{"id":6770,"date":"2020-01-24T14:21:54","date_gmt":"2020-01-24T13:21:54","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6770"},"modified":"2020-01-24T14:21:55","modified_gmt":"2020-01-24T13:21:55","slug":"corporate-social-responsibility","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/corporate-social-responsibility\/","title":{"rendered":"Corporate Social Responsibility: Unternehmen in der Pflicht"},"content":{"rendered":"\n

Ganz im Sinne von \u201eEigentum verpflichtet\u201c erwartet man von Unternehmen heute mehr denn je auch gesellschaftliches Engagement. Kaum eine Firma kann sich dem entziehen. Auch in der Getr\u00e4nkebranche ist die sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR) ein gro\u00dfes Thema. Wir stellen einige Beispiele vor.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Brown-Forman \u2013 Markeneigner von Jack Daniel\u2019s und anderer Spirituosen \u2013 hat sich f\u00fcr seine Weihnachtspost 2019 etwas Ungew\u00f6hnliches ausgedacht: In der per E-Mail versandten Gru\u00dfkarte berichtete das Unternehmen seinen Gesch\u00e4ftspartnern \u00fcber sein j\u00fcngstes gesellschaftliches Engagement und k\u00fcndigte an, den Betrag, der sonst f\u00fcr Geschenke ausgegeben w\u00fcrde, lieber an ausgew\u00e4hlte soziale Einrichtungen zu spenden. Darunter waren eine Tagesst\u00e4tte f\u00fcr Obdachlose, ein Altenheim und ein Sprachf\u00f6rderungsprojekt f\u00fcr Zuwanderer.<\/p>\n\n\n\n

\u00c4hnliches machen freilich andere Unternehmen zu Weihnachten auch: Neu und besonders war allerdings, dass die Adressaten per Mausklick eine von f\u00fcnf Organisationen ausw\u00e4hlen konnten, an die \u201eihre\u201c Spende gehen sollte. Aus drei Gr\u00fcnden ein cleverer Schachzug: Das Engagement wirkte erstens sehr glaubw\u00fcrdig und nachvollziehbar. Zudem waren die Empf\u00e4nger gezwungen, sich mit der Initiative auseinanderzusetzen \u2013 das bleibt im Ged\u00e4chtnis. Und schlie\u00dflich vermittelte Brown-Forman noch auf elegante Art und Weise, f\u00fcr welche Werte das Haus steht. <\/p>\n\n\n\n

Alles in allem sicherlich eine kluge und nachhaltige Ma\u00dfnahme<\/a> im Rahmen der so genannten Corporate Social Responsibility (auf Deutsch \u201eunternehmerische Sozialverantwortung\u201c), der sich heute zumindest die gr\u00f6\u00dferen Firmen verschreiben. In der Annahme, dass Unternehmen als Teile der Gesellschaft auch Leistungen aus dem System \u00ac\u2013 wie Infrastruktur oder Bildung \u2013 beanspruchen, wird erwartet, dass diese im Gegenzug auch Verantwortung \u00fcbernehmen. Freiwillig und \u00fcber die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. In welchen Bereichen die Firmen sich indes engagieren, h\u00e4ngt dabei stark von deren Gr\u00f6\u00dfe und Aktionsradius, von der Branche und nicht zuletzt von aktuellen gesellschaftlichen Trends ab. <\/p>\n\n\n\n

Coca-Cola engagiert sich f\u00fcr Vielfalt<\/h2>\n\n\n\n
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\"Jack
\u00a9 Brown Forman Deutschland<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Bereits seit \u00fcber 15 Jahren setzt sich beispielsweise Coca-Cola weltweit f\u00fcr die Gleichberechtigung von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung ein. \u201eVielfalt<\/a> ist komplex und \u00e4u\u00dferst bereichernd\u201c, lautet das Credo. Man wolle intern und nach au\u00dfen eine st\u00e4rkere Sensibilisierung f\u00fcr das Thema erreichen, teilt das Unternehmen mit. Das 2014 gegr\u00fcndete \u201eRainbow-Netzwerk<\/a>\u201c unterst\u00fctze zudem lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Kollegen auch ganz konkret.<\/p>\n\n\n\n

Ganz und gar branchenspezifisch ist derweil der Einsatz der Hersteller von Spirituosen, Wein und Bier<\/a> f\u00fcr einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum. Neben den gemeinsamen Selbstverpflichtungen auf Ebene der Verb\u00e4nde k\u00fcmmern sich viele Unternehmen zus\u00e4tzlich selber um das Thema. So engagiert sich etwa Spirituosenmarktf\u00fchrer Pernod Ricard Deutschland umfassend auf diesem Gebiet. <\/p>\n\n\n\n

Allein in die Aufkl\u00e4rungskampagne \u201eMein Kind will keinen Alkohol\u201c \u00fcber die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft<\/a> flie\u00dfen hohe Summen. Sie wurde 2010 gemeinsam mit der Stiftung f\u00fcr das behinderte Kind aus der Taufe gehoben. F\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen ein extra daf\u00fcr produzierter TV-Spot, eine nationale Plakatkampagne sowie eine eigene Web- und Facebookseite. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Umweltschutz ganz oben bei Corporate Social Responsibility<\/h2>\n\n\n\n

Fast schon zum Pflichtprogramm geh\u00f6rt f\u00fcr viele Unternehmen, gleich welcher Branche, der Bereich Umwelt- und Klimaschutz<\/a>. So arbeitet etwa die Bitburger Braugruppe seit Jahren daran, ihren CO2-Aussto\u00df zu senken. Seit 2008 konnte dieser nach Unternehmensangaben bereits um \u00fcber 50 Prozent reduziert werden; noch verbleibende, unvermeidbare Emissionen sollen bis Ende 2022 mit Hilfe von Kompensationsma\u00dfnahmen auf null gebracht werden. <\/p>\n\n\n\n

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Dies soll in Zusammenarbeit mit dem Zentrum f\u00fcr Nachhaltige Unternehmensf\u00fchrung (ZNU) der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke gelingen. Seit 2012 nutzt die Bitburger Braugruppe bereits Gr\u00fcnstrom; kurz- bis mittelfristig soll Elektromobilit\u00e4t das Unternehmen umweltfreundlicher machen, l\u00e4ngerfristig will man Gas durch Biogas ersetzen. Beim Thema \u201eKompensation\u201c kooperiert die Gruppe unter anderem mit der Organisation \u201ePlant for the Planet\u201c.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Der CSR-Manager z\u00e4hlt laut der Jobplattform\nGehalt.de zu den neuen Trendberufen 2020: Im Zuge von CSR-Kommunikation wird\ndas gesellschaftliche Engagement von Unternehmen an alle relevanten Stakeholder\nerm\u00f6glicht, bspw. \u00fcber deren Stiftungen, sozialen Projekte oder\nNachhaltigkeitsinitiativen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Altruistisches Ziel oder unglaubw\u00fcrdige Werbung?<\/h2>\n\n\n\n

Ob nun Klimaschutz, soziale Aktivit\u00e4ten oder caritatives Engagement: Geht es um Corporate Social Responsibility, wird heute schnell auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der Ma\u00dfnahmen hinterfragt. Handelt das Unternehmen wirklich aus Altruismus oder verfolgt es eher eigenn\u00fctzige, \u00f6konomische Ziele? Gerade, wenn es um Umweltaspekte geht, geht beides oft Hand in Hand. Setzt sich beispielsweise ein Mineralbrunnen f\u00fcr Gew\u00e4sserschutz ein, hat er sicherlich \u2013 noch vor der positiven Wirkung in der \u00d6ffentlichkeit \u2013 naturgem\u00e4\u00df auch ein vitales eigenes Interesse. <\/p>\n\n\n\n

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\"Bitburger
\u00a9 Bitburger Braugruppe<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Unabh\u00e4ngig davon k\u00f6nnen Corporate Social Responsibility-Aktivit\u00e4ten freilich als Werbema\u00dfnahmen wahrgenommen werden, mit denen sich Unternehmen als gesellschaftlich besonders engagiert darstellen wollen. Solange allerdings die tats\u00e4chliche Leistung im Einklang mit der nach au\u00dfen kommunizierten steht, ist dagegen kaum etwas einzuwenden. Werden jedoch \u00dcbertreibungen oder gar Unwahrheiten \u00f6ffentlich, sind die Bem\u00fchungen nicht nur vergeblich, sondern kontraproduktiv. \u201eGreenwashing<\/a>\u201c kann dann schnell der Vorwurf lauten. Wer einmal einen medialen Shitstorm erlebt hat, wei\u00df, wie schwer es ist, verlorene Glaubw\u00fcrdigkeit zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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