{"id":3257,"date":"2018-02-21T11:30:04","date_gmt":"2018-02-21T10:30:04","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3257"},"modified":"2018-08-27T13:41:39","modified_gmt":"2018-08-27T11:41:39","slug":"starkbier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/starkbier\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnfte Jahreszeit: Starkbier-Saison l\u00e4utet ein"},"content":{"rendered":"
Alle Jahre wieder sorgt ein typisch deutscher Bierstil f\u00fcr ausgelassene Feierstimmung in der Fastenzeit: Hinter traditionellem Starkbier verbirgt sich eine jahrhundertealte Historie, auf die inzwischen auch Brauer auf der ganzen Welt aufmerksam werden.<\/strong><\/p>\n <\/p>\n In wenigen Wochen beginnt hierzulande wieder die Starkbier-Zeit. Menschen rund um den Globus nehmen weite Reisen auf sich, um vor allem in Bayern die speziell eingebrauten Sude mit Namen wie \u201eCelebrator\u201c, \u201eMaximator\u201c oder \u201eAnniversator\u201c im Rahmen traditioneller Festivit\u00e4ten in Brauereien und Wirtsh\u00e4usern zu probieren. Das wahrscheinlich bekannteste und beliebteste Event f\u00fcr kr\u00e4ftige Biere findet in M\u00fcnchen auf dem Nockherberg<\/a> statt \u2013 ausgerichtet von der Paulaner Brauerei<\/a>, die vor mehr als 380 Jahren von M\u00f6nchen gegr\u00fcndet wurde. Ausgeschenkt wird auf dem Fest der \u201eSalvator\u201c, ein kastanienbrauner Doppelbock mit einem Alkoholgehalt von 7,9 Prozent. Er gilt als Ur-Vater der bayerischen Starkbiere.<\/p>\n Schon im 15. Jahrhundert brauten die heiligen Br\u00fcder aus der Paulaner Abtei allj\u00e4hrlich kr\u00e4ftig-malzige Sude f\u00fcr die Fastenzeit ein, in der sie auf feste Nahrung verzichten mussten. Um diese karge Zeit des Hungerns leichter zu \u00fcberbr\u00fccken, tranken die M\u00f6nche s\u00e4ttigende Starkbiere. Denn in den Kl\u00f6stern galt die Regel: \u201eFl\u00fcssiges bricht das Fasten nicht\u201c \u2013 und schlie\u00dflich erzielt der Genuss von einem Liter des deftigen Gerstensaftes fast dieselbe nahrhafte Wirkung wie der Verzehr einer ganzen Brotzeit. Bei diesen fl\u00fcssigen Malzbomben handelt es sich meist um Bockbiere, die durch hohe Malzsch\u00fcttung beim Brauprozess gehaltvoller als Helles, Pils & Co. sind. Vorgegeben sind laut Stilbeschreibung mindestens 16 Prozent Stammw\u00fcrze und ein Alkoholgehalt von rund sieben Umdrehungen. Bei Doppelb\u00f6cken liegen beide Werte noch etwas h\u00f6her.<\/p>\n Doch um diesen altehrw\u00fcrdigen Bierstil ranken sich einige Mythen. Eingefleischte Traditionalisten behaupten bis heute, dass Bockbier in Bayern erfunden wurde. Aber seine Geburtsst\u00e4tte hat der Bock nicht in M\u00fcnchen, nicht in Berlin und auch nicht in Hamburg, sondern im nieders\u00e4chsischen Einbeck. Mit 742 amtlich registrierten Brauherren war tats\u00e4chlich die Fachwerkstadt einst Deutschlands Biermetropole schlechthin. Hier wurde schon im 14. Jahrhundert erfolgreich mit kr\u00e4ftigem Bockbier gehandelt, das damals allerdings noch \u201eAinp\u00f6ckisch Bier\u201c hie\u00df und als langhaltbares Lebensmittel galt. Der Vertrieb ging auch in L\u00e4nder wie England, Schweden und Russland<\/a>. Die \u00e4lteste noch vorhandene Rechnung f\u00fcr zwei Tonnen Einbecker Bier ist auf den 28. April 1378 datiert. Dieses Jahr gilt auch als Gr\u00fcndungsdatum des Einbecker Brauhauses, das die Bock-Spezialit\u00e4t erfand. Auch Martin Luther, der ein begnadeter Biertrinker war, soll einst gesagt haben: \u201eDer beste Trank, den einer kennt, der wird Ainp\u00f6ckisch Bier genennt\u201c.<\/p>\n Wegen der schon damals hohen Qualit\u00e4t waren die norddeutschen B\u00f6cke aber auch bei bayerischen Herz\u00f6ge und F\u00fcrsten hochbegehrt. Das Bier schmeckte ihnen so gut, dass sie einfach einen Braumeister aus Einbeck abwarben, der den Trunk in M\u00fcnchen \u201enach einp\u00f6ckscher Brauart\u201d, so die damalige Bezeichnung, produzieren musste. Aus diesem Wortspiel und dem bayerischen Dialekt entwickelte sich schlie\u00dflich der Begriff Bockbier.<\/p>\n Beliebt ist dieser Bierstil aber nicht nur zur Starkbier-Zeit und auch nicht nur in Deutschland. Rund um den Globus trauen sich Brauer inzwischen an verschiedenste Rezepturen von Bockbier. Vor allem in den USA: So entwarf beispielsweise die Weyerbacher Brewing Company in Easton, nahe New York City, gleich einen 10,1-prozentigen Weizenbock namens \u201eBrau Heist\u201c mit vollen Aromen von gebackener Banane. Auch im brasilianischen Blumenau f\u00fchrt die Eisenbahn Brauerei einen Weizenbock im Portfolio, allerdings nur mit acht Prozent. Die Macher der holl\u00e4ndischen Braust\u00e4tte Jopen dagegen kreierten eine rubinrote 6,5-prozentige Bockspezialit\u00e4t aus vier verschiedenen Getreidesorten namens \u201e4-Granen Bok\u201c. Selbst in Polen, Skandinavien und Afrika finden Connaisseurs mittlerweile frisches Bockbier. Bei vielen internationalen Brauereien gehen die Sude aber gern auch wie nach deutschem Vorbild nur saisonal \u00fcber die Theken.<\/p>\nDie Geschichte von Starkbier<\/strong><\/h2>\n
Mythen rund um den altehrw\u00fcrdigen Bierstil<\/strong><\/h2>\n
Bockbier gewinnt an weltweiter Beliebtheit<\/strong><\/h2>\n