{"id":6414,"date":"2019-11-01T14:53:05","date_gmt":"2019-11-01T13:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6414"},"modified":"2019-11-01T14:53:06","modified_gmt":"2019-11-01T13:53:06","slug":"glasbehaelter-fuer-wein-und-fuer-die-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/wein\/glasbehaelter-fuer-wein-und-fuer-die-umwelt\/","title":{"rendered":"Glasbeh\u00e4lter f\u00fcr Wein \u2013 und f\u00fcr die Umwelt?"},"content":{"rendered":"\n
Glas als Werkstoff\nist seit Jahrtausenden im Gebrauch. Fr\u00fchzeitig erkannten die Menschen die Vorteile,\nsei es in Form von Trink- oder Lagerbeh\u00e4ltern oder als Glas f\u00fcr erste Fenster\nin r\u00f6mischen Villen. Durchsichtig, fest und geschmacksneutral ist Glas, das man\nals Beh\u00e4ltnis weitgehend hermetisch verschlie\u00dfen konnte. Deshalb sind Glasbeh\u00e4lter\nf\u00fcr Wein heute nicht nur ein Qualit\u00e4tsmerkmal, sondern spielen auch unter\nUmweltaspekten eine wichtige und stark diskutierte Rolle. <\/strong><\/p>\n\n\n\n Anders als von vielen vermutet, ist Glas jedoch kein\nKristall oder ein Festk\u00f6rper, sondern eine erstarrte Fl\u00fcssigkeit. Diese wird so\nschnell abgek\u00fchlt, dass ihre Struktur dem fl\u00fcssigen Zustand entspricht und\nnicht gen\u00fcgend Zeit bleibt, Kristalle des in der Hauptsache enthaltenen\nSilikats auszubilden. <\/p>\n\n\n\n In Form von Flaschen verwenden wir Glas als allt\u00e4gliches\nProdukt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die industrielle Produktion ein,\ndie durch die Einf\u00fchrung neuer Verfahren laufend verbessert wurde. Die\nHerstellung von Glas aus einer hei\u00dfen Schmelze erfordert viel Energie, weshalb fortlaufend\neine Reduzierung der eingesetzten Energie angestrebt wird. <\/p>\n\n\n\n Trotz intensiver Forschung, Glas energetisch g\u00fcnstiger zu\nproduzieren, schien seine Zukunft als Verpackungsmaterial f\u00fcr Fl\u00fcssigkeiten jedoch\nlange Zeit auf dem absteigenden Ast zu sein. Die gesamte Getr\u00e4nkeindustrie\nsetze lange Zeit auf neue Materialien, sei es Aluminium in Form von Dosen,\nKartonverpackungen f\u00fcr S\u00e4fte und einfach zu produzierende und leichte\nPET-Flaschen f\u00fcr Mineralwasser, S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nke und Limonaden. Eine \u00fcbliche 0,5-Literflasche\nBierflasche in Glas wiegt mit 280 Gramm rund das Zehnfache einer gleichgro\u00dfen\nPET-Flasche, was f\u00fcr den Transport einen erheblichen Unterschied darstellt.<\/p>\n\n\n\n Im Weinbereich spielten Verpackungsalternativen zu Glasbeh\u00e4ltern\nbislang kaum eine Rolle. Wein und Glasflaschen, vor allem in Form der\nverbreiteten 1,0- und 0,75-Literflaschen, geh\u00f6ren f\u00fcr viele Konsumenten zum\nErscheinungsbild von Wein. Einzige Ausnahme bilden die Kartonverpackungen in\nForm von Tetra Pak und den Bag-in-Box-Verpackungen, die es als 1,5-, 3- und 5-Liter-Verpackungen\ngibt. Sie bestehen aus einer Kartonverpackung und einem Schlauchbeutel mit\nZapfventil. Im manchen L\u00e4ndern erfreuen sie sich gro\u00dfer Beliebtheit. In den\nskandinavischen L\u00e4ndern beispielsweise halten Bag-in-Box-Verpackungen einen\nAnteil von rund 50 Prozent am Weinabsatz. Zu den Freizeitaktivit\u00e4ten der Skandinavier\nwie Camping und Bootstouren passen leicht transportierbare Weine abgef\u00fcllt in Bag-in-Box-Verpackungen\nperfekt. In Italien sind Tetra Pak und vergleichbare andere Kartonverpackungen\ndie \u00fcbliche Verkaufseinheit f\u00fcr einfache Tafel- und Alltagsweine. <\/p>\n\n\n\n Ganz anders in Deutschland: Hier dominiert die Glasflasche den Weinmarkt und ist f\u00fcr Verbraucher unverzichtbar. Branchensch\u00e4tzungen zufolge werden mehr als zwei Milliarden Glasflaschen j\u00e4hrlich auf dem deutschen Markt verkauft<\/a>, von dem ein Gro\u00dfteil in deutschen Weinkellereien gef\u00fcllt werden. <\/p>\n\n\n\n Der Mehrweganteil bei Wein liegt derzeit bei unter 20 Prozent. Allerdings ist die Recyclingquote bei Glas durch das R\u00fcckholsystem hoch, das \u00fcber den Gr\u00fcnen Punkt organisiert wird und in das jeder Hersteller einbezahlt. \u00dcber 250.000 Glas-Container stehen in Deutschland, die von 97 Prozent der Haushalte genutzt werden, berichtet der in D\u00fcsseldorf ans\u00e4ssige Bundesverband Glas<\/a>, dem auch die zw\u00f6lf in Deutschland t\u00e4tigen Glasflaschenproduzenten angeh\u00f6ren. \u00dcberhaupt ist Glas ein vorbildlicher Werkstoff was die Recyclingquote betrifft. Laut Verband besteht manche Flaschensorte heute schon aus bis zu 90 Prozent \u201eAlt\u201c-Scherben. Im Schnitt sind es pro Glasflasche derzeit 60 Prozent. <\/p>\n\n\n\n Der Gewichtsvorteil und der geringere Energieaufwand in der\nHerstellung macht sich in \u00d6kobilanzen bemerkbar. F\u00fcr beide Werkstoffe lassen\nsich Mehrwegsysteme aufbauen und so die \u00d6kobilanzen erheblich verbessern.\nWelche Bilanz g\u00fcnstiger ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt je nach Produktion von den Bedingungen,\nR\u00fccklaufquoten, Transportentfernungen und die Logistik von der Herstellung zum\nVerbraucher und wieder zur\u00fcck ab. Glasflaschen k\u00f6nnen beispielsweise 50 Mal neu\nbef\u00fcllt werden, bei PET-Flaschen betr\u00e4gt die Wiederbef\u00fcllquote nur 20 bis 25\nZyklen. <\/p>\n\n\n\n 2016 lag der Mehrweg-Anteil bei Getr\u00e4nken nur noch bei etwas \u00fcber 40 Prozent. Zehn Jahre zuvor wurden noch zwei Drittel der Getr\u00e4nke im Mehrweg gehandelt. Der gesunkene Anteil hat den Gesetzgeber auf den Plan gerufen, der deshalb im neuen Verpackungsgesetz (2019) eine neue Zielquote von 70 Prozent Mehrweg fordert. Am Regal muss nun gekennzeichnet werden, ob es sich um Mehr- oder Einweg handelt. <\/p>\n\n\n\n Mehr noch als die gesetzlichen Vorgaben d\u00fcrften jedoch die auf breiter gesellschaftlicher Ebene entbrannte Diskussion \u00fcber Ressourcenverbrauch und Rohstoffnutzung bis hin zur Verm\u00fcllung der Weltmeere mit Plastikm\u00fcll ein Umdenken beim Verbraucher bewirken. <\/p>\n\n\n\n Glas erlebt derzeit eine regelrechte Renaissance in der Getr\u00e4nkebranche und r\u00fcckt wieder st\u00e4rker in den Fokus aller Marktteilnehmer. Mehrweg bei Glas, insbesondere im Mineralwasserbereich, ist im Aufwind. Mittlerweile liegt der Anteil von Mehrweg-Glasbeh\u00e4ltern auf dem 13 Milliarden Euro gro\u00dfen Markt der alkoholfreien Getr\u00e4nke wieder bei 13,9 Prozent, knapp unter dem Wert von Plastik-Mehrweg. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Ausgel\u00f6st durch die Diskussionen rund um den Klimawandel setzen immer mehr Getr\u00e4nkehersteller wieder verst\u00e4rkt auf Glas. Coca Cola, zahlreiche Mineralwasserhersteller oder der \u00f6sterreichische Energydrink-Produzent Red Bull lancierten in den letzten Monaten neue Produkte in Glasflaschen, f\u00fcr die speziell in Abf\u00fcllanlagen f\u00fcr die Glasflaschenf\u00fcllung investiert wurde. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Etwa 40 Prozent der in Deutschland verkauften Weine stammt\naus deutscher Weinproduktion, die anderen 60 Prozent der abgef\u00fcllten Weine\nstammen aus dem Ausland. <\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Die aktuell anhaltende Nachfrage nach Glas, wie Peter Mohr, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Glasgro\u00dfh\u00e4ndler Wittwer aus Rheinland-Pfalz erkl\u00e4rt, hatte f\u00fcr die traditionellen Verwender einen unsch\u00f6nen Begleiteffekt: Die erh\u00f6hte Nachfrage f\u00fchrte Anfang 2019 zu einer Verknappung auf dem Markt f\u00fcr Glasbeh\u00e4lter<\/a>, von dem auch die deutschen Winzer und Weinkellereien betroffen waren.<\/p>\n\n\n\n Etliche Glassorten, etwa dunkelgr\u00fcne Literflaschen f\u00fcr Wein, waren \u00fcber Monate nur schwer zu bekommen. Versch\u00e4rft wurde die Situation durch den vor\u00fcbergehenden Ausfall mehrerer Glasschmelzwannen in gro\u00dfen Glash\u00fctten in S\u00fcd- und Ostdeutschland, die repariert werden mussten. Glasschmelzwannen sind aufgrund der hohen Temperaturen einem st\u00e4ndigen Verschlei\u00df unterworfen, insbesondere Verunreinigungen mit Metallen in den Grundstoffen verursachen erhebliche Probleme. <\/p>\n\n\n\n Inzwischen hat sich die Lage allerdings etwas entspannt. Glasflaschen,\nob die traditionelle Literflasche in Gr\u00fcn oder die 0,75 Literflasche in\nverschiedenen Gr\u00fcnf\u00e4rbungen, in Wei\u00df oder Braun sind wieder zu haben. <\/p>\n\n\n\n Glas bleibt ein wichtiges und begehrtes Material, auf das\ndie Getr\u00e4nkewirtschaft nicht verzichten kann. Da es theoretisch zu 100 Prozent\nrecycelt werden kann, macht es den Werkstoff in der heutigen Zeit doppelt\nwertvoll. Bekannte und neue Anbieter sowie innovative Produkte wird es aus\nallen Sparten der Getr\u00e4nkebranche auf der M\u00fcnchner Technologiemesse drinktec 2021\ngeben, die vom 13. bis 17. September 2021 auf dem Messegel\u00e4nde stattfindet.<\/p>\n\n\n\n Sie haben innovative Ans\u00e4tze f\u00fcr Glasbeh\u00e4lter entwickelt und m\u00f6chten diese einem internationalen Publikum vorstellen? Dann seien auch Sie bei der n\u00e4chsten drinktec mit dabei.<\/a> <\/p>\nIndustrielle Fertigung macht Glas zum Alltagsgegenstand <\/h2>\n\n\n\n
Glasbeh\u00e4lter \u2013 der Klassiker f\u00fcr Wein<\/h2>\n\n\n\n
PET vs. Glas<\/h2>\n\n\n\n

Traditionelle Getr\u00e4nkehersteller setzen vermehrt auf Glas <\/h2>\n\n\n\n
Glasbeh\u00e4lter auf der drinktec 2021<\/h2>\n\n\n\n