nwerden kann. Au\u00dferdem kann die im Abwasser enthaltene Energie im W\u00e4rmetausch\ngenutzt werden, um die Gesamtenergiebilanz einer Milchfabrik zu verbessern. Die\nim Abwasser enthaltenen organischen Stoffe sind dadurch kein Abfall mehr,\nsondern wertvolle Rohstoffe f\u00fcr die Energiegewinnung, indem sie in einem\nReaktor in Biogas umgewandelt werden.<\/p>\n\n\n\n

Welche Effekte sich in einer Molkerei durch intelligentes Wassermanagement und -aufbereitung erschlie\u00dfen lassen, ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Als Ergebnis lassen sich nichtsdestotrotz Kosteneinsparungen und steigende Nachhaltigkeit benennen. Wer sich einen \u00dcberblick \u00fcber modernes Wassermanagement und -aufbereitung verschaffen m\u00f6chte, der kann sich auf der drinktec vom 12. bis 16. September 2022 in M\u00fcnchen informieren. Sie suchen noch einer Plattform, um Ihre Innovation der Getr\u00e4nkeindustrie vorzustellen? Dann\u00a0seien Sie auf der n\u00e4chsten drinktec 2022 mit dabei.<\/a><\/p>\n