{"id":6136,"date":"2019-09-19T09:11:22","date_gmt":"2019-09-19T07:11:22","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6136"},"modified":"2019-09-19T09:11:23","modified_gmt":"2019-09-19T07:11:23","slug":"alkoholfreie-biere-biermischgetraenke-im-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/alkoholfreie-biere-biermischgetraenke-im-trend\/","title":{"rendered":"Alkoholfreie Biere und Biermischgetr\u00e4nke im Trend"},"content":{"rendered":"\n

Wachstum \u00fcbertrifft optimistische Prognosen<\/h2>\n\n\n\n

Steigendes Gesundheitsbewusstsein f\u00fchrt zu einem wachsenden Markt f\u00fcr alkoholfreie Getr\u00e4nke. Ein Trend, den auch die Braubranche zu sp\u00fcren bekommt. So prognostiziert das Marktforschungsinstitut IWSR f\u00fcr alkoholfreies Bier bis zum Jahr 2023 ein globales j\u00e4hrliches Absatzwachstum von 8,8 Prozent. Dies auch, weil alkoholfreie Biere und Biermischgetr\u00e4nke im Vergleich zu verschiedenen anderen alkoholfreien Getr\u00e4nken wie S\u00e4ften oder Limonaden weniger Kalorien aufweisen und mehr und mehr als ideale Durstl\u00f6scher gesehen werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Globaler Absatz \u00fcber 40 Millionen Hektoliter<\/h2>\n\n\n\n

Gem\u00e4\u00df Euromonitor International<\/a> betrug der weltweite Absatz von alkoholfreiem Bier und alkoholfreien Biermixgetr\u00e4nken im vergangenen Jahr 40,91 Millionen Hektoliter. 2015 waren es gerade einmal 33,56 Millionen Hektoliter, 2016 35,77 Millionen Hektoliter und 2017 37,66 Millionen Hektoliter. Das Marktforschungsunternehmen geht von einer weiteren Erfolgsgeschichte dieser Alkoholfreien aus und prognostiziert f\u00fcr 2019 Abs\u00e4tze von 43,53 Millionen Hektoliter, f\u00fcr 2020 von 46,50 Millionen Hektoliter. <\/p>\n\n\n\n

Deutschland hat bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetr\u00e4nken die Nase vorn<\/h2>\n\n\n\n

Innerhalb Europas hat Deutschland bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetr\u00e4nken die Nase vorn. Der Deutsche Brauer-Bund spricht f\u00fcr 2018 von einem Aussto\u00df von \u00fcber 6,04 Millionen Hektoliter. Pressesprecher Marc-Oliver Huhnholz: \u201eDie Nachfrage im vergangenen Jahr hat selbst unsere optimistischen Prognosen \u00fcbertroffen.\u201c So wuchs das Segment im Vergleich zum Vorjahr um fast 13 Prozent. Alkoholfreie Radler und weitere alkoholfreie Biermischgetr\u00e4nke<\/a> brachten es sogar auf ein Plus von gut 19 Prozent. <\/p>\n\n\n\n

Alkoholfreies Bier \u2013 vom Autofahrerbier zum gesunden Trendgetr\u00e4nk<\/h2>\n\n\n\n
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Betrachtet man die Historie wird deutlich, dass der \u201eRun\u201c auf die Alkoholfreien in Deutschland trotz vielfachen vorherigen Bem\u00fchungen erst im Jahr 2008 relativ gem\u00e4chlich startete. Bis dahin hatte sich ihr Absatz auf etwa 2,3 Millionen Hektoliter eingependelt. 2010 wurde die 3-Millionen-Hektoliter-Marke geknackt. 2012 lag der Aussto\u00df bei 4,14 Millionen Hektoliter. 2015 waren es 5,24 Millionen Hektoliter. Von 2017 auf 2018 dann der gro\u00dfe Sprung \u2013 von 5,49 Millionen Hektoliter auf genannte 6,04 Millionen Hektoliter.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nVor allem in Westeuropa, im\nMittleren Osten und Afrika sowie in Osteuropa war der Konsum von alkoholfreien\nBieren und Biermischgetr\u00e4nken besonders hoch. Dagegen fallen Asien Pazifik,\nLateinamerika, Nordamerika und Australasien deutlich ab \u2013 was wiederum jedoch\nnoch ordentliche Potenziale offenbart. \n\n\n\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Huhnholz: \u201eMittlerweile ist jeder 15. Liter Bier, der in Deutschland hergestellt wird, alkoholfrei. Damit sind Deutschlands Brauer weltweit f\u00fchrend bei der Herstellung alkoholfreier Biere. Wir rechnen damit, dass sich der Marktanteil alkoholfreier Biere binnen weniger Jahre von den mittlerweile etwa sieben Prozent, gemessen an einer Gesamtmarktgr\u00f6\u00dfe von 94 Millionen Hektoliter, auf k\u00fcnftig zehn Prozent entwickeln wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n

Dass Deutschland eine\nganz besondere Beziehung zum alkoholfreien Bier hat, belegt auch die Tatsache,\ndass das von Ulrich Wappler in der VEB Engelhardt-Brauerei in Berlin-Stralau entwickelte\nerste alkoholfreie Bier als \u201eAubi\u201c (Autofahrerbier) startete. 1972 wurde es auf\nder Leipziger Messe pr\u00e4sentiert. Alkoholfreies Bier trinken heute aber nicht\nnur Leute, die noch Auto fahren m\u00fcssen. Mit dem Konsum des Getr\u00e4nks gehen heute\neher Attribute wie Verantwortungsbewusstsein, Genuss, Gesundheit und\nSportlichkeit einher. <\/p>\n\n\n\n

Guter Geschmack ist zwingend, nicht jedoch der Alkoholgehalt<\/h2>\n\n\n\n

Im Rahmen einer\nEigenstudie zum Thema Biertrends aus Verbrauchersicht befragte K&A\nBrandResearch Verbraucher der Generationen X\/Y\/Z in Deutschland, was ihnen bei\nBier wichtig ist und welche Trends sie erwarten. Unter anderem wiesen die\nErgebnisse darauf hin, dass alkoholfreie, alkoholreduzierte und gemischte\nBierstile hohe Relevanz bei ca. 60 Prozent der Befragten haben. Und sie\nzeigten, dass Bier bei gutem Geschmack nicht zwingend alkoholisch sein muss.<\/p>\n\n\n\n

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\"Deutschland
\u00a9 R\u00fcgener Insel-Brauerei GmbH<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n
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Eine weitere Studie, die widerspiegelt, wie sehr sich die Meinung zum Thema alkoholfreies Bier ver\u00e4ndert hat, ist die von Webbosaurus. F\u00fcr sie wurden die zehn gr\u00f6\u00dften Brauereien Deutschlands, gemessen an ihrem Bier-Aussto\u00df, sowie 48 Craft Brauereien Online beobachtet. Die Frage lautete: Welches sind die beliebtesten Biermarken? Am besten schnitt hier Erdinger ab. Philipp Rodewald, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Webbosaurus, erkl\u00e4rt das folgenderma\u00dfen: \u201eBesonders das Alkoholfreie sorgt daf\u00fcr, dass Erdinger so gut im Social Web wahrgenommen wird.Durch Marketing- und Sponsoring-Aktivit\u00e4ten im Sportbereich positioniert sich die Marke als gesunde Bieralternative, insbesondere f\u00fcr L\u00e4ufer\u201c. <\/p>\n\n\n\n

Was den Aspekt Gesundheit angeht, k\u00f6nnten ihn neue Forschungsergebnisse weiter untermauern. So fanden Forscher um Prof. Dr. Claus Hellerbrand, Institut f\u00fcr Biochemie der FAU, gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ina Bergheim, Universit\u00e4t Wien, k\u00fcrzlich heraus, dass die im Bier enthaltenen Stoffe Xanthohumol und Iso-Alphas\u00e4uren biologische Prozesse vor allem in der Kombination g\u00fcnstig beeinflussen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Bereits sehr niedrige Konzentrationen bremsen beispielsweise deutlich die Produktion von Entz\u00fcndungsfaktoren in Leber- und Blutzellen. Die derzeit einzige Art, wie Xanthohumol und Iso-Alphas\u00e4uren vom Menschen aufgenommen werden, ist angeblich \u00fcber den Genuss von Bier. Den genannten positiven Aspekten steht hier der Alkoholgehalt entgegen. Es ist jedoch denkbar, so die Wissenschaftler, dass durch den Konsum von alkoholfreiem Bier eine positive Wirkung zu erzielen ist. \u201eGerade zur Behandlung oder Pr\u00e4vention von Lebersch\u00e4digung durch Fettleibigkeit scheinen Xanthohumol und Iso-Alphas\u00e4uren sehr vielversprechend\u201c, so Hellerbrand. <\/p>\n\n\n\n

Es darf quergedacht werden<\/h2>\n\n\n\n

Auch neue Ideen f\u00fcr\nalkoholfreie Biermischgetr\u00e4nke laufen auf das Thema Gesundheit hinaus. Aromen\nvon Kr\u00e4utern, Bl\u00fcten, Gem\u00fcse oder Gew\u00fcrzen stehen hier beispielsweise im Fokus.\nMit ihrer Experimentierfreude sind es vor allem j\u00fcngere Verbraucher, die den\nTrend hin zu neuartigen Geschmacksrichtungen bei Biermischgetr\u00e4nken f\u00f6rdern.\nDaten von Mintel zeigen, dass etwa ein Drittel der europ\u00e4ischen Biertrinker\nLust auf Varianten hat, die mit Gew\u00fcrzen oder Kr\u00e4utern aromatisiert sind. Die\nGruppe der 18- bis 34-j\u00e4hrigen ist besonders an derartigen Innovationen\ninteressiert.<\/p>\n\n\n\n

Auch was die\nklassischen alkoholfreien Biere betrifft, ist Experimentierfreude gefragt.\nUnter anderem \u00fcberzeugen hier mehr alkoholfreie Varianten sogenannter Craft\nBiere wie Alkoholfreie India Pale Ales. In diesem Zusammenhang interessant ist\nbeispielsweise der Vorsto\u00df der R\u00fcgener Insel-Brauerei, die k\u00fcrzlich gleich mit\nvier innovativen Sorten in das Segment der alkoholfreien Biere eingestiegen\nist. Skipper\u2019s Special Bitter, Snorkeler\u2019s Sea Salt IPA, Surfer\u2019s Summer Ale\nund Swimmer\u2019s Saison nennen sich die Neuen. Hergestellt sind sie nach einer\nBraumethode, die auf der Verwendung von Naturdoldenhopfen, einer neuartigen\nFrische-Destillation, sorteneigener, unfiltrierter G\u00e4rungskohlens\u00e4ure und\nFlaschenreifung beruht. Im Regal fallen die Produkte auch deshalb auf, weil sie\nallesamt mit \u201enassfestem Naturpapier\u201c umwickelt sind. <\/p>\n\n\n\n

Engagement lohnt sich<\/h2>\n\n\n\n

Die globale Braubranche\ntut gut daran, alkoholfreie Biere und Biermischgetr\u00e4nke innerhalb ihres\nSortiments nicht nur \u201emitlaufen\u201c zu lassen, sondern sich gerade hier besonders\nstark zu engagieren, denn im alkoholfreien Biersortiment d\u00fcrfte auch k\u00fcnftig\nnoch ordentlich Potenzial stecken. Und vielleicht werden optimistische\nZukunftsprognosen sogar weiterhin getoppt.<\/p>\n