{"id":5946,"date":"2019-08-30T14:55:43","date_gmt":"2019-08-30T12:55:43","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=5946"},"modified":"2020-03-09T09:40:39","modified_gmt":"2020-03-09T08:40:39","slug":"50-jahre-perlenflasche-comeback-mehrweg-glasflasche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/50-jahre-perlenflasche-comeback-mehrweg-glasflasche\/","title":{"rendered":"50 Jahre Perlenflasche: das Comeback der Mehrweg-Glasflasche"},"content":{"rendered":"\n

Mit der Perlenflasche steht die deutsche Mineralbrunnenbranche als Beispiel f\u00fcr gelebte Nachhaltigkeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Es gen\u00fcgt als Ausl\u00f6ser f\u00fcr abendf\u00fcllende Gespr\u00e4che und ist zwischenzeitlich in allen Medien geradezu unaufh\u00f6rlich pr\u00e4sent \u2013 das kleine W\u00f6rtchen \u201ePlastikm\u00fcll\u201c, das Gem\u00fcter bewegt, Menschen weltweit zusammenf\u00fchrt und bei unterschiedlichen Anschauungen doch wieder voneinander trennt. Das kleine W\u00f6rtchen, das Emotion pur in sich tr\u00e4gt und zumeist eher problembelastet als l\u00f6sungsorientiert auftritt. Doch es gibt L\u00f6sungsans\u00e4tze, zahlreiche auch im Bereich der Getr\u00e4nkebranche. Und zum Teil sind sie \u2013 wie beispielhaft in diesem Blog beschrieben \u2013 bereits etabliert und m\u00f6chten nur neu gew\u00fcrdigt und vom Konsumenten f\u00fcr gut befunden werden, wie zum Beispiel die Mehrweg-Glasflasche, darunter auch die Perlenflasche. <\/strong><\/p>\n\n\n\n

Plastikm\u00fcll, das Schreckgespenst<\/h2>\n\n\n\n
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Gerade weil Zahlen eine so deutliche Sprache sprechen, werden Verbraucher mehr und mehr f\u00fcr das Thema Plastik sensibilisiert<\/a>. Geradezu drastisch sind beispielsweise die k\u00fcrzlich im sogenannten Plastikatlas der Umweltorganisation BUND ver\u00f6ffentlichten Fakten. Hier hei\u00dft es, dass weltweit pro Jahr \u00fcber 400 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt werden. Zwischen 1950 und 2015 waren es insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen. Nicht einmal ein Zehntel davon wurde recycelt. <\/p>\n\n\n\n

Allein jeder Deutsche verursachte 2016 den Angaben im Plastikatlas zufolge durchschnittlich 38 Kilogramm Plastikm\u00fcll. Nicht weniger bedenklich die folgende Aussage der Deutschen Umwelthilfe: \u201eJ\u00e4hrlich \u00fcberfluten rund zehn Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll die Weltmeere. Tun wir nichts dagegen, wird 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische.\u201c <\/p>\n\n\n\n

Vor diesem Hintergrund scheint die Gebindepolitik der deutschen Mineralbrunnen und deren wieder deutlichere Hinwendung zu Glasflaschen wie ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein. Doch ist es andererseits nicht so, dass man mit jedem auch noch so kleinem Schritt einer gro\u00dfen L\u00f6sung ein wenig n\u00e4herkommt?<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\"Wasser
\u00a9 Pixabay.com \/ User: Rawpixel <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

50-j\u00e4hrige Perlenflasche erh\u00e4lt \u201eGerman Design Award Gold 2019\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Tatsache ist: Die sogenannte Perlenflasche der GDB (Genossenschaft Deutscher Brunnen) wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und ist laut GDB in Deutschland immer noch so bekannt wie die Bundeskanzlerin. 97 Prozent der Deutschen wissen um die Glasflasche mit den insgesamt 230 Perlen, die die Frische von Mineralwasser und das Prickeln der Kohlens\u00e4ure demonstrieren sollen. Das Perlenflaschen-Design entwickelte einst Industriedesigner G\u00fcnter Kupetz, der meinte: \u201eIch halte den Entwurf der Flasche f\u00fcr zeitlos und w\u00fcrde sagen, verbessern kann man ihn eigentlich nicht.\u201c In seiner unbescheidenen Art hat er insofern Recht behalten, als die Perlenflasche zum Designklassiker geworden ist. Neben zahlreichen fr\u00fcheren Auszeichnungen erhielt sie in diesem Jahr den \u201eGerman Design Award Gold 2019\u201c<\/a> in der Kategorie \u201eDesign Classics\u201c. <\/p>\n\n\n\n

GDB-Glas-Mehrweg-Pools legen um 4,2 Prozent zu<\/h2>\n\n\n\n

Heute f\u00fchrt die GDB ein breites Sortiment an Glas- und PET-Mehrwegflaschen, das seine j\u00fcngste Erg\u00e4nzung 2017 durch die 0,5 l Glas-Mehrwegflasche (N1), 0,75 l Glas-Mehrwegflasche (N2) und 1,0 l Glas-Mehrwegflasche (N3) erfuhr. Allein 2018 f\u00fcllten die deutschen Mineralbrunnen rund sechs Milliarden GDB-Mehrwegflaschen mit Mineralwasser und Mineralwasser-Erfrischungsgetr\u00e4nken ab. Laut Markus Wolff, Vorstandsvorsitzender der GDB, haben die von der Genossenschaft gef\u00fchrten Glas-Mehrweg-Pools im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf rund 3,7 Milliarden F\u00fcllungen zugelegt. Im PET-Mehrweg-Bereich wurde 2018 ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichnet. <\/p>\n\n\n\n

Mehrweg-Glas-Anteil bei etwa 25 Prozent des deutschen Wassermarktes<\/h2>\n\n\n\n
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Die Perlenflasche ist als Pool-Mehrweggebinde\neine nachhaltige Getr\u00e4nkeverpackung. Durchschnittlich kann sie rund 50 Mal\nwieder bef\u00fcllt werden. Allein die urspr\u00fcngliche Form der Flasche, also die\nGlasversion mit einem Volumen von 0,7 Litern, wurde 2018 rund 2,5 Milliarden\nMal bef\u00fcllt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Was auch zeigt, dass der Konsum von Mineralw\u00e4ssern und Mineralwasser-Erfrischungsgetr\u00e4nken aus der Glasflasche beim deutschen Verbraucher wieder an Bedeutung gewinnt. Das best\u00e4tigt Petra Ossendorf, AFG-Expertin bei Nielsen. Ihren Angaben zufolge lag der Mehrweg-Glas-Anteil 2018 bei knapp einem Viertel des deutschen Wassermarktes mit einem Umsatzwachstum von \u00fcber zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einem Absatzwachstum von plus 6,6 Prozent. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Die anderen Gebindearten wie Einweg-PET (+ 3,9 Prozent), Mehrweg-PET (+ 1,9 Prozent) sowie Einweg-Kastenware (+ 1,1 Prozent) wuchsen vergleichsweise deutlich geringer. <\/p>\n\n\n\n

\n\nWolff bringt das sich wandelnde Verbraucherverhalten folgenderma\u00dfen auf den Punkt: \u201eDas gesteigerte Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit bei Verbrauchern<\/a>, aber auch im Handel oder in der Politik, ist eine Chance f\u00fcr die Poolsysteme der deutschen Mineralbrunnen.\u201c \n\n<\/p>\n\n\n\n

Neue Popularit\u00e4t auch f\u00fcr Mehrweg-Individual-Glasflaschen<\/h2>\n\n\n\n

Als eine Chance sehen viele Mineralbrunnen generell die neue Popularit\u00e4t von Mineralwasser aus Mehrweg-Glasflaschen. Fr\u00fchzeitig hat beispielsweise Gerolsteiner einen in diese Richtung entstehenden Trend vorbereitet. Bereits 2010 f\u00fchrte der Mineralbrunnen eine individuelle 1,0 l Glas-Mehrwegflasche im 6er-Kasten ein, die sich seither als Wachstumstreiber erweist. Ab Oktober 2019 bringt der Brunnen ein neues 0,75 l Glas-Mehrweggebinde im 12er-Individualkasten. Die Einf\u00fchrung geschieht sortenweise und wird voraussichtlich im Sommer 2020 abgeschlossen sein. \u201eIn der Gerolsteiner-Kernzielgruppe gibt es einen hohen Prozentsatz an Konsumenten, die Mineralwasser bevorzugt aus Glasflaschen trinken\u201c, wei\u00df Joachim Schwarz, kaufm\u00e4nnischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gerolsteiner.<\/p>\n\n\n\n

David Schilling, Vertriebsleiter und Mitglied der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bei Brohler, sieht die Entwicklung von Glasflaschen \u00e4hnlich: \u201eWir glauben an das Gebinde Glas und sch\u00e4tzen, dass sich der Trend zur\u00fcck zu Glas auch weiterhin fortsetzen wird.\u201c Heidrun H\u00f6velmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Getr\u00e4nkegruppe H\u00f6velmann, sagt: \u201eWir beobachten die positive Entwicklung der Individual-Glasgebinde, die wir f\u00fcr unsere Marken Staatl. Fachingen und Rheinfels Quelle verwenden.\u201c Euphorisch ist man dem Glasgebinde gegen\u00fcber auch bei Rh\u00f6nsprudel. Der Brunnen erzielte mit seinen GDB-Glas- und Individualglas-Gebinden 2018 erneut ein \u00fcberproportional starkes Wachstum im zweistelligen Bereich und punktet vor allem bei seinem 6 x 1 l Individualgebinde im Segment der h\u00f6herpreisigen Mineralw\u00e4sser mit einem Plus von \u00fcber 35 Prozent. \u201eWir glauben an den besonderen Genuss von Mineralwasser aus der Glasflasche\u201c, meint dazu der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafter Christian Schindel und erweitert das Glassortiment des Brunnens prompt um eine neue 0,75 l Glasflasche im 12er Kasten.<\/p>\n\n\n\n

Deutschland, ein Vorbild f\u00fcr R\u00fcckf\u00fchrung und Verwertung von Getr\u00e4nkeflaschen?<\/h2>\n\n\n\n
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Udo Kremer bringt den in der Mineralbrunnenbranche gelebten Nachhaltigkeitsgedanken ein wenig anders auf den Punkt: \u201eIn Deutschland verf\u00fcgen wir sowohl im Mehrweg- als auch im Einwegbereich \u00fcber ein hervorragend funktionierendes Pfandsystem, das ein weltweites Vorbild f\u00fcr die R\u00fcckf\u00fchrung und Verwertung von Getr\u00e4nkeflaschen ist\u201c, so der VDM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer (Verband Deutscher Mineralbrunnen). <\/p>\n\n\n\n

Genau das wird es schlie\u00dflich sein, was z\u00e4hlt. So interessant es auch ist, dass die als nachhaltige L\u00f6sung propagierte Mehrweg-Glasflasche im Mineralbrunnenbereich \u2013 sicher auch aufgrund des derzeitigen schlechten Leumunds von Kunststoff \u2013 eine Renaissance erf\u00e4hrt, letztlich kommt es auf geregelte Stoffstr\u00f6me an, also auf R\u00fccknahme- und Verwertungssysteme, die funktionieren. Und warum hier nicht auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend immer mehr hinterfragen und voneinander lernen? <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\"Die
\u00a9 Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Jeder ist seiner Nachhaltigkeit Schmied<\/h2>\n\n\n\n

Das Thema Glas- contra PET-Flasche relativiert auch Michael Neuenhagen: \u201eWir sind \u00fcberzeugt davon, dass Mehrweg-Glas sich weiterhin positiv entwickeln wird\u201c, meint der Marketingleiter des Bad D\u00fcrrheimer Mineralbrunnens und erg\u00e4nzt: \u201eDie Medien und teilweise auch die Politik machen PET dennoch teilweise zu Unrecht zum generellen und globalen Bauernopfer. Gerade in Deutschland ist die R\u00fcckgabequote sehr hoch.\u201c Dass jeder Marktteilnehmer letztlich auch selber gefordert ist, m\u00f6gliche nachhaltige Schritte umzusetzen, demonstrierte der Brunnen beispielsweise erst k\u00fcrzlich damit, dass er sein gesamtes PET-Flaschensortiment durch L\u00f6sungen aus 100 Prozent Rezyklat ersetzte. <\/p>\n\n\n\n

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