{"id":3268,"date":"2018-03-01T17:47:07","date_gmt":"2018-03-01T16:47:07","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3268"},"modified":"2018-08-24T10:04:10","modified_gmt":"2018-08-24T08:04:10","slug":"jahrgang-2017-lese-frueh-menge-mini-qualitaet-top","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/wein\/jahrgang-2017-lese-frueh-menge-mini-qualitaet-top\/","title":{"rendered":"Jahrgang 2017: Lese fr\u00fch, Menge mini, Qualit\u00e4t top"},"content":{"rendered":"

In ganz Europa fiel die Weinernte<\/a>\u00a0<\/strong>wetterbedingt sehr niedrig aus. Frankreich hatte die kleinste Ernte seit 1945. In Deutschland<\/a>\u00a0<\/strong>liegt die Weinmosternte mit gesch\u00e4tzten 7,4 Millionen Hektoliter deutlich unter dem Vorjahresergebnis (9,069 Millionen Hektoliter), das ziemlich genau dem Zehnjahresmittel entsprach. Der Grund war in Deutschland vor allem ein Sp\u00e4tfrost im April, der die gerade austreibenden Reben kalt erwischte. Die erfrorenen Jungtriebe konnten durch die Pflanzen oft nicht vollst\u00e4ndig ausgeglichen werden, sodass es in einzelnen Lagen zu hohen Ausf\u00e4llen, manchmal Totalausf\u00e4llen kam. Dennoch wurde die Lese bei optimalem Wetter sehr fr\u00fch abgeschlossen. Die geernteten Qualit\u00e4ten werden die Erwartungen der Liebhaber mehr als erf\u00fcllen. Eher leicht<\/a><\/strong>, fruchtig und finessenreich fallen Weine aus dem Jahrgang 2017 meistens aus. Das passt zum klassischen Stil deutscher Weine und kommt den Geschmacksvorlieben vieler Verbraucher sehr entgegen. <\/strong>
\n<\/p>\n

Im Rotweingebiet Ahr<\/strong> profitierten vor allem die sp\u00e4t reifenden Sorten wie Sp\u00e4tburgunder und Riesling vom guten Erntewetter. Die Weine pr\u00e4sentieren sich extraktreich und gehaltvoll mit guter Struktur und typischer feiner Sortenfrucht.<\/p>\n

In Baden<\/strong>, dem w\u00e4rmsten Anbaugebiet Deutschlands, schlug der April-Frost stellenweise so schlimm zu wie seit 1953 nicht mehr. Die Erntemenge liegt mit 1,05 Millionen Hektoliter fast 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die erreichten Mostgewichte und Qualit\u00e4ten waren jedoch gut. Die badischen 2017er Weine fallen animierend aromenreich, komplex und vielschichtig bei harmonischer S\u00e4urestruktur aus.<\/p>\n

In Franken<\/strong> gab es die schnellste und fr\u00fcheste Ernte aller Zeiten. Trotz einiger Wetterunbilden wie Hagel im Sommer und Starkregen vor der Ernte lagen die Erntemengen mit rund 487.000 Hektoliter sogar etwas h\u00f6her als im Vorjahr. 2017 z\u00e4hlt Franken mengenm\u00e4\u00dfig zu den \u201eGewinnern\u201c. Die Weine sind \u00fcberwiegend erfrischend leicht und animierend fruchtig, schlank und elegant.<\/p>\n

Hohe Wein-Qualit\u00e4t trotz Frost<\/strong><\/h2>\n

Ein turbulentes Jahr war 2017 an der Hessischen Bergstra\u00dfe.<\/strong> Nicht nur gab es durch Frostsch\u00e4den Einbu\u00dfen in der Menge, Probleme bereitete auch die teils feuchte Witterung durch F\u00e4ulnis. Durch flei\u00dfige Selektion konnten die Winzer die Qualit\u00e4t retten. Die Bergstr\u00e4\u00dfer Weine des Jahrgangs 2017 fallen sortentypisch und frisch, leichtf\u00fc\u00dfig und elegant aus.<\/p>\n

Die Winzer am Mittelrhein<\/strong> blieben von gr\u00f6\u00dferen Ernteverlusten durch die April-Fr\u00f6ste weitgehend verschont. Allerdings stellte das Jahr die Winzer auf andere Weise vor gro\u00dfe Herausforderungen, etwa durch viel Niederschlag im Sommer und wechselhaftes, feuchtes Wetter zur Erntezeit. Es musste aufw\u00e4ndig selektiert werden. Auch edels\u00fc\u00dfe Spezialit\u00e4ten bis zur Trockenbeerenauslese wurden geerntet. Die Weine pr\u00e4sentieren sich ausgewogen und mit starken Aromen bis konzentriert mit sch\u00f6nem S\u00fc\u00dfe-S\u00e4ure-Spiel.<\/p>\n

An der Mosel<\/strong> wurde so fr\u00fch und mit einem so niedrigen Mengenergebnis wie noch nie seit einem halben Jahrhundert gelesen. Die Aprilfr\u00f6ste betrafen fast ein Drittel der Mosel-Rebfl\u00e4che. Selbst Steillagen litten, was selten vorkommt, weil die Kaltluft nach unten abflie\u00dft. Mit 600.000 Hektoliter f\u00e4llt die Menge geringer als im \u201eneidischen\u201c Jahr 2016 aus. Mitte September wurde schon der Riesling eingebracht, sodass der sprichw\u00f6rtliche Goldene Oktober den Winzern kaum nutzte. Feingliedrig, spielerisch und mineralisch sind die Moselweine mit dem Jahrgang 2017.<\/p>\n

\u201eFrosttrotzer\u201c: Starke Wein-Aromen \u00fcberzeugen<\/strong><\/h2>\n

Das Tief Otto mit der Frostnacht am 20. April bescherte den Winzern an der Nahe<\/strong> teils erhebliche Ausf\u00e4lle auch in Spitzen- und Steillagen. Das meist g\u00fcnstige Wetter im Sommer und zur Lese wirkte sich dann aber positiv auf die verbliebenen Trauben aus. Die Mostgewichte waren gut. Die Nahe-Weine des Jahrgangs 2017 pr\u00e4sentieren sich reint\u00f6nig, gehaltvoll und balanciert.<\/p>\n

Die Winzer in der Pfalz<\/strong> haben etwa 19 Prozent weniger Trauben als sonst eingefahren (rund 1,8 Millionen Hektoliter). Insgesamt hielten sich die Sch\u00e4den in Grenzen. Zur fr\u00fch einsetzenden Ernte war das Wetter hochsommerlich warm, doch gab es kalte N\u00e4chte. Im September k\u00fchlte es dann gegen Ende der Lese ab. So bildeten die Trauben viel Zucker und gute Aromen. Die hohen Mostgewichte und guten S\u00e4urewerte versprechen charaktervolle, ausdrucksstarke Weine. Dass der Jahrgang auf den Namen Frosttrotzer getauft wurde (seit 90 Jahren gibt es in der Pfalz die Tradition der Jahrgangstaufe), zeugt von der typischen Einstellung der Pf\u00e4lzer.<\/p>\n

Die Erntemenge im Rheingau<\/strong> (ca. 180.000 Hektoliter) liegt um rund 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Doch die beiden sp\u00e4t reifenden Hauptrebsorten Riesling und Sp\u00e4tburgunder erbrachten doch noch sehr gute Traubenqualit\u00e4ten und Mostgewichte. Aromenreiche Weine mit harmonischer S\u00e4ure und guter Struktur pr\u00e4gen den 2017er Jahrgang im Rheingau.<\/p>\n

Sp\u00e4t reifende Sorten profitieren vom Jahrgang 2017<\/strong><\/h2>\n

Die Erntemenge im gr\u00f6\u00dften deutschen Anbaugebiet Rheinhessen<\/strong> liegt mit rund 2,05 Millionen Hektoliter rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Bei der \u00e4u\u00dferst fr\u00fchen Lese zeigte sich der Wettergott gn\u00e4dig, nachdem es kurz vor Lesebeginn noch Hegel gegeben hatte. Die Jungweine pr\u00e4sentieren sich sehr fruchtbetont, ausgeglichen und erfrischend. Besonders gelungen sind die Rieslinge, denn gerade die sp\u00e4t reifenden Sorten haben vom Jahrgang 2017 profitiert. Sortentypik und Charme zeichnen die 2017er Rheinhessenweine aus.<\/p>\n

An Saale und Unstrut<\/strong> hatte es gr\u00f6\u00dfere Wetterprobleme bis auf vereinzelte Frostsch\u00e4den im April nicht gegeben. Ungew\u00f6hnlich lange reiften die Trauben, deren Lese Anfang September begann. Die trockenen Weine fallen filigran, fruchtig und leichtf\u00fc\u00dfig aus, typisch Saale-Unstrut.<\/p>\n

Auch in Sachsen<\/strong> blieben die Frostsch\u00e4den gl\u00fccklicherweise aus. Die Mengen und vor allem die Qualit\u00e4ten stimmen. Fruchtige, saftige Weine mit guten Extrakten sind das Ergebnis. Die Erntemenge liegt mit rund 27.000 Hektoliter knapp unter dem Vorjahresergebnis, aber deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel (21.000 Hektoliter).<\/p>\n

Viel M\u00fche hatte das Jahr 2017 den Wengertern in W\u00fcrttemberg<\/strong> gebracht. Schwere April-Fr\u00f6ste verursachten zum Teil erhebliche Ertragsausf\u00e4lle von manchmal 25 bis 30 Prozent, im Taubertal oder im Hohenlohischen sogar 50 bis 60 Prozent. Das ung\u00fcnstige Wetter zur Ernte erzwang vielerorts eine fr\u00fche und z\u00fcgige Lese. Immerhin waren die eingefahrenen Qualit\u00e4ten gut. Das l\u00e4sst einen Jahrgang mit sortentypischen, ausgewogenen und fruchtigen Weinen erwarten.<\/p>\n