{"id":4828,"date":"2018-10-29T17:30:09","date_gmt":"2018-10-29T16:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=4828"},"modified":"2018-11-02T10:59:46","modified_gmt":"2018-11-02T09:59:46","slug":"fruchtsaft-sommelier-ausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/fruchtsaft-sommelier-ausbildung\/","title":{"rendered":"Fruchtsaft-Sommelier-Ausbildung feiert Weltpremiere"},"content":{"rendered":"

Bereits Mitte 2010 definierte das Zukunftsinstitut Kelkheim den sogenannten \u201eSommelier-Effekt\u201c als einen von 50 Mikrotrends. Und in der Tat gibt es ein immer st\u00e4rker wachsendes Interesse an unterschiedlichen Sommelier-Ausbildungen. Das best\u00e4tigt auch Dr. Peter Schropp, Leitung Seminare der Doemens Akademie. J\u00fcngstes Projekt der Akademie ist in Zusammenarbeit mit dem confructa colleg die weltweit erste Ausbildung zum Fruchtsaft-Sommelier. <\/strong><\/p>\n

Betrachtet man den globalen Fruchtsaftmarkt, verwundert es nicht, dass die Fruchtsaft-Sommelier-Ausbildung ihre Premiere in Deutschland feiert. So blieben die Deutschen mit einem Pro-Kopf-Konsum an Fruchts\u00e4ften und -nektaren von 32 Litern auch 2017 erkl\u00e4rte Fruchtsaft-Weltmeister. Vergleichsweise weit abgeschlagen folgten Norwegen (24,8 Liter), die Niederlande (22,9 Liter) sowie \u00d6sterreich und die USA (jeweils 22,6 Liter). Betrachtet man den Pro-Kopf-Konsum an Fruchts\u00e4ften und -nektaren nach Marktregionen liegt gem\u00e4\u00df AIJN-Report<\/a> (AIJN = European Fruit Juice Association) Nordamerika mit 23,7 Litern vorne. Gefolgt von Westeuropa (19,1 Liter), EU 28 (17,9 Liter), Osteuropa (10,7 Liter), Lateinamerika (5,8 Liter), Afrika & Mittlerer Osten (3,7 Liter) sowie Asien\/Pazifik (2,2 Liter).<\/p>\n

Fruchtsaft-Sommelier gebraucht: Es hapert beim Verbraucherwissen <\/strong><\/h2>\n

Angesichts des hohen Fruchtsaft- und Nektarkonsums der Deutschen sollte man meinen, sie k\u00f6nnten auf ein recht gutes Saft-Wissen zur\u00fcckgreifen. Eine k\u00fcrzlich im Auftrag des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) von Nordlight Research durchgef\u00fchrte Befragung<\/a> brachte indes ein ganz anderes Bild zutage. Beispielsweise gingen hier 81 Prozent der Konsumenten davon aus, dass Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat nicht allein aus dem Saft der Fr\u00fcchte besteht, obwohl Saft immer 100 Prozent Frucht bedeutet. Bei Direktsaft \u00e4u\u00dferten immerhin noch 23 Prozent der befragten Verbraucher die Meinung, dass er nicht zu 100 Prozent aus Frucht sei. Und auch was das Thema Zucker angeht, zeigten sich die Verbraucher schlecht informiert. So war ihnen h\u00e4ufig nicht klar, dass Fruchtsaft ausschlie\u00dflich den von Natur aus in den Fr\u00fcchten vorkommenden Zucker enth\u00e4lt.<\/p>\n

Trend zu Vielfalt und Hochwertigkeit<\/strong><\/h2>\n

Ebenfalls interessant: Die Befragung ergab, dass Konsumenten bei Fruchts\u00e4ften und -nektaren vor allem deren Sorten- und Geschmacksvielfalt sch\u00e4tzen. 73 Prozent nannten die Vielfalt als Grund, warum sie gerne Saft trinken. F\u00fcr 69 Prozent bedeutet Saft trinken Erfrischung, 56 Prozent belohnen sich gerne mit einem Glas Fruchtsaft und 47 Prozent halten den Faktor \u201eAktivierung der Lebensgeister\u201c f\u00fcr wesentlich.<\/p>\n

Fruchtsaftindustrie, Handel und Gastronomie k\u00f6nnen aus den genannten Ergebnissen vor allem eines lernen: Die \u201eFruchtsaft-Weltmeister\u201c haben, auch wenn sie hinter diesen Getr\u00e4nken stehen, noch einen enormen Aufkl\u00e4rungsbedarf zum Themenbereich Fruchts\u00e4fte und -nektare. Ausgebildete Fruchtsaft-Sommeliers werden k\u00fcnftig dabei helfen, Verbraucher im Detail zu informieren. Klaus Heitlinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdF: \u201eDie neue Ausbildung bietet der Fruchtsaftbranche<\/a> die M\u00f6glichkeit, Fruchtsaft als besonders vielseitiges Produkt unter dem Aspekt des Genusses zu pr\u00e4sentieren. Dabei gilt es, Konsumenten nahe zu bringen, welcher Saft sich mit welchem Gericht ideal kombinieren l\u00e4sst. Das schafft neue Verzehranl\u00e4sse \u2013 in der Gastronomie ebenso wie zuhause.\u201c Und es schafft neue M\u00f6glichkeiten, Fruchtsaft in der Verbraucherwahrnehmung als besonders hochwertiges, gesundes Produkt zu positionieren. Was durchaus gelingen d\u00fcrfte, denn ohnehin greifen die Deutschen in diesem Segment immer h\u00e4ufiger zu sehr hochwertigen Premiums\u00e4ften wie Direkts\u00e4ften und Smoothies.<\/p>\n

Nachholbedarf an Expertenwissen<\/strong><\/h2>\n

Ein Schwerpunkt des aus drei Modulen bestehenden Lehrgangs liegt in der Sensorik. Des Weiteren wird hier umfassend zu den Themenbereichen Frucht- und Gem\u00fcsesaftherstellung sowie Vermarktung informiert. Eines der Ziele ist es, aus den Teilnehmern echte Saftexperten zu machen, die zu gesundheitlichen Aspekten genauso Bescheid wissen wie zu dem f\u00fcr den jeweiligen Fruchtsaft passenden Glas oder zu den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Produktionsverfahren.<\/p>\n

Dr. Schropp: \u201eFakt ist, dass der Trend seit vielen Jahren hin zu alkoholfreien Getr\u00e4nken geht, sei es aus Gesundheitsgr\u00fcnden oder wegen der Promille-Grenze. Und hier besteht generell noch deutlich Nachholbedarf an Wissen. Bei Doemens bilden wir Genussbotschafter aus, die auch alkoholfreie Alternativen zur Begleitung der Speisen anbieten k\u00f6nnen. In diesem Fall ganz gem\u00e4\u00df dem Motto: \u201aFruchtsaft ist der neue Wein\u2018. In Skandinavien ist das \u00fcbrigens schon gang und g\u00e4be.\u201c<\/p>\n

Die meisten der bislang zur neuen Ausbildung angemeldeten Teilnehmer kommen laut Dr. Schropp \u00fcbrigens direkt aus der Fruchtsaftindustrie. Was zeigt, dass die Branche die damit verbundenen Chancen erkennt: Beispielsweise Schulung des Handels und der Gastronomie, damit der Verbraucher wiederum akkurat zum eigenen Produkt beraten werden kann. Doch es gibt auch Anmeldungen von Teilnehmern, die bereits weitere Sommelier-Ausbildungen wie beispielsweise einen Wein-, Wasser-, Edelbrand- oder Biersommelier-Kurs absolviert haben. Dr. Schropp: \u201eDen Trend, gleich mehrere Sommelier-Ausbildungen abzuschlie\u00dfen, beobachten wir schon l\u00e4nger. Meines Erachtens macht das durchaus Sinn und wird sich weiter verst\u00e4rken, gerade f\u00fcr die Bereiche Gastronomie und Getr\u00e4nkefachhandel.\u201c<\/p>\n

Zukunfts-Szenario Getr\u00e4nke-Sommelier<\/strong><\/h2>\n

Ein Trend, der f\u00fcr den Verbraucher im Grunde genommen nur Vorteile mit sich bringt. Szenario heute: In der gehobenen Gastronomie findet man meist den geschulten Wein-Sommelier. M\u00f6gliches Szenario morgen: In der gehobenen Gastronomie findet man den Getr\u00e4nke-Sommelier, der zu Fruchtsaft und Wasser genauso kompetent ber\u00e4t wie zu Bier, Wein und Spirituosen \u2013 ein Allround-Genie also mit umfassendem Getr\u00e4nkewissen. So l\u00e4sst sich durch die Begleitung einzelner G\u00e4nge mit unterschiedlichen Getr\u00e4nkevarianten das Gastronomieerlebnis k\u00fcnftig noch unterhaltsamer, spannender, informativer und letztlich schmackhafter gestalten. Und selbstverst\u00e4ndlich profitiert der Konsument in gleichem Ma\u00dfe, wenn ihn geschulte Fachh\u00e4ndler beim Einkauf seiner Getr\u00e4nke \u00e4u\u00dferst kompetent beraten. Im Umkehrschluss bedeutet das \u201eZukunfts-Sommelier-Szenario\u201c f\u00fcr Gastronomie und Fachhandel vor allem Kompetenz- und Imagegewinn und damit einhergehende steigende Umsatzchancen.<\/p>\n

Hervorragende Prognosen<\/strong><\/h2>\n

Ganz im Sinne der Getr\u00e4nkebranche hofft Dr. Schropp, dass das Interesse an der Ausbildung zum Fruchtsaft-Sommelier stetig w\u00e4chst. Idealerweise genauso wie es das Interesse an der von Doemens seit 2011 durchgef\u00fchrten Wasser-Sommelier-Ausbildung bereits tut. Statt ehemals einem f\u00fchrt die Akademie innerhalb dieses Segments nun j\u00e4hrlich schon drei deutschsprachige und mindestens einen englischsprachigen Kurs durch. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach Inhouse-Schulungen. Schenkt man den Prognosen des Zukunftsinstituts Glauben, stehen die Chancen f\u00fcr ein permanent weiterwachsendes Interesse bei der Fruchtsaft-Sommelier-Ausbildung jedenfalls sehr gut. Darauf hofft auch die Verbandslandschaft. So haben neben dem VdF auch der Verband der Bayerischen Fruchtsaft-Industrie, der Verband der Fruchtsaftindustrie \u00d6sterreichs sowie der Schweizer Obstverband durch die \u00dcbernahme der Schirmherrschaft ihre umfassende Unterst\u00fctzung zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n