{"id":3221,"date":"2018-01-24T12:30:19","date_gmt":"2018-01-24T11:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=3221"},"modified":"2019-07-25T08:10:29","modified_gmt":"2019-07-25T06:10:29","slug":"milchwirtschaft-marktspekulationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/milch_und_liquid_food\/milchwirtschaft-marktspekulationen\/","title":{"rendered":"Milchwirtschaft 2018: Spannende Marktspekulationen zum Jahresbeginn"},"content":{"rendered":"

Zu Beginn eines jeden Jahres steht die Frage nach den wirtschaftlichen Perspektiven oben an \u2013 so auch in der Milchwirtschaft. Wie werden sich die Erl\u00f6se f\u00fcr die wichtigsten Produktgruppen<\/a> entwickeln? Und welche lukrativen M\u00f6glichkeiten gibt es in der Milchverarbeitung? Diese und viele andere Fragen stellen sich Milchwirte Jahr f\u00fcr Jahr weltweit.<\/strong><\/p>\n

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Wie immer bleibt vieles Spekulationen \u00fcberlassen, denn die ber\u00fchmte Kristallkugel wurde zumindest f\u00fcr den Milchmarkt noch immer nicht gefunden. Das haben die Krisen auf dem Milchmarkt seit 2007 deutlich aufgezeigt. Klar ist, dass derzeit fast 358.000 Tonnen Magermilchpulver in der EU<\/a> auf Lager sind \u2013 so viel wie seit den Neunzigerjahren nicht mehr. Diese enormen Mengen, die in der zur\u00fcckliegenden Marktkrise 2015\/2016 auf Halde genommen worden sind, h\u00e4ngen wie das ber\u00fcchtigte Damoklesschwert \u00fcber dem Milchmarkt. Tats\u00e4chlich ist die Produktmenge so gro\u00df, dass sie nicht nur den deutschen oder den europ\u00e4ischen, sondern sogar den weltweiten Milchmarkt in geh\u00f6rige Schieflage bringen k\u00f6nnte, w\u00fcrde sie auf die M\u00e4rkte losgelassen werden. Die EU-Kommission, die den Milchpulverberg verwaltet, d\u00fcrfte sich ihrer Verantwortung wohl bewusst sein. Auch wenn Phil Hogan, EU-Kommissar f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung, wiederholt erkl\u00e4rt hat, dass er keine Lust dazu hat, den weltgr\u00f6\u00dften H\u00e4ndler f\u00fcr Magermilchpulver zu mimen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Br\u00fcssel das Pulver schlagartig freisetzen wird. Nur ist auch davon auszugehen, dass die Ware irgendwann, bevor sie schlecht wird, auf den Markt kommen wird. Wie dies bewerkstelligt werden kann, ist im Moment v\u00f6llig offen.<\/p>\n

Butterpreise st\u00fcrzen ab<\/strong><\/h2>\n

Eine andere Gefahr f\u00fcr die Erl\u00f6se ist bereits real geworden: Die Butterpreise sind nach einem kurzfristig unerh\u00f6rten H\u00f6henflug im letzten Jahr auf rasante Talfahrt gegangen. Diese Entwicklung ist so brisant, dass die ersten Molkereien ihre Auszahlung an die milcherzeugenden Landwirte zum Jahresbeginn um circa zehn Prozent k\u00fcrzen mussten. Wie lange der Abw\u00e4rtskurs weitergeht, ist offen.<\/p>\n

Milchwirtschaft: Verbesserungen mit Hochdruck<\/strong><\/h2>\n

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwierigkeiten in der Milchwirtschaft bleibt es spannend, was dieses Jahr so mit sich bringt. Vor allem auch, weil viele Molkereien noch weiteren Herausforderungen gegen\u00fcberstehen: Im Radar der Verbraucher kommt der Begriff \u201eTierwohl\u201c immer h\u00e4ufiger \u00fcber den Horizont. Die Milcherzeuger und -verarbeiter haben dies l\u00e4ngst erkannt und arbeiten mit Hochdruck an Verbesserungen, wie z.B. mehr Weidegang oder weniger Anbindehaltung.<\/p>\n

Tats\u00e4chlich wurde auch schon viel erreicht. Es besteht aber weiterhin die Gefahr, dass der Politik das momentane Ver\u00e4nderungstempo nicht ausreicht und zu viel auf einmal eingefordert wird. Dass einzelne Molkereien ihren Landwirten bereits den Einsatz von Glyphosat im Vorgriff auf m\u00f6gliche gesetzliche Regelungen verboten haben, spricht B\u00e4nde. W\u00e4hrend die Bauern dies wohl noch relativ einfach umsetzen k\u00f6nnen \u2013 allerdings nicht ohne wirtschaftliche Verluste \u2013, d\u00fcrfte ein Aus f\u00fcr die Anbindehaltung nicht so schnell und leicht umsetzbar sein.<\/p>\n

2018 verspricht auf jeden Fall eines ganz sicher: Es wird ein aufregendes Jahr f\u00fcr die Milchwirtschaft.<\/p>\n