{"id":3405,"date":"2018-05-14T11:51:31","date_gmt":"2018-05-14T09:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3405"},"modified":"2018-08-24T09:56:47","modified_gmt":"2018-08-24T07:56:47","slug":"digital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/wein\/digital\/","title":{"rendered":"Wein wird digital: Potenziale in der Weinbranche"},"content":{"rendered":"

Digitalisierung ist in aller Munde, und obwohl der Begriff so h\u00e4ufig gebraucht wird, versteht jeder was anderes darunter. Das Spektrum ist gro\u00df und reicht von der <\/strong>Automatisierung im Produktionsbereich<\/strong><\/a> bis hin zum Austausch von Informationen, der zwischen Produzenten und Lebensmittelh\u00e4ndlern vielfach noch analog erfolgt. Vor allem im Verkauf und im Back-Office-Bereich wird noch immer viel \u00bbper Hand erledigt\u00ab, was eigentlich digital erfolgen k\u00f6nnte. Deshalb birgt die Digitalisierung in diesem Bereich viel Optimierungspotenzial und kann helfen knappe Ressourcen besser zu nutzen.<\/strong><\/p>\n

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Viel Arbeitszeit wird von qualifiziertem Personal beansprucht, das eigentlich beraten und verkaufen sollte. Das Hauptproblem bilden die Unmengen an Daten, die jeden Wein und jeden Artikel begleiten, die wieder und wieder neu erfasst und in Datenbanken gespeichert werden. Das f\u00e4ngt beim Winzer im Kellerbuch an, in das alle f\u00fcr die Produktion wichtigen Daten erfasst werden und reicht bis zur Erstellung von Angeboten und Preislisten, die dem Handel f\u00fcr den Verkauf dienen.<\/p>\n

Digital statt analog: Optimierung und mehr Sicherheit <\/strong><\/h2>\n

Au\u00dfer, dass die jeweilige Erfassung der Daten eines Weines wertvolle Arbeitszeit kostet, ist sie auch \u00fcberaus fehleranf\u00e4llig. Die erfassten Informationen reichen vom Jahrgang \u00fcber die Herkunft, die engere geografische Bezeichnung wie etwa dem Namen des Weinbergs, der Rebsorte, der Qualit\u00e4tskategorie oder der Geschmacksrichtung bis zu den analytischen Werten und werden erg\u00e4nzt mit der Historie des Produktes, seiner Erzeugung und einer Vielzahl weiterer handelsrelevanter Daten. Durch die vielfach manuelle Erfassung entstehen zahlreiche Medienbr\u00fcche, die eigentlich gar nicht erforderlich w\u00e4ren. Denn vom Winzer \u00fcber die Kontrollbeh\u00f6rden und Analyselabore bis hin zu den Zwischenh\u00e4ndlern im Gro\u00df- und Einzelhandel und selbst in der Gastronomie verwalten alle an der Wertsch\u00f6pfungskette beteiligten ihre Daten in digitalisierter Form.<\/p>\n

Das Problem? Die Vernetzung<\/strong><\/h2>\n

Das Problem des Systems steckt in der ungen\u00fcgenden digitalen Vernetzung. Nach Berechnungen von Forschern der Hochschule Geisenheim University<\/a> kosten die Medienbr\u00fcche die Weinbranche allein in Deutschland j\u00e4hrlich rund 15 Millionen Euro f\u00fcr die Datenerfassung, ganz zu schweigen von den Kosten die durch die vielen Fehler entstehen, die sich durch die manuelle Eingabe einschleichen. Wie in anderen Bereichen der Wirtschaft sind die einzelnen Unternehmen und Kontrollinstitutionen in der Regel intern digitalisiert, nach au\u00dfen hin fehlt jedoch ein einheitlicher Standard f\u00fcr die digitale Vernetzung.<\/p>\n

Der bekannteste Standard zum digitalisierten Warenaustausch von GS 1, den die meisten als Strich- oder Scanner-Code auf einer Vielzahl von Produkten des t\u00e4glichen Bedarfs kennen, hilft bei der komplizierten Materie Wein nicht weiter. Die hinter den Strichcodes hinterlegten Daten enthalten zu wenige spezifische Angaben, um dar\u00fcber eindeutig und effizient einzelne Weine zu verwalten. Die bisherige Digitalisierung auf Unternehmensebene n\u00fctzt somit wenig, wenn es darum geht Informationen und Daten zwischen verschiedenen Marktteilnehmern auszutauschen. Der Austausch und die Weitergabe von Informationen sto\u00dfen dabei schnell an ihre Grenzen, da viele unterschiedliche Datenbanken bestehen und diese nicht in der Lage sind, ohne weiteres miteinander zu kommunizieren. Es ist als spr\u00e4chen sie unterschiedliche Sprachen, weshalb die Verst\u00e4ndigung nicht funktioniert.<\/p>\n

Die L\u00f6sung? Eine Daten-Plattform<\/strong><\/h2>\n

Es gibt zwei denkbare M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die L\u00f6sung des Problems: L\u00f6sung Nummer eins: Alle Teilnehmer verst\u00e4ndigen sich auf einen einheitlichen Standard. Dies ist mehr als unrealistisch, da zu viele unterschiedliche Systeme bestehen und man sich auf einen gemeinsamen Standard wird kaum einigen k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4ren viele Investitionen der Vergangenheit verlorenes Kapital. L\u00f6sung Nummer zwei besitzt da schon wesentlich mehr Chancen f\u00fcr eine Verwirklichung: Es wird eine von allen Marktteilnehmern nutzbare Plattform in Form eines IT-Programms geschaffen, das als sogenannte \u00bbMiddleware\u00ab den neutralen Austausch von Daten und Informationen gestattet, die dazu jederzeit weiter erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n

Jeder Teilnehmer erh\u00e4lt \u00fcber eine Schnittstelle Zugang und kann dar\u00fcber Informationen senden und empfangen. Im Bereich des deutschen Buchhandels ist in Form der VLB-Datenbank und des zur Identifikation eines jeden Buches verwendeten ISBN-Code bereits eine solche L\u00f6sung vorhanden. F\u00fcr die Weinbranche besteht die gleiche Herausforderung, ein solches System zu schaffen. Die Erwartungen sind nicht zu gering, dass von der Einf\u00fchrung eines solchen digitalen Systems die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Branche in ganz entscheidendem Ma\u00dfe abh\u00e4ngen wird.<\/p>\n