{"id":6979,"date":"2020-02-27T17:14:17","date_gmt":"2020-02-27T16:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6979"},"modified":"2020-06-18T16:02:34","modified_gmt":"2020-06-18T14:02:34","slug":"sober-curious-und-weitere-getraenketrends","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/sober-curious-und-weitere-getraenketrends\/","title":{"rendered":"\u201eSober curious\u201c und weitere Trends in der Getr\u00e4nkebranche"},"content":{"rendered":"\n

Das Trinkverhalten aller Bev\u00f6lkerungsschichten wird immer auch von Trends beeinflusst. Trendbewegungen wirken h\u00e4ufig weit \u00fcber die Getr\u00e4nkebranche hinaus, aber eben auch direkt dort. Man denke dabei nur an Themenbereiche wie den CO2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck oder Plastikm\u00fcll. Neben Nachhaltigkeitsanforderungen spielt das Wohlempfinden beim Konsum eine immer zentralere Rolle, das durch den Trend \u201esober curious\u201c (n\u00fcchtern, aber neugierig) bereits mit vielf\u00e4ltigen neuen Produktkreationen bedient wird. Die Getr\u00e4nkehersteller orientieren sich hierf\u00fcr an prognostizierten globalen Verbrauchertrends der n\u00e4chsten Jahre, um Konsumentenw\u00fcnsche, wie in diesem Fall im Hinblick auf Gesundheit, rechtzeitig erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Sieben Schl\u00fcsselfaktoren f\u00fcr Verbrauchertrends<\/h2>\n\n\n\n

Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel pr\u00e4gen sieben Schl\u00fcsselfaktoren die globalen Verbraucherm\u00e4rkte der n\u00e4chsten zehn Jahre. Die Schlagworte dazu lauten Wohlbefinden, Umgebung, Technologie, Rechte, Identit\u00e4t, Wert, Erfahrungen. <\/p>\n\n\n\n

Von hoher Bedeutung f\u00fcr die Getr\u00e4nkebranche ist die Unterst\u00fctzung des Wohlbefindens durch entsprechende Produkte und zwar des Wohlbefindens auf k\u00f6rperlicher und geistiger Ebene. Auf diese Art und Weise kann die jeweilige Getr\u00e4nkemarke zum Wohlf\u00fchlpartner des Kunden werden.<\/p>\n\n\n\n

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Ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen f\u00fcr eine bestimmte Zielgruppe sind h\u00f6chst willkommen. Getr\u00e4nke, die das Wohlbefinden unterst\u00fctzen, gibt es heute schon einige. Die Tendenz ist steigend, wie auch das Beispiel Hequa, eine Bio-Apfelessig-Limonade von der Berliner Craft-Brauerei BRLO<\/a>, erkennen l\u00e4sst. Erst k\u00fcrzlich wurde die Limonade mit besonders wenig Zucker<\/a> in den Sorten scharf, herb und lieblich entwickelt und ist laut Hersteller gut f\u00fcr die Verdauung und das Immunsystem. Oder Frozen Smoothies: Sie werden der Gastronomie beispielsweise von Henderson and Sons angeboten, damit Lokale die schnelle und einfache M\u00f6glichkeit erhalten, gesunde Drinks zuzubereiten. Mittlerweile f\u00fchrt der Hersteller 15 unterschiedliche Frucht- und Gem\u00fcsemischungen im Sortiment. Allein im letzten Jahr stieg der Umsatz Unternehmensangaben zufolge um mehr als 50 Prozent.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\u00a9 BRLO GmbH<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Wohlbefinden hei\u00dft auch \u201eSober Curious\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Wohlbefinden l\u00e4sst sich auf unterschiedliche Art und Weise erreichen. \u201eSober Curious<\/a>\u201c lautet in diesem Zusammenhang ein neues Schlagwort, das in den USA und inzwischen auch weltweit immer deutlicher zum Tragen kommt. Als Erfinderin der Sober Curious-Idee gilt die New Yorker Autorin Ruby Warrington, die 2018 ein Buch zum Thema ver\u00f6ffentlichte. Hier geht es nicht um Verzicht auf Alkohol, sondern um ein Sammeln von neuen Erfahrungen mit kreativen Drinks, die keinen Alkohol enthalten. Dieser neuen Bewegung folgend, kommen auch immer mehr alkoholfreie Spirituosenalternativen auf den Markt. Zum Beispiel Siegfried Wonderleaf, eine alkoholfreie Alternative von Rheinland Distillers zu ihrem weltweit pr\u00e4mierten Siegfried Rheinland Dry Gin. Oder Seedlip Garden 108, die alkoholfreie Ginmarke aus UK, die Seedlip-Gr\u00fcnder Ben Branson 2015 erstmals herstellte. Zwischenzeitlich erweiterte er das Sortiment mit Spice 94, der mit einer Mischung aus Gew\u00fcrzen und Zitrus punktet und mit Grove 42, der sich durch Fruchtigkeit von Orange, Blutorange und Zitrone und dem Aroma von Zitronengras, Ingwer und Pfefferk\u00f6rnern auszeichnet. <\/p>\n\n\n\n

Ebenfalls interessant: Undone, eine Marke des gleichnamigen Hamburger Start-ups Undone, das alkoholfreie Getr\u00e4nke aus alkoholischen Destillaten herstellt. Die Etiketten der vier Sorten No. 1 Sugar Cane Type, No. 2 Juniper Type, No. 7 Italian Bitter Type und No. 8 Italian Aperitif Type kommunizieren mithilfe ihrer Slogans \u201eThis is not Rum\u201c, \u201eThis is not Gin\u201c, \u201eThis is not Orange Bitter\u201c und \u201eThis is not Vermouth\u201c auf spa\u00dfige Art und Weise, um welche antialkoholische Geschmacksrichtung es sich beim jeweiligen Produkt handelt. Die ersten 30.000 Undone-Flaschen konnten Unternehmensangaben zufolge schon kurz nach der Erstvorstellung auf dem \u201eBar Convent Brooklyn\u201c in New York Mitte letzten Jahres verkauft werden. <\/p>\n\n\n\n

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\u00a9 unsplash \/ User: Kaizen Nguy<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Eine Entwicklung hin zu Getr\u00e4nken ohne Alkohol sieht Jochen Kistner, Product Management EMEAI, ADM Nutrition\/WFSI, auch im Bereich Biermix<\/a>. \u201eAktuell geht der Trend hier hin zu einem leichten, erfrischenden und fruchtigen Geschmack mit 0,0 % Alkohol\u201c, so der Experte.<\/p>\n\n\n\n

Das Beispiel \u201esober curious\u201c demonstriert unter anderem, dass eine Bewegung h\u00e4ufig erfolgreicher ist, wenn sie mehrere Trends gleichzeitig bedient. So bietet die \u201eneue Alkoholfreiheit\u201c dem Konsumenten zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, neue kulinarische Erfahrungen zu sammeln und einen Teil der eigenen Identit\u00e4t preiszugeben. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Umfassende Verwertung und Lokalit\u00e4t punkten<\/h2>\n\n\n\n

Mehrere Trends bedient auch das Berliner Startup k\u00f5k\u00f5joo. Es entwickelt geschmacksintensive Getr\u00e4nke aus der Kakaofrucht, der sogar heilende Wirkungen zugeschrieben werden. Das Besondere dabei: Das Unternehmen setzt auf die ganzheitliche Verwertung der Kakaofrucht und verfolgt so einen nachhaltigen Ansatz. Das erste Produkt, Pelure de Cacao, ist ein Erfrischungsgetr\u00e4nk auf Basis von Kakaobohnenschalen, ein Restprodukt aus der Schokoladenverarbeitung. Hergestellt wird es unter fairen Bedingungen in Westafrika und Deutschland. Dayog Kabore, CEO und Founder des Unternehmens, erkl\u00e4rt: \u201eBis zu 80 Prozent werden bei der herk\u00f6mmlichen Verarbeitung der Kakaofrucht als Abfall betrachtet. Unsere Vision ist es, die komplette Frucht zu verwerten und daraus innovative Produkte zu entwickeln, die im Einklang mit Mensch und Natur entstehen.\u201c Auch das also ein identit\u00e4tsstiftendes Produkt, das ebenso die von Mintel aufgezeigten Trends Wohlbefinden, Umgebung, Wert, Identit\u00e4t und Erfahrungen in sich tr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n

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Das Competence Center Foresight des Fraunhofer ISI entwickelt im Projekt FOX Zukunftsszenarien f\u00fcr den europ\u00e4ischen Lebensmittelsektor und hat dazu \u00fcber 100 Trends identifiziert, die den Lebensmittelsektor beeinflussen k\u00f6nnten. Mit am relevantesten sieht das Competence Center neben dem Trend zur Reduzierung von Lebensmittelabf\u00e4llen die Bewegung hin zu lokalen Lebensmittelkreisl\u00e4ufen. Die Frische der Produkte, weniger Verpackungsm\u00fcll und eine geringere Umweltbelastung durch den kurzen Lebensmitteltransport sind hierbei die gr\u00f6\u00dften Vorteile. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Der \u00f6sterreichische Aromen- und Grundstoffhersteller esarom hat den Apfel zur Trendfrucht 2020 erkoren. Der Apfel ist in etwa 100 L\u00e4ndern weltweit zuhause und deshalb fast \u00fcberall eine lokale Frucht. Innerhalb der Getr\u00e4nkebranche kann er in Verbindung mit anderen Fr\u00fcchten ebenso wie mit Botanicals neue und unerwartete Geschmackserlebnisse kreieren. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

K\u00fcnstliche Intelligenz mit wesentlichem Einfluss auf die Nahrungsmittelproduktion<\/h2>\n\n\n\n

Dr. Bj\u00f6rn Moller, FOX-Projektkoordinator am Fraunhofer ISI, weist auf weitere wesentliche Trends hin, die es bei Diskussionen zum zuk\u00fcnftigen Ern\u00e4hrungssystem zu ber\u00fccksichtigen gilt: \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz und maschinelles Lernen<\/a> werden einen wichtigen Einfluss auf die Nahrungsmittelproduktion haben. KI k\u00f6nnte auch dazu beitragen, die Qualit\u00e4t und Frische von Lebensmitteln und Getr\u00e4nken zu verbessern und deren Verschwendung zu verringern, indem Kundenanforderungen und -nachfragen bereits im Voraus bekannt sind. So l\u00e4sst sich in Superm\u00e4rkten die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n

Genau hinschauen lohnt sich<\/h2>\n\n\n\n

F\u00fcr die Getr\u00e4nkebranche ist es durchaus ratsam, sich auf permanente Trendsuche zu begeben, um neue Entwicklungen auf keinen Fall zu verpassen. Und selbst wenn sich Trends f\u00fcr das jeweilige Unternehmen nicht sofort stimmig in Produkte umsetzen lassen, liefern sie h\u00e4ufig zumindest die eine oder andere Anregung, um den Weg \u2013 m\u00f6glicherweise auch \u201esober curious\u201c \u2013 in Richtung Zukunft weiter zu ebnen. Eine Trendschau bietet auch die n\u00e4chste drinktec, die vom 4. bis 8. Oktober 2021 auf der Messe M\u00fcnchen stattfindet. Sie suchen nach einer Plattform, um Ihre innovativen Getr\u00e4nkeideen vorzustellen? Dann\u00a0seien Sie auf der n\u00e4chsten drinktec mit dabei<\/a>.<\/p>\n