{"id":5537,"date":"2019-08-02T15:38:39","date_gmt":"2019-08-02T13:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=5537"},"modified":"2019-08-02T15:38:39","modified_gmt":"2019-08-02T13:38:39","slug":"bottling-on-demand-personalisierte-getraenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/marketing\/bottling-on-demand-personalisierte-getraenke\/","title":{"rendered":"Bottling on Demand: Personalisierte Getr\u00e4nke als Erfolgsgarant?"},"content":{"rendered":"\n

Im Grunde genommen l\u00e4sst sich heute alles, was man zum Leben ben\u00f6tigt, bequem von zuhause oder auch von unterwegs aus ordern \u2013 Online-Marktpl\u00e4tze, wohin das Auge reicht. Einfacher geht Versorgung kaum. Und dennoch gen\u00fcgt Konsumenten dieses umfassende Angebot h\u00e4ufig nicht mehr, denn was sie suchen, das sind direkt auf ihre Bed\u00fcrfnisse zugeschnittene Produkte. F\u00fcr die alkoholfreie Getr\u00e4nkebranche bedeutet das: hochgradig personalisierte Getr\u00e4nke stehen zuk\u00fcnftig st\u00e4rker im Fokus. Daf\u00fcr sind viele der Verbraucher auch bereit, mehr Geld auszugeben. \u201eBottling on Demand\u201c lautet hierzu das Stichwort in der Branche, zu dem das Projekt RoboFill 4.0 neue Zeichen gesetzt hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Bottling on Demand \u2013 entscheidender Schritt mit RoboFill 4.0 <\/h2>\n\n\n\n
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Bei RoboFill 4.0<\/a> handelt es sich um ein robotergest\u00fctztes Abf\u00fcllkonzept f\u00fcr die Bereitstellung von personalisierten Getr\u00e4nken<\/strong>. Es wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt, das zun\u00e4chst nur f\u00fcr den Zeitraum von 2015 bis 2018 angedacht war, nun jedoch verl\u00e4ngert wurde. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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\u201eEs ging darum, ein v\u00f6llig neuartiges, flexibles und modular erweiterbares Konzept zur industriellen Bereitstellung von personalisierten und kundenindividuellen Getr\u00e4nken in kleinster Auflage zu entwickeln.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Neben den Lehrst\u00fchlen f\u00fcr Brau- und Getr\u00e4nketechnologie sowie Lebensmittelverpackungstechnik der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) und der Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Gie\u00dferei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV des Fraunhofer Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, waren bislang Zulieferunternehmen der Getr\u00e4nkebranche mit daran beteiligt. <\/p>\n\n\n\n

Christoph Neugrodda, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TUM am Lehrstuhl f\u00fcr Brau- und Getr\u00e4nketechnologie, zur Aufgabenstellung des Projekts: \u201eEs ging darum, ein v\u00f6llig neuartiges, flexibles und modular erweiterbares Konzept zur industriellen Bereitstellung von personalisierten und kundenindividuellen Getr\u00e4nken in kleinster Auflage zu entwickeln.\u201c <\/p>\n\n\n\n

Der Projektfortschritt<\/a> war bereits auf der drinktec 2017<\/a> vorgestellt worden. Ende 2018 wurde die Demonstrationsanlage RoboFill 4.0 am Lehrstuhl f\u00fcr Brau- und Getr\u00e4nketechnologie der TUM in Betrieb genommen. Hier sind laut Neugrodda alle autonomen Anlagenkomponenten als cyberphysische Systemkomponenten intelligent miteinander vernetzt. Das bedeutet, dass es neben der physisch vorhandenen Abf\u00fcllanlage einen digitalen Zwilling gibt, \u00fcber den s\u00e4mtliche Komponenten in der Lage sind, miteinander oder auch mit dem Kunden bzw. dem Betreiber der Anlage zu kommunizieren. <\/p>\n\n\n\n

Im Bereich der Abf\u00fclltechnologie beteiligte sich Krones<\/a> mit den n\u00f6tigen Behandlungsmodulen und stattete die F\u00fcllstellen mit einer neuen Technologie aus, die ein Grundgetr\u00e4nk mit bis zu drei zus\u00e4tzlichen Getr\u00e4nken direkt bei der Abf\u00fcllung vermischen kann. Die Zusatzgetr\u00e4nke d\u00fcrfen dabei maximal 50 Prozent des Flaschenvolumens ausmachen.<\/strong> Die Technologie ist Unternehmensangaben zufolge neben der flexiblen Abf\u00fcllung von Biermischgetr\u00e4nken, die bei diesem Projekt im Vordergrund stand, f\u00fcr die flexible Abf\u00fcllung von s\u00e4mtlichen Getr\u00e4nken geeignet, die einen gemeinsamen Hauptbestandteil haben. Bottling on Demand erm\u00f6glicht so individuell zusammengestellte Paletten aus ausgew\u00e4hlten bef\u00fcllten Flaschen mit personalisiertem Design und einer Produktverfolgung. Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich die Produktion v\u00f6llig autonom steuern. <\/p>\n\n\n\n

Personalisierte Getr\u00e4nke \u2013 passend zum genetischen Profil?<\/h2>\n\n\n\n
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Bottling on Demand klingt im Vergleich zum bisher Bekannten nach jeder Menge mehr Flexibilit\u00e4t. Doch trotz aller Euphorie in Hinblick auf diesen \u201ewissenschaftlichen Meilenstein der Abf\u00fcllung\u201c \u2013 so zumindest das Fachmagazin Brauwelt \u2013 stellt sich die Frage: Wird diese Flexibilit\u00e4t dem Konsumenten in Zukunft gen\u00fcgen?<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Unternehmen k\u00f6nnten in Zukunft auf Basis der DNA personalisierte Getr\u00e4nke-Rezepturen<\/strong> abf\u00fcllen, die den gesunden Ern\u00e4hrungsstil des jeweiligen Konsumenten unterst\u00fctzen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Zwar kann er sich nun sein personalisiertes Getr\u00e4nk aus mehreren Produkten zusammenstellen, doch bringt diese Option heute schon den Zusatznutzen mit sich, den er sich wirklich w\u00fcnscht?<\/p>\n\n\n\n

Wie bereits im Blog \u201eWas erwartet uns im Jahr 2038<\/a>\u201c beschrieben, tat das digitale Handelsunternehmen QVC in seiner Studie \u201eLiving 2038\u201c kund, dass die Mehrheit der Befragten der Meinung sei, Ern\u00e4hrung werde k\u00fcnftig automatisch auf die jeweiligen Bed\u00fcrfnisse hin zugeschnitten. Wobei hier das Wort \u201eautomatisch\u201c sicher eine entscheidende Rolle spielt. In diesem Zusammenhang nimmt laut Studienleiter Professor Wippermann die Idee, dass der Schl\u00fcssel dazu unsere DNA und die zum genetischen Profil passenden Nahrungsmittel und Getr\u00e4nke sein k\u00f6nnten, an Fahrt auf.<\/p>\n\n\n\n

M\u00fcnzt\nman dies auf alkoholfreie Getr\u00e4nke um, w\u00fcrde es bedeuten, dass Unternehmen in\nZukunft auf Basis der DNA oder m\u00f6glicherweise auch auf Basis weiterer\nindividueller Analysen wie der des Darmmikrobioms personalisierte Getr\u00e4nke\nRezepturen abf\u00fcllen, die den gesunden Ern\u00e4hrungsstil des jeweiligen Konsumenten\nunterst\u00fctzen. An dieser Stelle kommen Biotechnologie-Unternehmen wie 23andMe\nmit ins Spiel, bei denen man schon heute Gentests in Auftrag geben kann, auf\nderen Basis sich Ern\u00e4hrungspl\u00e4ne erstellen lassen.<\/p>\n\n\n\n

Die Kosmetikindustrie macht es vor<\/h2>\n\n\n\n

Zwar\nwirkt das Szenario aus heutiger Sicht zeitlich weit entfernt, doch das mag auch\neine T\u00e4uschung sein. Ein Blick in Richtung Kosmetikbranche zeigt beispielsweise,\ndass hier die personalisierte Hautcreme aus der \u201eBeauty-Minifabrik\u201c schon machbar\nist. Viktor Balzer, Wissenschaftler am Fraunhofer Institut f\u00fcr\nProduktionstechnik und Automatisierung IPA, und Dr. Lars R\u00fcther,\nMolekularbiologe bei Dermatest, haben mit dem Unternehmen Skinmade eine\nentsprechende Creme j\u00fcngst auf den Markt gebracht. In drei Douglas-Filialen in\nFrankfurt, Hamburg und Sindelfingen ist die Hautcreme bereits erh\u00e4ltlich. Bis\nEnde 2019 soll Skinmade Personal Skin Care in allen Gro\u00dfst\u00e4dten zu erwerben\nsein. <\/p>\n\n\n\n

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung k\u00f6nnte mancher Hersteller von alkoholfreien Getr\u00e4nken nun ins Gr\u00fcbeln kommen und sich die Frage stellen, ob es sich nicht lohnen w\u00fcrde, sich schon jetzt n\u00e4her mit personalisierten Getr\u00e4nken und dem entsprechenden Szenario vertraut zu machen \u2013 um so k\u00fcnftig M\u00f6glichkeiten f\u00fcr sein Unternehmen fr\u00fchzeitig auszuloten und in Hinblick auf personalisierte alkoholfreie Getr\u00e4nke in naher Zukunft vielleicht eine Vorreiterposition einzunehmen. Ein erster Ansatzpunkt mag da zun\u00e4chst einmal die detaillierte Auseinandersetzung mit RoboFill 4.0 und entsprechend mit Bottling on Demand sein. <\/p>\n