{"id":4856,"date":"2018-11-13T12:50:19","date_gmt":"2018-11-13T11:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=4856"},"modified":"2018-11-16T12:00:46","modified_gmt":"2018-11-16T11:00:46","slug":"sudhaeuser-weltweiter-innovationsschub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/sudhaeuser-weltweiter-innovationsschub\/","title":{"rendered":"Sudh\u00e4user: Weltweiter Innovationsschub"},"content":{"rendered":"
Hersteller von Brauanlagen und -systemen m\u00fcssen zunehmend auf die individuellen W\u00fcnsche neuer Zielgruppen reagieren. Dabei geht es nicht immer um die Gr\u00f6\u00dfe der Sudh\u00e4user: Auch mit kleinen, aber hochmodernen Sudh\u00e4usern erschlie\u00dfen sich die Krones AG, Rolec & Co. gerade weltweit neue M\u00e4rkte. <\/strong><\/p>\n Wenn es um das Thema moderne Sudh\u00e4user geht, dann haben deutsche Anbieter traditionell die Nase vorn. Jeder Brauer kennt die Namen f\u00fchrender Hersteller wie die der Krones AG, Ziemann Holvrieka GmbH, GEA Brausysteme Group oder Rolec – Prozesse und Brautechnik GmbH, die ihre innovativen Systeme rund um den Globus installiert haben. Die wichtigsten Faktoren ihres Gesch\u00e4ftes sind heute Begriffe wie Prozessoptimierung, Energieeffizienz, Digitalisierung, Flexibilit\u00e4t und Nachhaltigkeit.<\/p>\n Eines der hierzulande wohl modernsten Sudh\u00e4user wurde in diesem Jahr in der Schlossbrauerei Reckendorf in Franken eingerichtet. Die Ziemann Holvrieka GmbH in Ludwigsburg, die seit 165 Jahren individuelle L\u00f6sungen bei der Entwicklung, Herstellung und Installation von Edelstahlbeh\u00e4ltern f\u00fcr die Getr\u00e4nkeindustrie bietet, hat ein spezielles Verfahren zur Maischefiltration entwickelt, das einen g\u00e4nzlich neuen Prozess der W\u00fcrze-Gewinnung vorlegt. \u201eOmnium by Ziemann<\/a>\u201c, so der Produktname, feierte schon auf der vergangenen drinktec Weltpremiere und wurde erst vor wenigen Monaten in Reckendorf eingeweiht. Innovativer Kernpunkt des Omnium-Sudhauses ist das System namens \u201eNessie by Ziemann\u201c zur Maischefiltration, das durch neuartige Separations- und Extraktionsverfahren den L\u00e4uterprozess nachhaltig ver\u00e4ndert und verk\u00fcrzte Prozesszeiten, gesteigerte Rohstoffausbeuten und reduzierte Produktionskosten verspricht.<\/p>\n Durch vier rotierende und in Reihe geschaltete Drehscheibenfilter bietet das System die Separation von Treber und W\u00fcrze, Extraktion im Gegenstromverfahren und dynamische Waschung der Feststoffe und deren Abtrennung. \u201eDie Entscheidung f\u00fcr das Omnium-Sudhaus basiert im Wesentlichen auf der viel gr\u00f6\u00dferen Flexibilit\u00e4t\u201c, erkl\u00e4rt Reckendorfer Braumeister Dominik Eichhorn. Au\u00dferdem k\u00f6nne er bei den einzelnen Prozessschritten so eingreifen, dass sich mit Blick auf die Ausbeuten sowie auf wertgebende Inhaltsstoffe das beste Ergebnis herausholen l\u00e4sst.<\/p>\n Dass sich das Team von Ziemann Holvrieka gerne innovativen Herausforderungen stellt, um bessere L\u00f6sungen f\u00fcr seine Kunde zu erzielen, beweist auch das Gro\u00dfprojekt \u201ePiedras Negras 2.75<\/a>\u201c der mexikanischen Brauerei \u201eCompa\u00f1\u00eda Cervecera de Coahuila\u201c. Der Betrieb wurde auf eine Gesamtkapazit\u00e4t von 27,5 Millionen Hektoliter erweitert und z\u00e4hlt heute zu den gr\u00f6\u00dften und modernsten Braust\u00e4tten der Welt.<\/p>\n Ein weiteres Beispiel f\u00fcr erfolgreiche Sudh\u00e4user ist die neue Braust\u00e4tte St. James\u2019s Gate<\/a> von Guinness in Dublin. Dort stehen inzwischen Kessel mit einer Sudgr\u00f6\u00dfe von bis zu 1.000 Hektolitern. Beim Bau stand vor allem Nachhaltigkeit an erster Stelle. Verantwortlich f\u00fcr hohe Energieeinsparungen von bis zu 45 Prozent Dampf, 33 Prozent Strom und 35 Prozent Wasserverbrauch im Brauprozess ist das \u201eSteinecker EquiTherm\u201c der Krones AG, einer der Markf\u00fchrer bei Anlagen f\u00fcr Abf\u00fcllung und Verpackung von Getr\u00e4nken. Mit einer Kapazit\u00e4t von mehr als acht Millionen Hektolitern gilt St. James Gate inzwischen als die gr\u00f6\u00dfte Stout-Brauerei der Welt. Die Krones AG lieferte dazu drei Sudlinien, unter anderem mit dem gr\u00f6\u00dften L\u00e4uterbottich Europas im Sudhaus Nr. 4.<\/p>\n Auf das gleiche System der Krones AG setzt die \u00f6sterreichische Brauerei Murauer, die bis zum Umbau auf \u201eEquiTherm\u201c rund 700.000 Liter Heiz\u00f6l im Jahr verbrauchte. Jetzt liegt der Verbrauch bei nahezu null. M\u00f6glich machte das die Umstellung auf Niedertemperatur-Prozessw\u00e4rme in Form von Hei\u00dfwasser, das aus einem holzbeheizten Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwerke Murau kommt in Verbindung mit dem Einsatz des Krones-Systems. Dabei wird die ben\u00f6tigte Energie f\u00fcr das Maischen vom W\u00fcrzek\u00fchl-Prozess bereitgestellt.<\/p>\n Die Krones AG er\u00f6ffnete in diesem Jahr in Attaching bei Freising au\u00dferdem eine der wohl modernsten Versuchs- und Forschungsbrauereien der Welt. Das \u201eBrew Center<\/a>\u201c im Steinecker-Werk gl\u00e4nzt mit neuestem Equipment und modernster Verfahrenstechnik. Mit der 5-Hektoliter-Anlage, die als 5-Ger\u00e4te-Sudwerk funktioniert, kann das Krones-Team jetzt jeden Prozess der Bierproduktion nachstellen, der irgendwo auf der Welt l\u00e4uft. Somit sind Optimierungen in fast allen Bereichen f\u00fcr namhafte Kunden in Afrika, Argentinien oder auf den Philippinen m\u00f6glich. Gezeigt werden dort beispielsweise verschiedenen Oberfl\u00e4chen bei Anlagen, die entweder sandgestrahlt, geschliffen oder industrieisoliert sind. Au\u00dferdem kann der Kunde im Echtzeit-Betrieb innovative Heizkonzepte mit Hochdruck-Hei\u00dfwasser sowie alle Gef\u00e4\u00dfe lokalisieren. \u201eF\u00fcr uns ist das eine wichtige Innovation, zumal wir in den vergangenen Jahren erkennen mussten, dass sich die Kundenstruktur stark ver\u00e4ndert hat\u201c, sagt Betriebsleiter und Braumeister Johannes Eymess. \u201eEs kommen immer mehr Brauer zu uns, die mit kleineren Anlagen arbeiten wollen.\u201c<\/p>\n Inzwischen reagieren die Anlagenhersteller verst\u00e4rkt auch auf die internationale Craft Beer Bewegung<\/a>. Denn immer mehr Kreativbrauer brauchen nicht nur kleinere Sudh\u00e4user. Auf den Trend sprangen inzwischen sowohl die Braukon GmbH, die Kaspar Schulz Brauereimaschinenfabrik & Apparatebauanstalt GmbH und auch die GEA Group aus D\u00fcsseldorf auf. Das international t\u00e4tige Technologieunternehmen aus der NRW-Landeshauptstadt konzentriert sich auf Prozesstechnik und Komponenten f\u00fcr neue Produktionsverfahren. Zus\u00e4tzlich zu der \u201eCompact-Star\u201c-Sudhausserie f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Betriebe, bieten die Rheinl\u00e4nder jetzt auch ein neues Sudhaus f\u00fcr handwerkliche Spezialbrauereien mit dem Namen \u201eCraft-Star\u201c an. Das sei nach eigenen Aussagen das perfekte Tool f\u00fcr Bierbrauer, die 40 Hektoliter W\u00fcrze in jeglicher Ausf\u00fchrung herstellen m\u00f6chten.<\/p>\n Integrierte Systeme \u00fcberwachen bei \u201eCraft-Star\u201c den Differenzialdruck, bieten vollst\u00e4ndige Steuerung des L\u00e4uterprozesses und das automatische \u201eGearboxx\u201c-System soll eine wiederholbare Chargenproduktion, Prozessanzeige und Fernunterst\u00fctzung gew\u00e4hrleisten. Das GEA-Verfahren bringt \u2013 nach Herstellerangaben \u2013 bis zu 98 Prozent Extrakt-Ausbeute im L\u00e4uterbottich. Erfolgreich l\u00e4uft das System auch bereits in der Brouwerij Anders im belgischen Halen.<\/p>\n Auf die internationale Craft-Szene konzentriert sich auch die Rolec \u2013 Prozesse und Brautechnik GmbH in Chieming. Vielen erfolgreichen Brauereien wie etwa Brewdog aus Schottland, Meantime Brewing Company aus London, Lion Brauerei im australischen Adelaide oder aber der Brooklyn Brewing Company aus New York lieferte das Unternehmen bereits individuelle, schl\u00fcsselfertige Systeme f\u00fcr den gesamten Produktionsprozess. Eines der j\u00fcngsten Projekte steht gerade im oberbayerischen Waakirchen an der Startrampe. Die Brauerei von Markus Hoppe, Chef des gleichnamigen Hoppebr\u00e4u und einer der hiesigen Craft-Entrepreneure, wurde speziell von Rolec entwickelt und schon auf der vergangenen drinktec ausgestellt.<\/p>\n Das Besondere an Hoppes modernem Sudhaus mit 20 Hektolitern Ausschlagw\u00fcrze ist ein dezentrales R\u00fchrwerk, dass die Maische schneller als ein herk\u00f6mmliches Werk zu einer 100-prozentigen homogenen Masse macht. Dieses verhindert Klumpenbildung, ganz ohne Sauerstoffeintrag. Durch einen W\u00fcrzekocher ist der Braumeister nicht vom W\u00fcrzespiegel in der Pfanne abh\u00e4ngig und kann auch nur Vorderw\u00fcrze \u00fcber einen Au\u00dfenkocher kochen. Hinzu kommt ein h\u00f6henverstellbares Hackwerk, ein gr\u00f6\u00dferer L\u00e4uterbottich f\u00fcr Spezialbiere, ein gr\u00f6\u00dferer Whirlpool f\u00fcr hopfige Biere und ein \u201eDryhopnik\u201c-System, das den Prozess des Hopfenstopfen beschleunigt und einen h\u00f6heren Aromaertrag hervorruft. Eine \u00e4u\u00dfere Hopfenstopfleitung sorgt daf\u00fcr, dass der gesamte Tank durchgemischt und ein homogenes Bier mit hoher Geschmacksstabilit\u00e4t erzielt wird. Hoppe setzt nicht nur auf hohe Qualit\u00e4t, sondern auch auf Dokumentation nach dem Modell \u201eIndustrie 4.0<\/a>\u201c. Das Steuerungssystem \u201eBrewMax\u201c zeigt ihm alle wichtigen Daten auf einen Blick. \u201eIch finde es extrem wichtig, dass Anlagenhersteller jetzt auch auf die W\u00fcnsche kleinerer Brauer eingehen\u201c, sagt Markus Hoppe, \u201eF\u00fcr mich z\u00e4hlen dabei Technologie und Innovation als die wichtigsten Faktoren.\u201c<\/p>\nPionier f\u00fcr moderne Sudh\u00e4user<\/strong><\/h2>\n
Gr\u00f6\u00dfe und Nachhaltigkeit \u2013 das geht<\/strong><\/h2>\n
Weltweite Prozesse abbilden<\/strong><\/h2>\n
Einfluss der Craft Beer Bewegung<\/strong><\/h2>\n
Individuelle, schl\u00fcsselfertige Systeme<\/strong><\/h2>\n