{"id":6926,"date":"2020-02-20T09:42:33","date_gmt":"2020-02-20T08:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6926"},"modified":"2020-06-18T16:02:49","modified_gmt":"2020-06-18T14:02:49","slug":"muss-der-craft-beer-markt-neu-gedacht-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/muss-der-craft-beer-markt-neu-gedacht-werden\/","title":{"rendered":"Muss der Craft Beer-Markt neu gedacht werden?"},"content":{"rendered":"\n

Craft Beer ist in Deutschland ein fester Bestandteil der Getr\u00e4nkekultur geworden. Derzeit gibt es in der immer noch jungen Craft Beer-Bewegung jedoch eine erste Konsolidierungswelle. <\/strong><\/p>\n\n\n\n

Craft Beer liegt weiter im Trend, bleibt jedoch in Deutschland eine Nische. So das Fazit einer aktuellen Studie<\/a> des Marktforschungsinstitut Splendid Research. Zwar haben 43 Prozent aller Biertrinker schon einmal eine solche Spezialit\u00e4t probiert, die \u00fcberwiegende Mehrheit greift jedoch nur wenige Male im Jahr oder noch seltener zum Craft Beer. Das geht aus der repr\u00e4sentativen Umfrage hervor, die online unter 1.229 Biertrinkern zwischen 16 und 69 Jahren durchgef\u00fchrt wurde. Der Studie zufolge ist auch die Craft Beer-Zielgruppe recht schmal: Die handwerklich hergestellten Spezialit\u00e4ten werden weiterhin haupts\u00e4chlich von M\u00e4nnern zwischen 20 und 40 Jahren getrunken. <\/p>\n\n\n\n

Unstrittig ist: Craft Beer hat in den letzten Jahren zur Belebung des Biermarktes beigetragen. Zwar sind die Gesamtabs\u00e4tze beim Bier hierzulande weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig, doch die Wertigkeit der Kategorie Bier steigt. Craftbrauer bringen Schwung in den deutschen Markt und bereichern zus\u00e4tzlich die Biervielfalt. Selbst gro\u00dfe Brauereien wie beispielsweise Veltins oder Krombacher haben inzwischen Bierspezialit\u00e4ten im Portfolio, die durch Trends aus der Craft Beer-Szene<\/a> befl\u00fcgelt wurden. <\/p>\n\n\n\n

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Diese positiven Impulse wirken sich weiterhin auf die ganze Branche aus, darin sind sich die Marktkenner einig. Klar ist aber auch, dass ein charaktervolles Craft Beer eher einer Nische bleiben und der Hype der ersten Jahre irgendwann abflauen wird. Derzeit gibt es in der Craft Beer-Bewegung eine erste Konsolidierungswelle. Einige Craftbrauer<\/a> verschwinden vom Markt, andere bilden neue Allianzen. Der Grund: Der Kostendruck auf alle Brauereien ist stark gestiegen und nimmt noch weiter zu. Das ver\u00e4ndert den Craft Beer-Markt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Craft\nBeer wird oft bewusst nach der Ma\u00dfeinheit IBU (International Bitterness Units)\ngekennzeichnet, um den oft \u00fcberdurchschnittlich hohen Bitterstoffgehalt eines Craft\nBeers anzugeben. Die Geschmacksvielfalt und Bitterkeit eines Bieres h\u00e4ngt daher\nvor allem von der Wahl des Hopfens\n(Aromahopfen vs. Bitterhopfen) sowie von der Menge der Hopfengabe ab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Der Craft Beer-Markt d\u00fcnnt sich aus<\/h2>\n\n\n\n

Tatsache ist: Die Craftbier-Abs\u00e4tze im Handel sind r\u00fcckl\u00e4ufig. Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen gingen sie von Juli 2018 bis Juni 2019 im deutschen Lebensmittelhandel und in Getr\u00e4nkeabholm\u00e4rkten um 5 Prozent auf rund 74.000 Hektoliter zur\u00fcck, was 0,13 Prozent Marktanteil am deutschen Biermarkt entspricht. Angesichts der relativ hohen Preise der Einzelflaschen lag der Umsatz bei rund 28 Millionen Euro (0,38 Prozent Umsatz-Marktanteil des deutschen Biermarkts). Der Blick in die Handelsregale macht deutlich, dass es gerade in den letzten zwei Jahren eine Ausd\u00fcnnung des Angebotes gegeben hat. <\/p>\n\n\n\n

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\u00a9 Pixabay \/ User: tiburi<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Viele Lebensmitteleinzelh\u00e4ndler beschr\u00e4nken sich mittlerweile auf Craft Beer, das eine nennenswerte Abverkaufsgeschwindigkeit hat und f\u00fcllen ihre Regale mit mengentauglichen Bierspezialit\u00e4ten auf. Dabei sollte der Handel beachten, dass hochwertige teure Biere weniger von Vorratsk\u00e4ufern, sondern viel mehr von den Impuls- oder Genussk\u00e4ufern konsumiert werden. Der Einzelhandel sollte also Craft Beer nicht zu den Kisten in die Getr\u00e4nkeabteilung stellen, sondern auf die frequentierte Fl\u00e4che in die N\u00e4he des Weines. Am besten mit einer guten Beschreibung der Biere. F\u00fcr den Erfolg im Handel spielt auch die Gastronomie eine entscheidende Rolle. Dort lernen die Verbraucher die neuen Biere in einer entspannten Atmosph\u00e4re kennen. Dr. Marc Rauschmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim deutschen Craft Beer-Pionier Braufactum, fordert ein Umdenken und eine Positionierung von Craft Beer in Richtung Mainstream. \u201eUm langfristig am Markt eine Chance zu haben, muss Craft Beer auch den \u2019normalen\u2018 Biertrinker erreichen\u201c, sagte Rauschmann 2019 in einem Interview.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

\u00c4hnliche Entwicklung in den USA<\/h2>\n\n\n\n

In den USA gab es vor gut 20 Jahren eine \u00e4hnliche Entwicklung beim Craft Beer-Markt wie aktuell in Deutschland. Nach einem rasanten Craft Beer-Wachstum kam es aufgrund fehlenden Marktvolumens ab 1999 zu einer Stagnation und einem R\u00fcckgang an Brauereien. <\/p>\n\n\n\n

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Erst ab 2008 startete die zweite Wachstumsphase mit einem erheblichen Anstieg des Marktanteils. Aus dieser Entwicklung gingen dann die Brauereien gest\u00e4rkt hervor, die zuvor gute Marken aufgebaut hatten und trinkbare, qualitativ hochwertige Biere f\u00fcr eine breitere Zielgruppe brauten. Genau diese Entwicklung k\u00f6nnte dem Craft Beer-Markt auch in Deutschland bevorstehen, meinen Branchenkenner.  <\/p>\n\n\n\n

Laut Prognosen des Marktforschungsinstituts Splendid Research wird es zwar f\u00fcr die Anbieter von Craft Beer hierzulande auch in Zukunft nicht leichter, da von einer Zuspitzung der Marktlage ausgegangen wird. Gro\u00dfe Brauereien werden zunehmend \u00e4hnlich anmutende Bierprodukte am Markt positionieren. Laut Branchenexperten k\u00f6nnte damit jedoch auch wieder etwas Bewegung in den Craft Beer-Markt kommen. Vielleicht sogar Wachstum. Und Markus Berberich, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der R\u00fcgener Insel Brauerei, stellt fest: \u201eCraft Beer ist noch in keinem Markt der Welt wieder verschwunden.\u201c Es bed\u00fcrfe aber wirklich einer sehr hohen Glaubw\u00fcrdigkeit, das werde oft \u00fcbersehen, so Berberich. <\/p>\n\n\n\n

Wer sich die Vielfalt von Craft Beer auf der Zunge zergehen lassen m\u00f6chte, sollte im Rahmen der drinktec 2021 zu dem beliebten Brauer-Treffpunkt \u201eplace2beer\u201c<\/a> kommen. Auf einer Ausstellungsfl\u00e4che von etwa 500 Quadratmetern k\u00f6nnen dort an allen Messetagen kostenfrei wechselnde Biere aus aller Welt probiert werden, darunter auch zahlreiches Craft Beer aus Deutschland. Die drinktec findet vom 4. bis 8. Oktober 2021 auf dem Messegel\u00e4nde in M\u00fcnchen statt. Sie suchen noch einer Plattform, um Ihre Innovation in diesem Bereich vorzustellen? Dann\u00a0seien Sie auf der drinktec 2021 dabei und buchen Sie jetzt ihre Standfl\u00e4che<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

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\u00a9 Unsplash \/ User: Clinton Naik<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n