{"id":5225,"date":"2019-06-05T10:40:46","date_gmt":"2019-06-05T08:40:46","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=5225"},"modified":"2019-06-13T13:47:07","modified_gmt":"2019-06-13T11:47:07","slug":"vollmundiger-kaffeegenuss-reisen-durch-die-kaffeewelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/vollmundiger-kaffeegenuss-reisen-durch-die-kaffeewelt\/","title":{"rendered":"Vollmundiger Kaffeegenuss: Reisen durch die Kaffeewelt"},"content":{"rendered":"\n

Kaffeegenuss zum Wachwerden: Nach dem Aufwachen erst einmal eine Tasse des Hei\u00dfgetr\u00e4nks trinken \u2013 ein Morgenritual, das weltweit praktiziert wird. Auch zum Nachmittag gilt das schwarze Gold weitverbreitet als ein Muss. H\u00e4ufig wird es zudem als ultimativer Energiekick f\u00fcr Zwischendurch gesehen. Kaffee ist allerdings nicht gleich Kaffee: Zahlreiche innovative Ideen bahnen sich zurzeit ihren Weg und werden vor allem von der j\u00fcngeren Konsumentengeneration gerne und in immer st\u00e4rkerem Ausma\u00df angenommen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Kaffee eroberte im 17. Jahrhundert von Afrika und dem Orient aus Europa. Vor allem in Wien entwickelte sich eine regelrechte Kaffeehaus-Kultur. In Deutschland entstand um 1673 das Erste in Bremen und seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt der Koffeindrink hier als Volksgetr\u00e4nk. Laut Deutschem Kaffeeverband befinden wir uns derzeit in der \u201eThird Wave of Coffee\u201c, die durch ein neues Bewusstsein f\u00fcr Kaffeegenuss gepr\u00e4gt ist. Themenbereiche wie Anbau, Sorten, Bohnenqualit\u00e4t, R\u00f6stung, Verarbeitung, aber auch in immer st\u00e4rkerem Ma\u00dfe Nachhaltigkeit, Gesundheit und die Art der Zubereitung stehen dabei im Fokus.<\/p>\n\n\n\n

Europ\u00e4ische Union f\u00fchrt beim Konsum<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Gem\u00e4\u00df der ICO (International Coffee Organisation) hielt Brasilien 2017\/2018 mit 32,4 Prozent den gr\u00f6\u00dften prozentualen Anteil an der globalen Rohkaffeeproduktion. Gefolgt von Vietnam (17,9 Prozent), Kolumbien (8,8 Prozent), Indonesien (6,8 Prozent) und Honduras (5,3 Prozent). Die weltweite Produktion beziffert die ICO f\u00fcr 2018 mit ca. 168.000.000 Sechzig-Kilo-S\u00e4cken. Den gr\u00f6\u00dften Kaffeekonsum verzeichnen nach der europ\u00e4ischen Union zurzeit die USA, Brasilien und Japan. T\u00e4glich werden weltweit mehr als zwei Milliarden Tassen getrunken. Das entspricht einem Umsatz von rund 200 Milliarden Dollar pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n

Einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen zufolge gaben allein die Deutschen von Anfang Dezember 2017 bis Anfang Dezember 2018 fast vier Milliarden Euro, also etwa 50 Euro pro Kopf, f\u00fcr das beliebte Hei\u00dfgetr\u00e4nk aus. Der Tchibo-Kaffeereport spricht davon, dass der t\u00e4gliche Pro-Kopf-Konsum in Deutschland bei 3,4 Tassen liegt, wobei die 18- bis 39-J\u00e4hrigen nur 2,7 Tassen pro Tag konsumieren w\u00e4hrend 40- bis 75-J\u00e4hrige bei einem Verbrauch von 3,7 Tassen t\u00e4glich liegen.<\/p>\n\n\n\n

Kaffeegenuss f\u00fcr zwischendurch: RTD-Drinks immer beliebter<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Global gesehen sto\u00dfen vor allem bei einer j\u00fcngeren Zielgruppe Ready-to-drink-Kaffeegetr\u00e4nke (RTD) auf ein immer st\u00e4rkeres Interesse. Laut Mintel befindet sich auch kalter Kaffeegenuss immer deutlicher auf dem Vormarsch. So berichtet das Marktforschungsunternehmen davon, dass mittlerweile fast jedes f\u00fcnfte weltweit neu eingef\u00fchrte RTD-Kaffeegetr\u00e4nk ein Kaltgetr\u00e4nk ist. Vor allem in den USA boomen die Kaltgetr\u00e4nke. Jonny Forsyth, Global Food & Drink Analyst, Mintel: \u201eCold Brew verhilft dazu, diese Kategorie nicht nur zu st\u00e4rken, sondern auch weiter in Richtung Premium zu r\u00fccken.\u201c<\/p>\n\n\n\n

Unter Cold Brew versteht man, dass Geschmacks- und Aromastoffe nicht mit hei\u00dfem, sondern mit kaltem Wasser aus den gemahlenen dunklen Bohnen gel\u00f6st werden. Hierf\u00fcr wird das grob gemahlene Pulver in ein Gef\u00e4\u00df mit Wasser gegeben, gut durchger\u00fchrt und nach einer l\u00e4ngeren Ruhephase von bis zu 24 Stunden gefiltert. Das hat den Vorteil, dass im Vergleich zu dem klassischen Br\u00fchvorgang weniger unerw\u00fcnschte Bestandteile wie Bitterstoffe und S\u00e4uren aus dem Koffeingetr\u00e4nk gel\u00f6st werden. Versetzt man diesen mit kaltem Wasser gebrauten Kaffee mit Stickstoff, entsteht der sogenannte Nitro Coffee. <\/p>\n\n\n\n

Cold Brew \u2013 mehr als nur kalter Kaffee<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Dass Cold Brew auch in der Lage dazu ist, Grenzen zwischen Kaffeesegment und weiteren Getr\u00e4nkesegmenten \u2013 und das in unterschiedlichen Verpackungsvarianten \u2013 zu sprengen, beweist beispielsweise das Erfrischungsgetr\u00e4nk Caffezza, eine Cold Brew Coffee Lemonade in der Dose. Caffezza wurde vor kurzem als Gewinner des German Innovation Awards ausgezeichnet. Oder ffeel, das neue Cold Brew Produkt von Melitta, das als kohlens\u00e4urehaltiges Lifestylegetr\u00e4nk in den Varianten Calamansi Tangerine, Coconut Mango oder Grapefruit Yuzu in braunen, direkt bedruckten 330-ml-Glasflaschen zur Verf\u00fcgung steht. Und auch der \u00f6sterreichische Fruchtsaftproduzent Pfanner setzt mit seinen Produkten Coffee & Lemon und Coffee & Orange auf ein mit Fruchtsaft kombiniertes Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n

Grenzen des klassischen Kaffeegenusses sprengt au\u00dferdem ein weiterer Trend: Der zum sogenannten \u201eSuper Coffee\u201c. Darunter versteht man Kaffee, der mit Pflanzenextrakten und Pulvern angereichert wird. Beispielsweise mit dem Pulver aus den Wurzeln der Maca-Pflanze, welche eine hohe Menge an Kalzium, Vitamin C sowie zahlreiche weitere Vitamine enthalten. Ein besonders au\u00dfergew\u00f6hnlicher angeblich das Immunsystem st\u00e4rkender Trend ist der, das Koffeingetr\u00e4nk mit Pilzextrakten anzureichern. Pilze wie Reishi, Chaga oder Igel-Stachelbart, die mit Antioxidantien, Aminos\u00e4uren und entz\u00fcndungshemmenden Eigenschaften punkten, gelangen hier zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n

Pink is the new\nblack: Die pinke Kaffee-Alternative<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Sogar Pink darf das beliebte Getr\u00e4nk mittlerweile sein. Versehen mit Rote Beete Saft gilt es als Vitamin- und Mineralstofflieferant, soll die Verdauung ankurbeln und das Immunsystem st\u00e4rken. Und selbst Kokos\u00f6l und Butter werden immer h\u00e4ufiger mit Kaffeegenuss in Verbindung gebracht. Als Bulletproof Coffee versprechen die drei Komponenten Filterkaffee, Butter und Kokos\u00f6l laut ihrem Erfinder Dave Asprey angeblich bis zu sechs Stunden geballte Energie und sind auch dazu in der Lage, das komplette Fr\u00fchst\u00fcck zu ersetzen. Die ungew\u00f6hnliche Kombination entwickelte Asprey, nachdem er beim Bergsteigen in Tibet seine Kraft vor allem aus Tee mit Butter bezogen hatte. Die Idee der Kombination von Fett mit Hei\u00dfgetr\u00e4nk m\u00fcnzte er direkt auf den Kaffee um.<\/p>\n\n\n\n

Trotzdem geht es aus europ\u00e4ischer Sicht noch gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftiger \u2013 und zwar mit dem Egg Coffee. Dabei handelt es sich um ein Getr\u00e4nk, das in Vietnam zuhause ist. Die Spezialit\u00e4t ist schnell zubereitet. Einfach Espresso mit Eigelb und gezuckerter Kondensmilch verfeinern \u2013 fertig ist der Egg Coffee<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Kreative Brokkoli-Idee schafft Publicity<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Dass sich mit neuen Ideen nicht nur Trends setzen lassen, sondern gleichzeitig eine hohe Aufmerksamkeit generiert werden kann, verdeutlicht eine weitere Innovation: das Brokkoli-Kaffeegetr\u00e4nk. Das Szene-Caf\u00e9 Commonfolk Coffee in Melbourne setzte die innovativen Kaffeegetr\u00e4nke Brokkoli-Espresso, Brokkoli-Cappuccino und Brokkoli-Latte k\u00fcrzlich auf seine Karte. Das Rezept ist einfach: Gem\u00fcsepulver in den Kaffee mischen und gegebenenfalls oben auf den Schaum streuen. Laut Sam Keck, Besitzer des Coffeeshops, reagierten die Kunden darauf vollkommen unterschiedlich. Auf jeden Fall schaffte es der Coffeeshop mit seinen kreativen Brokkoli-Kreationen in die Schlagzeilen \u2013 und das weltweit.<\/p>\n\n\n\n

Doch auch traditioneller Kaffeegenuss aus den Tagen der ersten Welle zieht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n

Dennoch: Es m\u00fcssen nicht immer die au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Ideen sein, die Erfolg haben. Aktuell beweist das in Deutschland zum Beispiel Alexander Streck, Gr\u00fcnder des Startups MyCoffeebag. Er besann sich zur\u00fcck und lehnte seine Idee an die erste Welle des Kaffeegenusses an. Die fand in Deutschland in den 1950er-Jahren statt und dabei ging es um die Etablierung von Filterkaffee als Volksgetr\u00e4nk. Streck packte die Aspekte Nachhaltigkeit, Qualit\u00e4t und den Trend zum Ein-Tassen-Kaffee mit in seine Filterkaffee-Idee und agiert damit \u00e4u\u00dferst erfolgreich. MyCoffeebag ist aus einem aus Vlies und Papierhenkeln bestehender Filter, im Miniaturformat hergestellt und zu hundert Prozent kompostierbar. Den portionsweise abgepackten Kaffee liefert der Hersteller mit. Innerhalb von 20 Monaten konnte das Unternehmen, das ausschlie\u00dflich auf den Onlinevertrieb setzt, 40.000 Neukunden gewinnen und etwas mehr als 1,5 Millionen Tassen des Getr\u00e4nks verkaufen. Laut Produktentwicklerin Jennifer Shirley bedeutet dies umgerechnet auf Kaffeekapseln eine Einsparung von mehr als 25 Tonnen Kohlendioxid, die zur Herstellung der Kaffeekapseln notwendig w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n

Nachhaltigkeit und fairer Handel als weitere wesentliche Bausteine zum Erfolg<\/strong> <\/h2>\n\n\n\n

K\u00fcnftig ist davon auszugehen, dass sich nicht nur weitere innovative Ideen f\u00fcr Kaffeegenuss etablieren werden, die insbesondere die Zielgruppe der jungen Erwachsenen ansprechen, sondern auch die Themenbereiche Nachhaltigkeit<\/a> und fairer Handel deutlicher in den Fokus gelangen. Die aktuelle franz\u00f6sische Studie \u201eKaffee \u2013 eine Erfolgsgeschichte verdeckt die Krise\u201c belegt, dass dem Kaffeesektor angesichts des Klimawandels dramatische Entwicklungen bevorstehen. \u201eWenn wir auch zuk\u00fcnftig t\u00e4glich Kaffee genie\u00dfen m\u00f6chten, m\u00fcssen die Bedingungen f\u00fcr die Kaffeeb\u00e4uerinnen und -bauern dringend verbessert werden\u201c, mahnt auch Dieter Overath, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstandsvorsitzender bei TransFair und f\u00fcgt hinzu: \u201eDamit m\u00f6glichst viele Kaffeeb\u00e4uerinnen und -bauern bessere Bedingungen erhalten, braucht es zudem \u00fcbergreifende gesetzliche Regelungen.\u201c <\/p>\n