{"id":4816,"date":"2018-10-19T09:31:43","date_gmt":"2018-10-19T07:31:43","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=4816"},"modified":"2018-10-19T13:17:38","modified_gmt":"2018-10-19T11:17:38","slug":"plastik-und-nachhaltigkeit-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/plastik-und-nachhaltigkeit-geht-das\/","title":{"rendered":"Plastik und Nachhaltigkeit \u2013 geht das?"},"content":{"rendered":"
Plastik ist de facto ein wichtiger Rohstoff der Getr\u00e4nkeindustrie. Ohne scheint sie \u2013 zumindest derzeit \u2013 nicht auszukommen. Plastikflaschen<\/a> zur Abf\u00fcllung von Getr\u00e4nken sind Standard. Nat\u00fcrlich neben einigen Alternativen, in erster Linie Glas und Dosen. Seit Jahren versuchen sich zwar einzelne Hersteller an \u00f6kologisch orientierten Plastikvarianten, doch reicht das aus? Besonders in Zeiten, in denen <\/strong>eine stetige Bilderflut von Plastikm\u00fcll in den Meeren und Diskussionen \u00fcber die Gefahren von Mikroplastik omnipr\u00e4sent in den Medien sind?<\/strong><\/p>\n Immer mehr Menschen versuchen Plastik zu vermeiden. Nachhaltigkeit ist zum Trendthema geworden. Auf Social Media Plattformen boomen Influencer, die Tipps zur Kunststoffvermeidung geben. Prominente rufen zum Schutz der Weltmeere auf. Auch National Geographic hat k\u00fcrzlich mit der Initiative \u201ePlanet or Plastic<\/a>\u201c eine Anti-Plastikm\u00fcll-Kampagne mit prominenten Unterst\u00fctzern gestartet. Mit der Non-Profit-Organisation Orange Ocean setzt sich der Medienunternehmer Peter Christmann f\u00fcr den Schutz der Weltmeere ein. Zahlreiche Organisationen thematisieren Plastikm\u00fcll als Todesursache unz\u00e4hliger Meeresbewohner. So die Umweltorganisation Sea Shepherd mit einem visuell beeindruckenden, durchaus emotionalen Spot<\/a>. Viele Initiativen haben sich zum Ziel gesetzt, Kunststoff zu vermeiden. Der Druck auf die Getr\u00e4nkeindustrie mit ihrem hohen Aussto\u00df an Kunststoffflaschen nimmt zu. Nachhaltige Getr\u00e4nkeverpackungen werden zum Muss \u2013 \u00f6kologisch und \u00f6konomisch betrachtet.<\/p>\n Es ist f\u00fcr die Getr\u00e4nkeindustrie sicherlich an der Zeit, zu handeln. Neben dem steigenden gesellschaftlichen Druck und der Verantwortung der Hersteller f\u00fcr die Umwelt treiben auch Regularien die Plastikreduzierung voran. So tritt in Deutschland ab 2019 ein neues Verpackungsgesetz in Kraft, welches Hersteller dazu anh\u00e4lt, ihre Verpackungsmaterialien \u00f6kologisch zu optimieren. Das hei\u00dft, Materialien zu verwenden, die leicht recyclebar sind oder aus Rezyklaten bestehen. Die Europ\u00e4ische Union formulierte eine Zielvorgabe, nach der bis 2030 alle Kunststoffverpackungen nur noch aus recyclingf\u00e4higen und wiederverwendbaren Materialien hergestellt sein sollen. Supermarktketten und Einzelhandel beginnen Einwegplastik aus ihren Regalen zu verbannen. China nimmt keine Kunststoffabf\u00e4lle aus Europa mehr an.<\/p>\n Kompostierbare \u201eBiokunststoffe<\/a>\u201c, bestehend aus nachwachsenden Rohstoffen, sind im Kommen. Komplett aus Biomaterial hergestelltes Plastik ist biologisch abbaubar und macht auch wirtschaftlich Sinn, da die Preise f\u00fcr Roh\u00f6l als Ausgangsmaterial f\u00fcr Kunststoffe stetig steigen. Derzeit gibt es Flaschen, welche komplett aus Bio-PLA bestehen \u2013 einem speziellen Polymer, gewonnen aus fermentierter Maisst\u00e4rke. Sie ben\u00f6tigen kein Mineral\u00f6l in der Herstellung und bauen sich in industriellen Kompostieranlagen innerhalb von 80 Tagen vollst\u00e4ndig ab. Klingt perfekt. Doch noch ist das Angebot an solchen Bio-PLAs zu niedrig, nat\u00fcrlich sind die Flaschen teurer und eine Recycling-Kette will erst aufgebaut werden. Generell definiert sich der \u00f6kologische Erfolg in erster Linie \u00fcber eine funktionierende Recyclingkette. Dass es weltweit noch nicht gen\u00fcgend funktionierende Pfand- und Recyclingsysteme gibt, k\u00f6nnte sich durch gesetzgeberische Interventionen in kommender Zeit \u00e4ndern.<\/p>\n Denn um die \u00d6kobilanz zu verbessern, ist es notwendig, dass leere Beh\u00e4lter dem Recycling-Kreislauf zugef\u00fchrt werden, statt achtlos weggeworfen die Natur zu belasten. Neue Technologien haben das Potenzial, die Recycling-Quoten zu verbessern. So verfolgt die auf Blockchain basierte Plattform Recereum<\/a> die Idee, dass Konsumenten, welche ihr Leergut an Sammelstellen abgeben, mittels digitaler Token belohnt werden, die sie beispielsweise gegen Gas oder Elektrizit\u00e4t tauschen k\u00f6nnen. \u00a0Eine andere Initiative, um die sachgerechte Verwertung von Plastikm\u00fcll zu f\u00f6rdern, bietet die Plastic Bank<\/a>. Verbraucher, die Plastikm\u00fcll an bestimmten Stellen abgeben, erhalten eine Belohnung. Damit erh\u00e4lt Plastik einen Wert und der Verbraucher einen Anreiz, es einzusammeln und abzugeben.<\/p>\n Eine sch\u00f6ne Aktion: Die Biermarke Corona hat gemeinsam mit dem Meeresaktivisten\u00a0Cyrill Gutsch\u00a0und seiner Organisation \u201eParley for the Oceans\u201c die Plattform \u201eClean Waves\u201c\u00a0ins Leben gerufen. Designer stellen Produkte aus Plastikm\u00fcll her, das Material wird an Str\u00e4nden und auf dem Meer eingesammelt. Als erstes Ergebnis ist dabei eine Sonnenbrillenkollektion entstanden. Auch andere Industriezweige besch\u00e4ftigen sich mit M\u00f6glichkeiten, den vorhandenen Verpackungsm\u00fcll sinnvoll zu nutzen. So hat der \u00f6sterreichische Energiekonzern OMV ein Verfahren entwickelt, mit dem aus Plastikabf\u00e4llen Roh\u00f6l gewonnen werden kann. Gebrauchte Verpackungen werden dabei mittels Hitze und Druck zu synthetischem Roh\u00f6l umgewandelt.<\/p>\n Um \u00fcberhaupt erst weniger Kunststoff zu verwenden, k\u00f6nnen die Abf\u00fcller ihren Materialverbrauch verringern. Das spart nicht nur Rohstoffe und verkleinert die M\u00fcllberge, sondern f\u00fchrt auch aufgrund des geringeren Gewichts zu Einsparungen im Transport. Jede Ma\u00dfnahme, die Kunststoff einspart, macht Sinn: \u201eRecycle, reuse and reduce\u201c. Die Verschmutzung der Umwelt und der Weltmeere mit Plastik bricht inzwischen allj\u00e4hrlich neue Rekorde. Laut dem Naturschutzbund Deutschland hat sich die Produktion von Plastik von knapp 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf heute fast 300 Millionen Tonnen erh\u00f6ht. Ein gro\u00dfer Teil davon landet bekanntlich im Meer. Laut dem Umweltprogramm der vereinten Nationen (UNEP)<\/a> w\u00fcrden inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfl\u00e4che bis zu 18.000 Plastikteile treiben. Dabei bleiben die Abf\u00e4lle, die auf den Meeresboden sinken, weitgehend unsichtbar. Das Hauptproblem: Plastik verrottet im Meer nur extrem langsam und gibt dabei auch noch kleinere Teile ab. Laut Sea Shepherd sterben j\u00e4hrlich mehr als eine Million Meeresbewohner pro Jahr an solcher Art Kunststoffteilen. Das betrifft schlussendlich auch den Menschen: Giftiges Mikroplastik landet \u00fcber die Fische auf unseren Tellern.<\/p>\n Dem Marketing steht es zu, jeden Schritt zu mehr Nachhaltigkeit plakativ zu pr\u00e4sentieren. Am Point-of-Sale werden Kaufentscheidungen auch \u00fcber \u201egr\u00fcne\u201c Botschaften getroffen. Wie eine Umfrage<\/a> der TNS Infratest im Auftrag des Deutschen Verpackungsinstituts ergab, f\u00fchlen sich derzeit \u00fcber die H\u00e4lfte der Befragten gar nicht oder nicht ausreichend informiert, um wichtige Verpackungsaspekte objektiv beurteilen zu k\u00f6nnen. Der Konsument will und braucht verl\u00e4ssliche Informationen und damit Transparenz, um innovative Rohstoffe und gute Recyclingl\u00f6sungen zu erkennen. Bis zur n\u00e4chsten drinktec wird sich zeigen, wie die Getr\u00e4nkeindustrie den \u00f6kologischen Herausforderungen begegnet.<\/p>\nGlobale Verpackungsverantwortung<\/strong><\/h2>\n
Bioplastik: <\/strong>innovative und umweltvertr\u00e4gliche L\u00f6sung<\/strong><\/h2>\n
Wertvolles Plastik<\/strong><\/h2>\n
Kreative Upcycling L\u00f6sungen: Designerbrillen und Roh\u00f6l aus Verpackungsm\u00fcll<\/strong><\/h2>\n
\u201eRecycle, reuse and reduce\u201c<\/strong><\/h2>\n
Nachhaltigkeit als Gewinn <\/strong><\/h2>\n