{"id":6056,"date":"2019-09-03T17:50:03","date_gmt":"2019-09-03T15:50:03","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=6056"},"modified":"2019-09-03T17:50:04","modified_gmt":"2019-09-03T15:50:04","slug":"gin-der-boom-nimmt-kein-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/gin-der-boom-nimmt-kein-ende\/","title":{"rendered":"Gin: Der Boom nimmt kein Ende"},"content":{"rendered":"\n

Gin\ngeh\u00f6rt zu den absoluten Boom-Segmenten unter den Spirituosen. Die Kategorie\nw\u00e4chst in praktisch allen bedeutenden M\u00e4rkten weltweit und schreibt auch\nhierzulande seine Erfolgsgeschichte fort.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Gin\nist ein Ph\u00e4nomen: W\u00e4hrend der deutsche Spirituosenmarkt insgesamt stagniert,\nlegt die Wacholderspirituose seit Jahren gewaltig zu. Laut dem international\naufgestellten Marktforschungsinstitut IWSR hat sich die Kategorie von 2012 bis\n2017 nahezu verdoppelt, und auch die Absatzkurve von Information Resources\n(IRI) weist steil nach oben: Im Lebensmittelhandel wurden im letzten Jahr 17,73\nMillionen Flaschen Gin (inkl. Genever) verkauft. Gegen\u00fcber 2017 entspricht das\neinem Plus von gut 48 Prozent.<\/p>\n\n\n\n

\u201eWachstum und kein Ende\u201c, k\u00f6nnte man meinen \u2013 und in der Tat sprechen auch aktuelle Prognosen daf\u00fcr, dass sich der Aufw\u00e4rtstrend weiter fortsetzt. Das gilt nicht nur f\u00fcr den hiesigen Markt, sondern f\u00fcr fast alle L\u00e4nder der Welt, wo in nennenswertem Umfang Gin konsumiert wird. So rechnet das IWSR<\/a> f\u00fcr den mit 64,7 Millionen Litern absatzm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Gin-Markt USA bis 2023 mit einem weiteren Plus von 22 Prozent. Besonders starke Steigerungsraten verzeichnet indessen der britische Markt, der nach Einsch\u00e4tzung der Experten im selben Zeitraum sogar um 80 Prozent zulegen k\u00f6nnte. Mit 50,4 Millionen Litern liegt er aktuell international auf Platz zwei. F\u00fcr Deutschland weist das IWSR ein Volumen von 8,3 Millionen Litern aus \u2013 geht aber auch hier von einem enormen Potenzial von plus 88 Prozent in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren aus.<\/p>\n\n\n\n

Gin: \u201eErfolgsgeschichte der Branche\u201c<\/h2>\n\n\n\n
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Kein Wunder, dass die Hersteller und Distributoren mehr als optimistisch in die Zukunft blicken. Gin sei in den letzten zehn Jahren zur \u201eErfolgsgeschichte der Branche\u201c geworden, freut sich etwa Tanya Clarke, General Manager von Diageo Reserve Europe, die \u00fcberzeugt ist, dass der Trend weiter anh\u00e4lt. Von dem guten Lauf sah man sich bei Diageo ermutigt, den gro\u00dfen und weiterhin erfolgreichen Klassikern Gordon\u2019s und Tanqueray eine Spezialit\u00e4t aus Italien zur Seite zu stellen und pr\u00e4sentierte im Mai die Super-Premium-Marke \u201eVilla Ascenti\u201c. <\/p>\n\n\n\n

Bedarf f\u00fcr solche High-End-Produkte ist offenbar vorhanden: Laut Marktforschung legen die Kategorien Super- und Ultra-Premium in Europa am schnellsten zu. Villa Ascenti ist zun\u00e4chst in 14 europ\u00e4ischen L\u00e4nder verf\u00fcgbar, darunter Deutschland.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\u00a9 Adobe Stock \/ Igor Normann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Ebenfalls\nauf italienische Herkunft setzt Wettbewerber Pernod Ricard \u2013 und f\u00fchrt ab\nSeptember den hochwertigen \u201eMalfy\u201c-Gin in den deutschen Markt ein. Weltweit\nsoll die vier Sorten umfassende Range bald in 30 L\u00e4ndern erh\u00e4ltlich sein. Die\nLust auf Gin sei \u201eungebrochen\u201c, unterstreicht Thomas Dross\u00e9,\nVertriebsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Pernod Ricard Deutschland, im Zusammenhang mit dem\nLaunch.<\/p>\n\n\n\n

Doch\nwie kommt es, dass deutsche Konsumenten heute sch\u00e4tzen, was noch Anfang des\nJahrtausends praktisch keinerlei Bedeutung am hiesigen Markt hatte? Als einen\nTreiber sieht Philipp Sorbi, Senior Brand Manager Lifestyle Brands bei Beam\nSuntory, die Craft-Bewegung und die damit einhergehenden kreativen\nM\u00f6glichkeiten des Handwerks an. Auf den per se heute so beliebten\nRetro-Charakter tippt hingegen Tjalling Simoons, Marketing Director Germany\n& Alps bei Bacardi. Er h\u00e4lt zudem die lange Historie und den Reichtum an\nverschiedenen Varianten f\u00fcr attraktiv. <\/p>\n\n\n\n

Zahllose Gin Marken dr\u00e4ngen auf den Markt<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich\nsind in den letzten Jahren derartig viele neue Marken und Varianten auf den\nMarkt gekommen, dass selbst Fachleute zuweilen den \u00dcberblick verlieren. So\nbietet beispielsweise der gro\u00dfe Hamburger Spirituosenh\u00e4ndler Weinquelle L\u00fchmann\nnicht weniger als 423 verschiedene Gins aus 27 L\u00e4ndern von Argentinien bis\nWales in seinem Online-Shop an. Interessanterweise stammen davon stattliche 107\naus Deutschland, das hier nach England (108 Produkte) auf Platz zwei liegt. <\/p>\n\n\n\n

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Auch in der hohen Anzahl an Innovationen aus heimischen Landen sehen Branchenkenner einen Grund f\u00fcr die hohe Nachfrage. Daf\u00fcr spricht sicherlich der Erfolg der Schwarzwald-Marke Monkey 47 oder etwa von Ferdinand\u2019s Saar Dry Gin, des Wacholders aus dem Saarland, dessen Vertrieb seit Juli der Hamburger Distributor Borco-Marken-Import verantwortet. Er \u00fcberzeuge in Zeiten, \u201ein denen Authentizit\u00e4t und Regionalit\u00e4t von Konsumenten zunehmend gesch\u00e4tzt und gefordert werden\u201c, glaubt Borco-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Der Gin-Markt\nerlebt weltweit einen Aufschwung. Bis 2023 wird vor allem ein starkes Wachstum\nin folgenden Schl\u00fcsselm\u00e4rkten erwartet: Gro\u00dfbritannien, den Philippinen,\nS\u00fcdafrika, Brasilien, Uganda, Deutschland, Australien, Italien, Kanada und\nFrankreich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Auch\ndas weitere Engagement in Sachen Gin zeigt, welches Potenzial Unternehmen nach\nwie vor in dem variantenreichen Klassiker sehen. So ging J\u00e4germeister vor einem\nJahr erstmals eine strategische Partnerschaft ein, um am Erfolg von Gin Sul\nteilhaben zu k\u00f6nnen \u2013 und Bacardi investiert immer wieder in Line Extensions\nf\u00fcr Bombay Sapphire, zuletzt in die Limited Edition \u201eEnglish Estate\u201c, die mit\ndrei neuen Botanicals veredelt wurde.<\/p>\n\n\n\n

Immer neue Geschmackserlebnisse<\/h2>\n\n\n\n
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Von dem streng-klassischen Wacholder-Charakter weichen dabei immer mehr Marken gerne einmal ab. So charakterisieren etwa den Gin \u201ePuerto de Indias\u201c, den MBG im Fr\u00fchjahr in sein Vertriebsportfolio aufgenommen hat, neben der Wacholdernote auch Aromen von Orangenbl\u00fcte, Vanille und Jasmin. Im \u201eStrawberry Gin\u201c der spanischen Marke tritt \u2013 wie bei anderen Pink Gins auch \u2013 der Geschmack s\u00fc\u00dfer Erdbeeren hinzu.<\/p>\n\n\n\n

Auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen<\/a> werden Genie\u00dfer jedenfalls immer wieder f\u00fcndig, wie Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen wei\u00df: Die Beliebtheit von Gin beruhe eben auch auf \u201eden verschiedenen Geschm\u00e4ckern, die mit Botanicals erzielt werden k\u00f6nnen\u201c, so die Borco-Chefin, die dar\u00fcber hinaus die Eignung von Gin als Zutat in vielf\u00e4ltigen Drink-Kreationen hervorhebt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\u00a9 Pexels.com \/ User: Picjumbo.com<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Hier punktet der aromatische Klare inzwischen sogar als alkoholfreie Variante, die immer \u00f6fter einen Platz im Regal des Handels oder an der Bar erobert \u2013 wie in j\u00fcngster Zeit Siegfried Wonderleaf von den Rheinland Distillers oder Flu\u00e8re aus dem Hause Dutch Voc Spirits.<\/p>\n\n\n\n

Ob\nnun aber alkoholisch oder \u201eohne Umdrehungen\u201c: Wer<\/em> im Einzelnen\nlangfristig am Gin-Trend teilhaben kann, wird sich erst noch zeigen m\u00fcssen. Am\nEnde sind es vielleicht doch nur einige wenige Marken, die sich angesichts\neiner kaum \u00fcberschaubaren Zahl von Spezialit\u00e4ten durchsetzen k\u00f6nnen. \u00dcber eines\nist man sich in der Branche jedoch weitgehend einig: Insgesamt ist das\nPotenzial der Gattung noch lange nicht ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n

Wer sich f\u00fcr die technischen Hintergr\u00fcnde der Spirituosenherstellung interessiert, findet auf der Weltleitmesse drinktec in M\u00fcnchen das richtige Forum. Dort pr\u00e4sentieren Aussteller aus aller Welt ihre L\u00f6sungen \u2013 von der Brennblase bis zur Abf\u00fcllanlage. Die n\u00e4chste drinktec findet vom 13. bis 17. September 2021 statt.<\/em><\/p>\n