{"id":4886,"date":"2018-12-05T15:57:19","date_gmt":"2018-12-05T14:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=4886"},"modified":"2018-12-10T09:58:22","modified_gmt":"2018-12-10T08:58:22","slug":"personalisierte-getraenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/personalisierte-getraenke\/","title":{"rendered":"Personalisierte Getr\u00e4nke: In Zukunft ein Muss?"},"content":{"rendered":"
\u201eDie Personalisierung der Produkte ist ein wichtiger Trend. Davon wird es in Zukunft mehr und mehr geben\u201c, meint Dr. Jens Rothenstein, Senior Projektmanager am IFH K\u00f6ln. Ein Trend, mit dem sich auch die Hersteller von alkoholfreien Getr\u00e4nken mehr und mehr besch\u00e4ftigen sollten, um sich in Zukunft am Markt behaupten zu k\u00f6nnen. Der Trend um personalisierte Getr\u00e4nke wird nicht mehr allein die Verpackung, sondern in zunehmendem Ma\u00dfe auch das Produkt an sich betreffen.<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Oft lohnt ein Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand hinaus. In diesem Fall durchaus in Richtung Lebensmittelbranche. Beispielsweise erm\u00f6glicht hier der Online Shop von Ritter Sport bereits seit acht Jahren die Schokolade mit pers\u00f6nlich gestalteter Verpackung. Man w\u00e4hlt hier Gr\u00f6\u00dfe und Sorte der Tafel, sucht ein Motiv f\u00fcr den Umkarton aus, l\u00e4dt ein eigenes Bild hoch und formuliert einen kurzen Text \u2013 fertig ist das Pr\u00e4sent oder eben die Schokolade, die ganz so verpackt ist, wie man sich das f\u00fcr sich selber w\u00fcnscht.<\/p>\n Ein anderes Prinzip der Individualisierung w\u00e4hlte Ferrero mit seiner Kampagne \u201eNutella Unique<\/a>\u201c, die das Unternehmen zu Beginn des Jahres startete. 450- und 750-Gramm-Aktionsgl\u00e4ser von Nutella wurden hier mit einzigartigen Etiketten versehen, die aus jedem Glas ein Unikat, sogar mit Unikatnummer, machten. Erm\u00f6glicht wurde das Ganze durch eine innovative Technologie, welche die verschiedenen Designvorlagen mit Hilfe eines Algorithmus rotiert und zoomt, sodass immer neue und individuelle Muster entstehen. Das Motto der Kampagne: \u201eJedes Glas ist so einzigartig wie die Nutella-Fans\u201c.<\/p>\n Auch im Bereich der alkoholfreien Getr\u00e4nkebranche gibt es Beispiele zu erfolgreich personalisierten Getr\u00e4nken \u2013 wenn auch noch nicht allzu viele. Als ein Vorreiter gilt hier Coca-Cola. Von 2013 bis Ende 2016 konnten unter www.meinecoke.de 0,2 Liter Glasflaschen, mit einem Inhalt von entweder Coke, Coca-Cola light oder Coke Zero, personalisiert bestellt werden. Zur Auswahl standen fast 30.000 g\u00e4ngige Namen und Kosenamen.<\/p>\n Erst Ende August diesen Jahres informierte Danone dar\u00fcber, dass das Unternehmen 3,2 Millionen mit jeweils einzigartigen Etiketten ausgestattete Wasserflaschen der d\u00e4nischen Mineralwassermarke Aqua d\u2019Or auf den Markt bringt. Hierf\u00fcr wurden elf Designmuster, die auf den Story-Elementen von Aqua d\u2019Or basieren, von der HP SmartStream Mosaic Individualisierungssoftware automatisch in einzigartige Kreationen umgesetzt. Das Konzept f\u00fcr die Gestaltung entwickelte der d\u00e4nische K\u00fcnstler Emil Kozak. Die Unikate wurden f\u00fcr den schwedischen und d\u00e4nischen Markt produziert und richten sich insbesondere an Millennials.<\/p>\n Einen wieder anderen Weg der Individualisierung beschritten vor kurzem die Multi-Color Corporation (MCC) mit Sitz in Batavia, Ohio, und Talkin\u2018 Things aus Las Vegas, Nevada. Sie kombinierten Augmented Reality (AR) mit Near Field Communication<\/a> (NFC)-Technologie auf einem Label f\u00fcr Bierflaschen. Das Label interagiert mit dem Verbraucher \u00fcber die AR-Gesichtserkennung und bezieht ihn in dynamische Szenarien mit ein, die von seinen jeweils gezeigten Emotionen abh\u00e4ngen. Scannt der Kunde das Smart Label mit einer mobilen App, tritt der auf dem Etikett dargestellte Sch\u00e4del in einen interaktiven Dialog mit dem Konsumenten. Die Gesichtserkennung registriert, ob der Kunde gl\u00fccklich oder traurig ist, daraufhin wird der Dialog des Labels mit dem Konsumenten entsprechend angepasst. Vielleicht auch eine Idee f\u00fcr die alkoholfreie Getr\u00e4nkebranche? Von MCC- und Talkin\u2018 Things-Seite aus erhofft man sich jedenfalls, dass derartige Verpackungen f\u00fcr deutliche Umsatzsteigerungen sorgen.<\/p>\n So spannend die genannten Beispiele auch sind, eines ist klar: Kleinere St\u00fcckzahlen bis hin zu Losgr\u00f6\u00dfe 1 stellen die Branche vor besondere Herausforderungen, denn sie beinhalten gleichzeitig auch neue Anforderungen an Abf\u00fcll- und Verpackungsmaschinen.<\/p>\n Diese werden durch einen weiteren Trend, der personalisierte Produkte an sich betrifft, nicht gerade geringer. Im Falle der alkoholfreien Getr\u00e4nkebranche k\u00f6nnte in Zukunft ein Anspruch der Verbraucher lauten, das auf den jeweiligen Gesundheitszustand hin exakt abgestimmte und personalisierte Getr\u00e4nk zu erhalten. In der Lebensmittelbranche wird das Konzept der individualisierte Ern\u00e4hrung bereits stark diskutiert. Basis daf\u00fcr: Im Bewusstsein des Verbrauchers ist mittlerweile deutlich angekommen, wie hoch der Einfluss der richtigen Ern\u00e4hrung \u2013 und damit auch des richtigen Getr\u00e4nks \u2013 auf Gesundheit und Wohlbefinden ist. Nestl\u00e9 erkannte die Bedeutung dieser Thematik \u00fcbrigens schon 2011 und gr\u00fcndete damals Nestl\u00e9 Health Science mit dem Ziel, Strategien zur personalisierten Ern\u00e4hrung zu entwickeln. Joana Maricato, Market Research Manager bei New Nutrition Business best\u00e4tigt diese Entwicklung und meint: \u201eDie Erkenntnis, dass \u201aone size fits all\u2018 nicht mehr die richtige Ern\u00e4hrungsform sein kann, setzt sich weiter durch.\u201c<\/p>\n Die Idee der personalisierten Ern\u00e4hrung wird durch j\u00fcngste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Medizin noch untermauert. So wurde das Wissen \u00fcber das Mikrobiom in den letzten Jahren durch zahlreiche Studien deutlich erweitert. Mittlerweile geht man in der Forschung davon aus, dass die bakterielle Wohngemeinschaft des menschlichen Darms einen wesentlichen Anteil daran hat, wie Nahrungsmittel verdaut werden. Ern\u00e4hrungsmediziner Prof. Dr. Christian Sina, der aktuell in L\u00fcbeck an einer Studie zur personalisierten Ern\u00e4hrung arbeitet, erkl\u00e4rt: \u201eDie Gene allein liefern nur begrenzt Informationen \u00fcber das individuelle Stoffwechselverhalten. Entscheidend ist vielmehr das funktionelle Mikrobiom. \u00dcber die Analyse des Darmmikrobioms lassen sich heute Aussagen dar\u00fcber treffen, wie der Stoffwechsel eines Menschen auf bestimmte Lebensmittel reagiert.\u201c<\/p>\n Mit einem aus der Uni L\u00fcbeck heraus gegr\u00fcndeten Startup namens Perfood und dem dort aufgelegten sogenannten MillionFriends-Programm wurde nun die M\u00f6glichkeit geschaffen, sensorbasiert \u00fcber einen Zeitraum von 14 Tagen Daten unter anderem zum individuellen Blutzuckerverlauf in Abh\u00e4ngigkeit von der Nahrungsaufnahme zu erheben. Gemeinsam mit Frageb\u00f6gen und einer Analyse der Darmflora soll es damit m\u00f6glich sein, individuelle Ern\u00e4hrungsempfehlungen zu geben. Angeblich helfen in der Regel Ver\u00e4nderungen von 10 bis 20 Prozent bei den Ern\u00e4hrungsgewohnheiten bereits dabei, das Wohlbefinden nachhaltig zu verbessern. Laut Dominik Burziwoda, CEO von Perfood, k\u00f6nnen auch Lebensmittelhersteller ihre Produkte in einer Studie testen lassen und so herausfinden, wie diese Blutzucker und Darmmikrobiom beeinflussen, um sie weiter zu verbessern. Prof. Dr. Sina: \u201eWir haben riesige medizinische Probleme durch Fehlern\u00e4hrung, gro\u00dfe Zuwachsraten bei \u00dcbergewicht und anderen ern\u00e4hrungsbedingten Krankheiten. Zwar sind die meisten g\u00e4ngigen Ern\u00e4hrungsempfehlungen nicht prinzipiell falsch, aber dennoch h\u00e4ufig ineffektiv, da sie die individuellen Voraussetzungen und Bed\u00fcrfnisse zu wenig ber\u00fccksichtigen. Wir sollten anfangen, Ern\u00e4hrung individuell zu betrachten. Ich vergleiche das mit Medikamenten. Ein Medikament kann auf zwei unterschiedliche Personen ganz anders wirken. F\u00fcr Ern\u00e4hrung gilt das ebenso.\u201c<\/p>\n Dass der Aspekt Gesundheit heute f\u00fcr die Verbraucher eine gro\u00dfe Rolle bei der Auswahl ihrer Nahrungsmittel spielt, best\u00e4tigt auch Christine Sch\u00e4fer, Researcher am Gottlieb Duttweiler Institut. \u201eDer \u00fcbergeordnete Trend an dieser Stelle\u201c, so Sch\u00e4fer, \u201ehei\u00dft \u201aDigestive Wellness\u2018 und meint jenes Wohlbefinden, welches ein intaktes Verdauungssystem ausl\u00f6st.\u201c In Zukunft k\u00f6nnte das auch bedeuten, dass Grenzen zwischen der Behandlung von Krankheiten mit Medikamenten und Ern\u00e4hrungsgewohnheiten immer mehr verschwinden.<\/p>\n Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, die es in diesem Zusammenhang sowohl f\u00fcr die Lebensmittel- als auch f\u00fcr die Getr\u00e4nkebranche geben d\u00fcrfte, wird sein, eine Kombination aus \u201eManufaktur\u201c und Massenfertigung zu verwirklichen. Dazu sind nicht nur besonders intelligente, sondern auch extrem flexible Anlagen vonn\u00f6ten, die prozesssicher und effizient arbeiten. Und genau hier kommen Industrie 4.0<\/a> und der damit verbundene Einsatz von Roboter-Systemen massiv mit ins Spiel. So l\u00e4sst sich durchaus davon ausgehen, dass Personalisierung und Industrie 4.0 k\u00fcnftig Hand in Hand miteinander gehen werden. Und dass sie auch innerhalb der alkoholfreien Getr\u00e4nkebranche die gemeinsame Basis f\u00fcr eine Zukunft bilden, die gar nicht mehr so weit entfernt sein mag wie vielerorts vermutet wird.<\/p>\nIndividualisierung in der alkoholfreien Getr\u00e4nkebranche<\/strong><\/h2>\n
Das sprechende Bieretikett \u2013 auch f\u00fcr alkoholfreie Getr\u00e4nke?<\/strong><\/h2>\n
\u201eOne size fits all\u201c hat ausgedient<\/strong><\/h2>\n
\u00dcbergeordneter Trend: Digestive Wellness<\/strong><\/h2>\n
Industrie 4.0 beg\u00fcnstigt personalisierte Getr\u00e4nke<\/strong><\/h2>\n