{"id":3506,"date":"2018-07-17T16:02:01","date_gmt":"2018-07-17T14:02:01","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3506"},"modified":"2018-08-29T15:39:39","modified_gmt":"2018-08-29T13:39:39","slug":"keine-vision-sondern-realitaet-kuenstliche-intelligenz-in-der-brauindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/keine-vision-sondern-realitaet-kuenstliche-intelligenz-in-der-brauindustrie\/","title":{"rendered":"Keine Vision, sondern Realit\u00e4t: K\u00fcnstliche Intelligenz in der Brauindustrie"},"content":{"rendered":"
Auch f\u00fcr die Brauindustrie geht es immer mehr darum, im digitalen Wandel<\/a> ihre Prozesse zu analysieren, Kunden personalisierter anzusprechen und vor allem Kosten zu sparen. Die ersten Unternehmen experimentieren bereits erfolgreich mit K\u00fcnstlicher Intelligenz.<\/strong><\/p>\n <\/p>\n In vielen Industriezweigen ist es ein zentrales Thema, mit dem Unternehmen neue Kunden gewinnen, Marktanteile erobern und ihre Effizienz im globalen Wettbewerb steigern: Das Zauberwort hei\u00dft K\u00fcnstliche Intelligenz (KI). Experten prophezeien, dass neue Technologien, bei denen Maschinen in der Lage sind, eigenst\u00e4ndig zu lernen und zu handeln, die Wirtschaft in den kommenden Jahren massiv ver\u00e4ndern werden. Mit ersten Versuchen will sich jetzt auch die Brauindustrie auf diesem noch jungen Innovationsfeld profilieren.<\/p>\n Dass KI-Systeme vielerlei Verfahren in der Brauindustrie vereinfachen und verbessern k\u00f6nnen, dokumentieren bereits die Erfahrungen einiger Pioniere. Eines der markanten Erfolgsbeispiele ist die Carlsberg Brauerei in Kopenhagen, die angeblich pro Tag in ihren Labors bis zu 1000 Bierproben entwickelt. Um diese genau zu erfassen, t\u00fcftelte Carlsberg gemeinsam mit dem \u201eInterdisciplinary Nanoscience Center\u201c der Universit\u00e4t Aarhus, mit Microsoft und der Technischen Universit\u00e4t von D\u00e4nemark ein System namens \u201eBeer Fingerprinting Project\u201c aus. Entwickelt wurden dabei spezielle KI-Algorithmen, die im Zusammenspiel mit eigens entwickelten Hightech-Sensoren, feinste Aromen sowie Nuancen im Bier \u00e4u\u00dferst schnell bestimmen k\u00f6nnen. Das hilft nicht zuletzt bei der Entwicklung neuer Sude, um diese geschmacklich zu verbessern, dem ver\u00e4nderten Kundengeschmack anzupassen und schneller auf den Markt zu bringen.<\/p>\n Wie ein neues Produkt dann bei den Konsumenten ankommt, erfahren die meisten Brauereien noch immer meist nur bei traditionellen Verkostungen, durch die Entwicklung beim Abverkauf oder allenfalls durch Bewertungsplattformen im Internet. Die IntelligentX Brewing Company, ein junges Start-up-Unternehmen in London, hat jedoch ein System entwickelt, um viel schneller ein Kunden-Feedback zu bekommen und damit beispielsweise den Erfolgsverlauf eines neuen Sudes zu erkennen. Bei dem Ergebnis handelt es sich wahrscheinlich um die ersten Biere im Handel, die mit Hilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz fortentwickelt und vermarktet werden.<\/p>\n Wer die vier Sorten namens \u201eAI\u201c<\/a> probiert, gelangt \u00fcber einen Code auf der Flasche zum Facebook Messenger und kann dort seine Meinung dazu abgeben. Mit dem System wird via Multiple Choice abgefragt, wie das Bier generell geschmeckt hat, und wie w\u00fcrzig, hopfig oder fruchtig es auf einer Skala von eins bis zehn war. Die gesammelten Daten analysiert das System automatisch und schl\u00e4gt dem Braumeister daraufhin die ge\u00e4nderte Rezeptur f\u00fcr den n\u00e4chsten Sud vor. \u201eBei unserem Bier nutzen wir maschinelles Lernen, um schneller als je zuvor ein Kundenfeedback zu erhalten\u201c, sagt Hew Leith, CEO von IntelligentX. So k\u00f6nne man umgehend auf Geschmacksver\u00e4nderungen der Konsumenten reagieren.<\/p>\n Nicht nur in D\u00e4nemark und England, sondern auch in Japan setzen Brauereien auf intelligente Software bei der Suche nach dem perfekten Geschmack. Die Kirin Brewery in Tokyo etwa nutzt k\u00fcnstliche Intelligenz, um Aufgaben bei der Bierherstellung zu \u00fcbernehmen und ihre Produktentwicklung zu optimieren. F\u00fcr die Realisierung tat sich Kirin mit dem Mitsubishi Research Institute zusammen um ein KI-Programm zu installieren, das Testdaten von mehr als 20 Jahren nutzt. Damit sollen perfekte Bierrezepte und Sude mit idealer Farbe, Alkoholgehalt und Aroma erschaffen werden. Spezielle Algorithmen sollen k\u00fcnftig auch die Entwicklungszeit der Produkte verk\u00fcrzen und somit auch die Brauer entlasten.<\/p>\n Auch in den USA optimieren bereits einige Brauereien ihre Prozesse mit K\u00fcnstlicher Intelligenz. Als Vorreiter gilt Deschutes Brewing in Bend, im US-Staat Oregon, die zu einer der gr\u00f6\u00dften Craft-Braust\u00e4tten im Lande z\u00e4hlt. Um ein qualitativ hochwertiges Bier zu produzieren, wurden mit KI-Systemen alle Brauphasen exakt kontrolliert \u2013 auch die Fermentation. So haben die Deschutes-Macher maschinelles Lernen implementiert, um den G\u00e4rprozess zu automatisieren und zu verbessern. Mit einer Beratergruppe und dem US-Hersteller Microsoft wurde ein System entwickelt, das anschl\u00e4gt, sobald die G\u00e4rung nicht so optimal funktioniert wie sie sollte. Schon bei der geringsten Temperatur regiert das System, greift selbstst\u00e4ndig in den Prozess ein, sichert die Daten und rettet den Sud.<\/p>\n Seitdem solche Entwicklungsschritte die Phantasien der Brauer in aller Welt befl\u00fcgeln, t\u00fcfteln IT-Experten an immer neueren Anwendungsm\u00f6glichkeiten und Systemen auf KI-Basis. Nach Ansicht von Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrums f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (DFKI)<\/a> in Saarbr\u00fccken, kann ein Unternehmen \u2013 egal aus welcher Branche \u2013 in Zukunft nicht auf den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz verzichten: \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz hilft, gro\u00dfe Datenmengen besser zu nutzen, Prozesse zu automatisieren, Feedback in Echtzeit auszuwerten und schneller am Markt zu agieren.\u201c<\/p>\n Von der Zukunftsmusik zur Realit\u00e4t: Die Technik rund um KI hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Unternehmen aus allen m\u00f6glichen Bereichen der Getr\u00e4nke- und Liquid-Food-Industrie nutzen KI, um die Qualit\u00e4tssicherung zu optimieren, bessere Prognosemodelle zu schaffen und mit den Branchentrends mithalten zu k\u00f6nnen. So hat die neue Technologie auch bereits Einzug in die Brauindustrie gehalten. Auch zuk\u00fcnftig werden die Grenzen zwischen physischer und digitaler Welt weiter verschwimmen. Welche Chancen und M\u00f6glichkeiten aus dieser neuen Technologie entstehen und was das konkret f\u00fcr die Branche bedeutet, erfahren Besucher auf der drinktec 2021<\/a>.<\/p>\nPionierleistungen in der Brauindustrie<\/strong><\/h2>\n
Feedback via K\u00fcnstliche Intelligenz<\/strong><\/h2>\n
K\u00fcnstliche Intelligenz zur Prozessoptimierung<\/strong><\/h2>\n
In Zukunft ein Muss<\/strong><\/h2>\n
K\u00fcnstliche Intelligenz meets drinktec<\/strong><\/h2>\n