{"id":7416,"date":"2020-07-17T11:51:31","date_gmt":"2020-07-17T09:51:31","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=7416"},"modified":"2020-07-17T11:51:37","modified_gmt":"2020-07-17T09:51:37","slug":"sudafrikanische-bierbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/sudafrikanische-bierbranche\/","title":{"rendered":"Die s\u00fcdafrikanische Bierbranche im Portrait"},"content":{"rendered":"\n

S\u00fcdafrika ist die Heimat von mehr als\n58 Millionen Menschen. Das reichste afrikanische Land ist zugleich gr\u00f6\u00dfter\nBierproduzent und -konsument des Kontinents. Das Wachstum der s\u00fcdafrikanischen\nBierbranche erhielt in den letzten paar Jahren aufgrund der tr\u00e4gen\nWirtschaftslage einen D\u00e4mpfer, dennoch bleibt das Land einer der weltweit\ninteressantesten Bierm\u00e4rkte und wird vor allem von zwei gro\u00dfen Playern\ndominiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Der Bierkonsum in S\u00fcdafrika macht 1,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs aus, damit belegt die Nation Platz 12 im globalen L\u00e4nderranking. 2018 verbrauchte das Land insgesamt 34,47 Millionen Hektoliter Bier und verzeichnete damit im Vergleich zum Vorjahr (33,22 Millionen Hektoliter) einen Anstieg um 2,4 Prozent<\/a>. Auch 2017 war der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr bereits um 5,6 Prozent gestiegen. Mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent am kommerziellen afrikanischen Biermarkt ist das Land somit der gr\u00f6\u00dfte Bierproduzent und -konsument auf dem afrikanischen Kontinent. <\/p>\n\n\n\n

Die AB InBev-Tochter South African\nBreweries (SAB) beansprucht fast 88 Prozent des Marktvolumens f\u00fcr sich und\nist seit \u00fcber 100 Jahren S\u00fcdafrikas f\u00fchrende Bierbrauerei. Der weltweit\ngr\u00f6\u00dfte Bierproduzent AB InBev wurde nach der \u00dcbernahme von SABMiller im\nJahr 2016 \u2013 einem der bisher gr\u00f6\u00dften Zusammenschl\u00fcsse der\nBierbranche \u2013 zur f\u00fchrenden Brauerei S\u00fcdafrikas. AB InBev konnte in\nder Zwischenzeit sein Portfolio \u00fcberarbeiten und den Vertrieb von Nicht-SAB-Marken\nwie Budweiser und Corona steigern. Die SAB-Produkte Lion Lager und Castle Lager\nsind die landesweit beliebtesten massenproduzierten Biermarken. <\/p>\n\n\n\n

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Craft-Bier wurde in S\u00fcdafrika erstmals\nin der Provinz Westkap gebraut, die Branche blieb jedoch zun\u00e4chst relativ\n\u00fcberschaubar, bis Anfang der 2000er Jahre immer mehr Handwerksbrauereien\nentstanden \u2013 Produktion und Marktwert waren allerdings noch recht mager.\nErst vor etwa f\u00fcnf Jahren gewann Craft-Bier auch in S\u00fcdafrika an Bedeutung.\nNach Angaben der Craft Brewers Association South Africa (CBASA) gibt es\nmittlerweile rund 220 Craft-Bier-Brauereien in S\u00fcdafrika, die jedoch\nweiterhin nur einen Anteil von etwa einem Prozent an der gesamten\ns\u00fcdafrikanischen Bierbranche ausmachen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Mit einem Anteil von 56 Prozent am landesweit konsumierten Alkohol ist Bier nach wie vor das beliebteste alkoholische Getr\u00e4nk in S\u00fcdafrika. Wein und Spirituosen teilen sich mit jeweils 18 Prozent den zweiten Platz, w\u00e4hrend andere Kategorien den verbleibenden Anteil von 8 Prozent am Alkoholkonsum ausmachen. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

SAB dominiert den s\u00fcdafrikanischen Biermarkt <\/h2>\n\n\n\n

South African Breweries ist S\u00fcdafrikas gr\u00f6\u00dfte Brauerei und gleichzeitig eines der beliebtesten Unternehmen des Landes. Seit 2016 agiert SAB als Tochtergesellschaft des weltweit gr\u00f6\u00dften Brauereikonzerns AB InBev und betreibt bei einer j\u00e4hrlichen Braukapazit\u00e4t von 3,1 Milliarden Litern sieben Brauereien und 42 Bierdepots in S\u00fcdafrika. Das Portfolio mit traditionsreichen Biermarken wie Castle Lager, Hansa Pilsener<\/a> und Carling Black Label spricht eine breite Zielgruppe an.<\/p>\n\n\n\n

Anheuser-Busch InBev SA\/NV\nwandelte das 2016 \u00fcbernommene Unternehmen SABMiller in eine Gesch\u00e4ftseinheit um\nund stellte den Handel der Aktien an den weltweiten B\u00f6rsen ein. <\/p>\n\n\n\n

SAB wurde 1895 als Castle Brewery\ngegr\u00fcndet, um die steigende Nachfrage durch Bergarbeiter und Goldsucher in und\num Johannesburg zu bedienen. Zwei Jahre sp\u00e4ter notierte es als erstes\nindustrielles Unternehmen an der Johannesburger und im darauffolgenden Jahr\n(1898) an der Londoner B\u00f6rse. 1950 verlegte SAB sowohl den Hauptsitz als auch\ndie Steuerung von London nach S\u00fcdafrika. Im Jahr 1955 erwarb Castle Brewing die\nBrauereien Ohlsson\u2019s und Chandlers Union und der Konzern wurde in South African\nBreweries umbenannt. <\/p>\n\n\n\n

SAB vertreibt sein Bier in S\u00fcdafrika\n\u00fcber ein umfangreiches Netzwerk, darunter eine Flotte selbstst\u00e4ndiger\nKraftfahrer. Diese sogenannten Owner-Drivers sind gr\u00f6\u00dftenteils ehemalige\nMitarbeiter, die h\u00e4ufig vom Konzern bei der Gr\u00fcndung ihres eigenen Unternehmen\nunterst\u00fctzt wurden. SAB hat bereits mehrere Milliarden Rand in das\nOwner-Drivers-Projekt investiert. <\/p>\n\n\n\n

Heineken South Africa<\/h2>\n\n\n\n
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Heineken betreibt seit 2010 eine Brauerei in Sedibeng, einem Distrikt au\u00dferhalb von Johannesburg, mit einer installierten Kapazit\u00e4t von 5,3 Millionen Hektolitern. Heineken ver\u00f6ffentlicht zwar keine genauen Zahlen f\u00fcr die einzelnen Produktionsl\u00e4nder, entsprechend der Finanzergebnisse des niederl\u00e4ndischen Mutterkonzerns geh\u00f6rt Heineken South Africa jedoch zu den Top-Performern. Dementsprechend konnte Heinekens Vorzeigemarke in S\u00fcdafrika ein Wachstum im zweistelligen Bereich verbuchen, w\u00e4hrend Amstel \u201estark zulegte\u201c. Das Cider-Gesch\u00e4ft, darunter vor allem Strongbow Apple Ciders<\/a>, verzeichnete ebenfalls ein starkes Wachstum in S\u00fcdafrika. Heineken South Africa tr\u00e4gt rund drei Prozent zur weltweiten Produktion des Konzerns bei und exportiert die in Sedibeng gebrauten Getr\u00e4nke in regionale L\u00e4nder wie Namibia und Botswana.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\"Heineken
\u00a9 unsplash \/ Stella de Smit<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Heineken erweiterte sein s\u00fcdafrikanisches Bierportfolio auch um alkoholfreie Marken sowie Marken mit geringem Alkoholgehalt<\/a>, unter anderem Heineken 0.0, Windhoek Lite und Amstel Radler.<\/p>\n\n\n\n

2019 steigerte Heineken South Africa\nseine Brauereikapazit\u00e4ten durch ein Expansionsprogramm in H\u00f6he von\n60 Millionen Euro (952 Millionen Rand), um die wachsende Nachfrage\nnach Premium-Bier im Heimatmarkt bedienen zu k\u00f6nnen. An der gr\u00f6\u00dften Brauerei\nau\u00dferhalb Europas in Sedibeng wird aktuell gebaut, bis Ende 2020 d\u00fcrfte dort\ndie Produktion von 5,3 auf 7,5 Millionen Hektoliter pro Jahr angehoben\nwerden.<\/p>\n\n\n\n

Geringer Wettbewerb<\/h2>\n\n\n\n

Einige internationale Brauereien, wie\ndas britische Unternehmen Whitbread, hatten versucht, im s\u00fcdafrikanischen\nBiermarkt Fu\u00df zu fassen, konnten jedoch keine wesentlichen Marktanteile f\u00fcr\nsich gewinnen. Auch neue Startups bem\u00fchten sich von Zeit zu Zeit SABs Monopolstellung\nanzugreifen. Diese Unternehmen wurden letztlich bisher jedoch entweder durch\nSAB aufgekauft oder zogen sich aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcck. Die National Sorghum\nBreweries (NSB) sind ein popul\u00e4res Beispiel: Das Unternehmen wurde 1990\ngegr\u00fcndet und war nach mehr als zehn Jahren der erste neue Player in der\ns\u00fcdafrikanischen Bierbranche. \u201eSABs Vormachtstellung ist bedroht\u201c, urteilten\nBeobachter damals, einige rechneten gar damit, dass NSB innerhalb von wenigen\nJahren einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen k\u00f6nnte. Stattdessen hatte\ndas Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen und konnte keine\nwesentlichen Marktanteile f\u00fcr sich beanspruchen. <\/p>\n\n\n\n

Dennoch ist SAB nicht immun gegen jeglichen Wettbewerb. So entstand im Jahr 2004 durch ein Joint Venture von Diageo, Heineken und Namibian Breweries in S\u00fcdafrika ein neues Unternehmen namens Brandhouse, das damit begann, einige der weltbesten Premium-Marken wie Heineken und Windhoek zu vermarkten und vertreiben. Das Auslaufen einer Vereinbarung zwischen SABMiller plc und Heineken N.V. im M\u00e4rz 2007 l\u00e4utete eine neue \u00c4ra des Wettbewerbs ein. Die Vereinbarung hatte SAB Ltd 40 Jahre lang erm\u00f6glicht, Amstel Lager in S\u00fcdafrika zu brauen und zu vertreiben. <\/p>\n\n\n\n

Dieser Artikel ist powered by Verlag W. Sachon<\/a>.<\/p>\n