{"id":4965,"date":"2019-01-22T16:21:21","date_gmt":"2019-01-22T15:21:21","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=4965"},"modified":"2019-01-25T14:10:40","modified_gmt":"2019-01-25T13:10:40","slug":"produktionsplanung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/milch_und_liquid_food\/produktionsplanung\/","title":{"rendered":"Produktionsplanung \u2013 die Quadratur eines Kreises"},"content":{"rendered":"
Eine \u201erichtige\u201c Produktionsplanung (PPL) kann f\u00fcr ein produzierendes Unternehmen Wettbewerbsvorteile erbringen. Sie beeinflusst direkt die Lieferf\u00e4higkeit, den Lagerbestand und die Produktionskosten. In Zeiten, in denen der Handel und Weiterverarbeiter ziemlich genau wissen, was ein Produkt \u201ekosten\u201c darf, wird die Einsparung des Hundertstel Cents zur strategischen Gr\u00f6\u00dfe.<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Zeilen, wie in dieser Blog-Einleitung, schreiben sich leicht \u2013 die Realisierung der \u201erichtigen\u201c PPL ist allerdings eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Eine PPL muss keineswegs komplett neu aufgebaut werden \u2013 in den allermeisten F\u00e4llen reichen Optimierungen<\/a> v\u00f6llig aus, um die Ziele zu erreichen. Gleichzeitig bedeutet das, dass die PPL genau durchleuchtet werden muss, um Ziele definieren zu k\u00f6nnen. Solche Ziele k\u00f6nnen unterschiedlich und auch widerspr\u00fcchlich sein: Lieferf\u00e4higkeit, Kostensenkung, Sicherstellung, dass der t\u00e4gliche Rohstoffeingang auch wirklich verarbeitet werden kann \u2013 all das auch noch im Einklang mit der sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Bestellsituation. Laut Prof. Dr. Matthias L\u00fctke Entrup vom D\u00fcsseldorfer Beratungsunternehmen H\u00d6VELER HOLZMANN CONSULTING<\/a>, gleicht dies einer Quadratur des Kreises. Vermutlich sind nicht alle Widerspr\u00fcchlichkeiten aufzul\u00f6sen, aber der Produktionsplaner sollte zumindest wissen, welches der Teilziele Priorit\u00e4t hat. Dies bedeutet auch, dass sich die Gesch\u00e4ftsleitung mit der PPL zu befassen hat.<\/p>\n In der Praxis kommt es im hektischen Alltag einer milchverarbeitenden Fabrik immer wieder zu Neu- und Umplanungen. Sie werden absatzmarktseitig ebenso ausgel\u00f6st wie vom Beschaffungsmarkt. Kurzfristige Nachbestellungen von Seiten des Handels, immer unterst\u00fctzt vom Vertrieb, bedingen, dass vorhandene Planungen umgestellt werden m\u00fcssen. In einigen F\u00e4llen haben solche Zusatz- oder Nachauftr\u00e4ge sogar zur Folge, dass der physisch m\u00f6gliche Lagerbestand \u00fcberschritten wurde \u2013 auch hier muss der Planer sofort t\u00e4tig werden. Andererseits sind es zum Beispiel Lieferengp\u00e4sse, bei den Zulieferern von Zutaten oder Verpackungsmaterial, oder kurzfristige Ausf\u00e4lle in der Logistik, die eine Neuplanung erforderlich machen. Im Fachjargon wird dieses schnelle Hin- und Herplanen mit \u201ePlannervosit\u00e4t\u201c beschrieben. Sie zu reduzieren, bedeutet direkt auch Kosten und Komplexit\u00e4t zu senken. Wie das geht? Ganz einfach: Flexibilit\u00e4t aus dem System nehmen und den Planungshorizont f\u00fcr circa ein oder zwei Wochen einfrieren. Gr\u00f6\u00dfere \u00c4nderungen m\u00fcssen dann \u201evon h\u00f6herer Seite\u201c freigegeben werden. Dies erlaubt dem Planungsverantwortlichen, den Kopf aus der Schlinge zu halten \u2013 bedingt im Vertrieb aber auch, dass der eine oder andere Umsatzbetrag nicht immer realisiert werden kann.<\/p>\n Bei einer industriellen PPL ist es extrem wichtig, dass das Planungsgeschehen nicht von Einzelpersonen gestaltet wird. Zwar haben Mitarbeiter, die jahrelang nichts anders machen als eine Produktion zu planen, einen reichen und \u00e4u\u00dferst wertvollen Erfahrungsschatz, aber sie sind wie alle Mitglieder einer Belegschaft nicht gegen Ausfall gesch\u00fctzt. Weil die Produktion gerade in Molkereien aber immer weitergehen muss, ist es wichtig ein System zu schaffen, in dem weitere Personen die Planung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Eine optimale L\u00f6sung daf\u00fcr w\u00e4re, alle Abl\u00e4ufe und Pr\u00e4missen in einem System zu hinterlegen und somit alles ausreichend zu dokumentieren. Externe Anbieter liefern L\u00f6sungen, wie zum Beispiel \u00fcber deren ERP-Systeme. Der gro\u00dfe Vorteil dabei: Ein Betrieb muss sich nicht nur auf die eigenen Erfahrungen verlassen, sondern kann vom anonymisierten Know-how einer ganzen Branche profitieren. Auf diese Weise k\u00f6nnen Fehler vermieden werden.<\/p>\n\u00dcberlegungen, die den betrieblichen Alltag erleichtern<\/strong><\/h2>\n
Was bedeutet \u201ePlannervosit\u00e4t\u201c? Und wie kann sie reduziert werden?<\/strong><\/h2>\n
Die Produktionsplanung breiter aufstellen<\/strong><\/h2>\n