{"id":6679,"date":"2020-01-17T13:57:19","date_gmt":"2020-01-17T12:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6679"},"modified":"2020-01-17T13:57:20","modified_gmt":"2020-01-17T12:57:20","slug":"bockbier-renaissance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/bockbier-renaissance\/","title":{"rendered":"Renaissance der Bockbiere"},"content":{"rendered":"\n
Der Trend zu regionalen Bieren und Bierspezialit\u00e4ten ist weiterhin ungebrochen. Davon profitieren seit Jahren auch die Bockbiere. Die Nachfrage nach den Starkbieren steigt.<\/em><\/p>\n\n\n\n Bockbiere haben einen festen Platz im Handels- und Gastronomiesortiment. Sie bedienen den Wunsch der Verbraucher nach regionalen Bierspezialit\u00e4ten und geschmacklicher Abwechslung. Besonders in der k\u00fchleren Jahreszeit sind die Starkbiere<\/a> sehr gefragt. Der h\u00f6here Alkoholgehalt verlieh ihnen bereits im Mittelalter eine besonders gute Haltbarkeit. Der Ursprung dieser Sorte liegt in der nieders\u00e4chsischen Stadt Einbeck. Bier aus Einbeck, \u201eAinp\u00f6ckisch Bier\u201c, galt im Mittelalter als Luxusware und wurde weit \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus verkauft. Um es f\u00fcr l\u00e4ngere Transporte haltbar zu machen, wurde es st\u00e4rker eingebraut. \u00dcber die Zeit nannte man es \u201eAinp\u00f6ck\u201c, sp\u00e4ter dann Bockbier. Der Name ist also die \u00e4lteste Bezeichnung f\u00fcr Biere mit hohem Alkoholgehalt. <\/p>\n\n\n\n Neben den traditionellen Bockbierbrauereien wie beispielsweise Einbecker, Paulaner oder Andechser brauen heute sogar klassische Pilsbrauer ein Bockbier. So launchte die Bitburger Brauerei im Herbst 2019 den Bitburger Winterbock, ein saisonales und zeitlich limitiertes helles Bockbier mit sieben Prozent Alkohol. In der Geschichte der Bitburger Braugruppe ist ein saisonales Produkt ein absolutes Novum. \u201eWir erf\u00fcllen damit den Verbraucherwunsch nach Abwechslung und Vielfalt zur Winterzeit mit einem vollmundigen und s\u00fcffigen Bier\u201c, erkl\u00e4rt Marketingleiter Frank Windau. Mit besonders ausgew\u00e4hlten Hopfensorten<\/a> und mehrw\u00f6chiger kalter Lagerung bei minus zwei Grad sei es gelungen, ein s\u00fcffig-kr\u00e4ftiges Bier zu brauen, das in der kalten Jahreszeit begeistert, so Windau.<\/p>\n\n\n\n Auch die d\u00e4nische Carlsberg-Brauerei hat hierzulande ein neues Bockbier auf den Markt gebracht. Mit der Sorte Rubin Bock<\/a> erweiterte Carlsberg Deutschland im Herbst 2019 das Duckstein-Sortiment um ein rauchig-kr\u00e4ftiges Bier. Damit sollen neue Kaufimpulse im vorweihnachtlichen Getr\u00e4nke-Gesch\u00e4ft geschaffen werden. Neu gestaltete Flaschen und Displays sollen f\u00fcr Aufmerksamkeit bei qualit\u00e4tsbewussten Konsumenten sorgen. Das charakteristisch rauchige Aroma erh\u00e4lt das Bockbier durch Rauchmalz. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Allen Stark- oder Bockbieren<\/a> ist gemein, dass sie laut Bierverordnung einen Stammw\u00fcrzegehalt von mindestens 16 Prozent haben m\u00fcssen. Beim Doppelbock muss der Stammw\u00fcrzegehalt sogar mindestens 18 Prozent betragen, so der Bayerische Brauerbund e.V..<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Die Weldebr\u00e4u aus Plankstadt hat im Nachlass ihres Braumeisters Hans Hirsch ein altes Rezept wiederentdeckt. Nun lebt es mit dem Kurpfalzbr\u00e4u Eisbock<\/a> wieder auf. Der Legende nach wurde Eisbock im Winter 1890 in einer Brauerei in Kulmbach \u201eerfunden\u201c. Ein Brauergeselle hatte an einem Winterabend keine Lust mehr, die Holzf\u00e4sser ins Lager zu r\u00e4umen, wie ihm sein Braumeister aufgetragen hatte. Der strenge Frost lie\u00df die F\u00e4sser gefrieren und aufplatzen. Doch nicht das ganze Bier war gefroren. In der Mitte des Fasses hatte sich ein Bierkonzentrat gebildet, das wegen seines hohen Alkoholgehaltes nicht zu Eis wurde. Das konzentrierte, malzig-s\u00fc\u00dfe Gebr\u00e4u mit wenig Wasseranteil stellte sich als sehr schmackhaft heraus. Der Eisbock war geboren.<\/p>\n\n\n\n Von Kulmbach bis M\u00fcnchen und dar\u00fcber hinaus sprach sich die Geschichte in Brauerkreisen schnell herum und so lernte auch Braumeister Hirsch diese Bierspezialit\u00e4t kennen, als er im Winter 1918\/19 in M\u00fcnchen seine Ausbildung machte. Sein Verm\u00e4chtnis werde nun genutzt, erz\u00e4hlt Welde Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Max Spielmann. Vom Kurpfalzbr\u00e4u Eisbock habe man eine kleine Menge gebraut, es sei ein reines und limitiertes Saisonbier, das besonders gut schmecke, wenn es drau\u00dfen kalt und ungem\u00fctlich sei, sagt Spielmann. Die Kulmbacher Brauerei, die nach wie vor den Eisbock im Portfolio hat, erweiterte 2018 die M\u00f6nchshof Manufaktur-Linie um einen hellen Bock, eine opaltr\u00fcbe Spezialit\u00e4t mit ausgepr\u00e4gt nussigem Karamellmalz-Aroma. M\u00f6nchshof Manufaktur Heller Bock wird saisonal zur Starkbierzeit von Oktober bis M\u00e4rz angeboten. <\/p>\n\n\n\n Die saarl\u00e4ndische Karlsberg Brauerei geht in Sachen Bockbier eigene Wege und hofft durch einen Blick \u00fcber den Tellerrand auf neue Impulse. So fuhren die Karlsberg-Braumeister 2018 erstmals zu den befreundeten Kollegen der irischen O\u2019Haras Brauerei in der N\u00e4he von Dublin, um dort gemeinsam ein dunkles Bockbier zu brauen. \u201eDie irischen Kollegen haben uns in ihre Braukunst eingef\u00fchrt und uns einige ihrer Geheimnisse verraten. Dieser Blick \u00fcber den Tellerrand war eine wertvolle Erfahrung f\u00fcr uns\u201c, sagt Karlsberg-Braumeister Martin Mihm. Anfang Februar dann der zweite Co-Brew: Die Karlsberg-Braumeister reisten nach Seattle, um gemeinsam mit den Experten der Big Time Brewery ein helles Bockbier zu brauen. Dabei habe man die traditionelle Biersorte auf ein neues Level gehoben, berichten die Braumeister.<\/p>\n\n\n\n Alle Beispiele zeigen: Die traditionelle Sorte Bockbier kommt wieder \u201ein Mode\u201c. Sie bedient perfekt das Bed\u00fcrfnis nach Abwechslung und regionaler Verwurzelung<\/a>. Tatsache ist: Geschmacklich ausgepr\u00e4gte Biere werden bei den Verbrauchern immer beliebter. Bockbiere mit ihren intensiven Aromen finden immer mehr Liebhaber und werden inzwischen ganzj\u00e4hrig nachgefragt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Wer sich von dem besonderen Charakter der Starkbierspezialit\u00e4ten \u00fcberzeugen m\u00f6chte, sollte im Rahmen der drinktec 2021 zu dem beliebten Brauer-Treffpunkt \u201eplace2beer\u201c kommen. Auf einer Ausstellungsfl\u00e4che von ca. 500 Quadratmetern k\u00f6nnen dort an allen Messetagen kostenfrei wechselnde Biere aus aller Welt probiert werden, darunter auch zahlreiche Bockbiere. Die drinktec findet vom 13. bis 17. September 2021 auf dem Messegel\u00e4nde in M\u00fcnchen statt.<\/p>\nPilsbrauer entdeckt Bockbier<\/h2>\n\n\n\n
Eisbock wiederbelebt<\/h2>\n\n\n\n
Wertvoller Blick \u00fcber den Tellerrand<\/h2>\n\n\n\n
