{"id":3791,"date":"2018-08-27T12:17:49","date_gmt":"2018-08-27T10:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3791"},"modified":"2019-03-12T13:21:42","modified_gmt":"2019-03-12T12:21:42","slug":"alkoholfreies-bier-auf-der-ueberholspur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/alkoholfreies-bier-auf-der-ueberholspur\/","title":{"rendered":"Alkoholfreies Bier auf der \u00dcberholspur \u2013 peinlich war gestern"},"content":{"rendered":"
J\u00fcngste Zahlen der Verb\u00e4nde der Getr\u00e4nkeindustrie und des Statistischen Bundesamtes sprechen von einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Getr\u00e4nkeverbrauch des deutschen Konsumenten. Insgesamt trank dieser 2017 circa 750,9 Liter Alkoholhaltige, Alkoholfreie sowie Hei\u00df- und Hausgetr\u00e4nke. Bei Betrachtung der Statistiken f\u00e4llt jedoch auf, dass vor allem als gesund geltende Alkoholfreie entgegen dem allgemeinen Trend im betrachteten Zeitraum zwischen 2011 und 2017 zulegten. Eine Entwicklung, die auch dem Segment der alkoholfreien Biere und Biermischgetr\u00e4nke entgegenkam. Und aller Voraussicht nach weiter entgegenkommt \u2013 und das nicht nur in Deutschland.<\/strong><\/p>\n Mit 93,5 Millionen Hektoliter sank der deutsche Bierabsatz 2017 laut Statistischem Bundesamt<\/a> gegen\u00fcber dem Vorjahr um 2,5 Prozent. Zugelegt haben nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes dagegen die alkoholfreien Biere, die in Deutschland gem\u00e4\u00df Plato Logic mittlerweile einen Anteil von 6,5 Prozent am Biermarkt erreichen. Besonders alkoholfreie Biermischgetr\u00e4nke wie Radler alkoholfrei, so das GfK Consumer Panel, erfuhren im vergangenen Jahr deutlichen Auftrieb und wuchsen in der Menge sogar um 14 Prozent.<\/p>\n Wie Plato Logic weiter berichtet, wurden 2017 weltweit 22,7 Millionen Hektoliter an alkoholfreiem Bier abgesetzt. Das entspricht dem Marktforschungsunternehmen zufolge einem Anteil von 1,2 Prozent am weltweiten Biermarkt. 10,9 Millionen Hektoliter davon gingen auf das Konto von Westeuropa. Hier betrug der Marktanteil fast vier Prozent. Deutschland und Spanien (6,7 Prozent Marktanteil) stehen beim Konsum ganz vorne. Im Gegensatz zum weitgehend konstant gebliebenen Verbrauch an klassischen Bieren, wuchs der von alkoholfreien Bieren in den vergangenen f\u00fcnf Jahren, so Plato Logic, global um 4,5 Prozent.<\/p>\n Allein in Deutschland k\u00f6nnen Freunde des alkoholfreien Biers mittlerweile aus etwa 400 verschiedenen Marken w\u00e4hlen. Dabei steht Vielseitigkeit im Vordergrund. Pils, Weizenbier, Radler oder auch regionale Spezialit\u00e4ten wie K\u00f6lsch, Alt und unterschiedliche Craft Beer Spezialit\u00e4ten \u2013 es gibt so gut wie alles auch in alkoholfrei. Und es wird stetig mehr. Dabei sind kleine Brauereien ebenso aktiv wie Mittelst\u00e4ndler und Konzerne.<\/p>\n Vielleicht auch, weil Brauereien es durchaus f\u00fcr m\u00f6glich halten, dass im Alkoholfreien eine Zukunft liegt, die klassischem Bier so nicht mehr beschieden ist. Einer Mintel-Studie<\/a> zufolge wei\u00df jedenfalls gerade die j\u00fcngere Generation die Vorteile von Bier mit wenig oder keinem Alkohol besonders zu sch\u00e4tzen. So gaben 31 Prozent der 18- bis 24-j\u00e4hrigen Deutschen und 37 Prozent der gleichaltrigen Franzosen an, dass ihnen \u201eleichtes Bier\u201c mit einem Alkoholgehalt unter 3,5 Prozent genauso gut schmeckt wie klassisches Bier mit einem Alkoholgehalt von 4 bis 6 Prozent. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg gesehen meinten \u00fcber ein Viertel der deutschen Konsumenten, Bier mit niedrigem oder keinem Alkoholgehalt sei ebenso schmackhaft wie der Klassiker. Zudem interessant: Was ehemals peinlich war, scheint es heute nicht mehr zu sein. Nur einer von zehn Deutschen f\u00e4nde es der Studie gem\u00e4\u00df peinlich, beim Trinken von alkoholfreiem oder wenig alkoholhaltigen Bier beobachtet zu werden. In Frankreich sind es 14 Prozent. Was gleichzeitig bedeutet, dass alkoholfreies Bier \u00e4u\u00dferst gesellschaftsf\u00e4hig geworden ist. Dazu Jonny Forsyth, Global Food & Drink Analyst bei Mintel: \u201eGesundheits- und Wellnesstrends beeinflussen den Alkoholkonsum zunehmend und f\u00fchren dazu, dass Verbraucher sich ges\u00fcnderen Biersorten zuwenden. Gleichzeitig schwindet das Stigma, mit dem alkoholfreies Bier lange behaftet war.\u201c<\/p>\n Weiterhin zeigt die Mintel-Studie, dass die Konsumenten nicht etwa bei wagen Behauptungen bleiben, sondern sich auch ihren Aussagen entsprechend verhalten. So gaben 33 Prozent der Spanier und 23 Prozent der Deutschen an, in den letzten sechs Monaten auch alkoholfreies Bier getrunken zu haben.<\/p>\n Mit ein Grund daf\u00fcr, dass alkoholfreies Bier ein immer positiveres Image erlangt, m\u00f6gen zahlreiche Studien sein, die dessen positive Wirkung best\u00e4tigen. Beispielsweise belegte der Sportmediziner Dr. Johannes Scherr von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Lehrstuhl f\u00fcr Pr\u00e4ventive und Rehabilitative Sportmedizin, anhand einer Studie<\/a>, dass der Konsum von alkoholfreiem Weizenbier eine positive Wirkung auf Marathonl\u00e4ufer hat. So trank die eine Gruppe seiner Probanden zwei Wochen vor einem Marathon t\u00e4glich 1 bis 1,5 Liter alkoholfreies Weizenbier. Die andere Gruppe erhielt ein polyphenolfreies Placebogetr\u00e4nk. Die Personen, die das alkoholfreie Weizenbier bekamen, hatten nach der gro\u00dfen Anstrengung des Marathons deutlich weniger Entz\u00fcndungsmarker im Blut und erkrankten seltener an einem Infekt als die Mitglieder der Kontrollgruppe. \u201eDen Erfolg f\u00fchren wir auf die Polyphenole zur\u00fcck\u201c, meint dazu Dr. Scherr.<\/p>\n Erstaunlich ist auch das Ergebnis einer Studie des Neurologen David Karken von der Universit\u00e4t Indiana in den Vereinigten Staaten. Er wies nach, dass selbst beim Konsum von alkoholfreiem Bier Dopamin ausgesto\u00dfen wird und zu einer gl\u00fccklich machenden Wirkung f\u00fchrt. Daraus folgert er, dass vor allem authentisch schmeckendes alkoholfreies Bier eine \u00e4hnliche Wirkung wie alkoholhaltiges Bier verursacht.<\/p>\n Des Weiteren sind es sicherlich auch interessante neue Produkte, die dem Image des Alkoholfreien gut tun. Beispielsweise entwickelten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachgebietes Brauwesen der Technischen Universit\u00e4t Berlin k\u00fcrzlich f\u00fcr die Start-Up-Gr\u00fcnder Tristan Br\u00fcmmer und Erik Dimter das angeblich weltweit erste alkoholfreie Proteinbier JoyBr\u00e4u<\/a>, dessen Zielgruppe Kraftsportlerinnen und Kraftsportler sind. Seit M\u00e4rz 2018 wird die alkoholfreie Bierspezialit\u00e4t \u00fcber einen Online-Shop vertrieben. Bald soll sie deutschlandweit in den Fitness-Centern zu finden sein. Die Fachjury des \u201eFIBO Innovation & Trend Awards\u201c k\u00fcrte das Produkt zum diesj\u00e4hrigen Gewinner des \u201eBranchen-Oscars\u201c in der Kategorie Lifestyle.<\/p>\n Eine nicht minder aufmerksamkeitsstarke Idee verwirklichte Volkswagen k\u00fcrzlich in Argentinien. Dort braut der Konzern angeblich als erster Autohersteller weltweit sein eigenes alkoholfreies Bier. Die Idee hatte die Agentur DDB Argentina, die nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vor Gefahren von Alkohol am Steuer warnen, sondern stattdessen auf den Belohnungseffekt setzen wollte. In einer angesagten Bar in Buenos Aires wurde das Volkswagen-Bier in einer Aktion speziell an Autofahrer verteilt, die auf Alkohol verzichteten.<\/p>\nAlkoholfreies Bier ist weltweit im Trend<\/strong><\/h2>\n
Allein in Deutschland: 400 alkoholfreie Bier-Sorten <\/strong><\/h2>\n
Studie zeigt: Alkoholfreie Biere sind beliebt und gesellschaftsf\u00e4hig <\/strong><\/h2>\n
Hilfreich beim Marathon-Lauf\u2026<\/strong><\/h2>\n
\u2026und auch beim Kraftsport<\/strong><\/h2>\n
Das Autofahrerbier direkt vom Autokonzern<\/strong><\/h2>\n