{"id":2231,"date":"2017-07-27T15:56:26","date_gmt":"2017-07-27T13:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=2231\/"},"modified":"2018-08-23T13:40:47","modified_gmt":"2018-08-23T11:40:47","slug":"zukunft-biokunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/alkoholfreie-getraenke\/zukunft-biokunststoffe\/","title":{"rendered":"Hei\u00dft die Zukunft Biokunststoffe?"},"content":{"rendered":"

Immer h\u00e4ufiger ist heute die Rede von Biokunststoffen. Doch was genau versteht man eigentlich unter diesem Begriff? Inwieweit ist der Verbraucher \u00fcber den Einsatz von Biokunststoffen bereits informiert? Und welche Biokunststoff-Optionen bestehen schon jetzt f\u00fcr die Getr\u00e4nkeverpackungsbranche?<\/strong><\/p>\n

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Generell: Die Bezeichnung Biokunststoffe ist nicht gesetzlich gesch\u00fctzt und eine einheitliche Definition gibt es nicht. In der Regel werden Werkstoffe als Biokunststoffe bezeichnet, wenn sie zu einem wesentlichen Anteil oder ausschlie\u00dflich aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Au\u00dferdem ist zwischen biobasiert und bioabbaubar zu unterscheiden. So stammen biobasierte Kunststoffe immer aus pflanzlichen oder tierischen Quellen und nicht etwa aus endlichen Rohstoffquellen wie Erd\u00f6l. Bioabbaubare Kunststoffe m\u00fcssen jedoch nicht unbedingt aus nachwachsenden Ressourcen kommen. Folglich k\u00f6nnen Biokunststoffe biobasiert oder bioabbaubar oder auch beides sein<\/p>\n

Laut Marktforschungsinstitut Ceresana vereinen Biokunststoffe heute erst einen Prozent der rund 300 Millionen Tonnen Kunststoff, die jedes Jahr produziert werden, auf sich. Jedoch mit stark steigender Tendenz. European Bioplastics prognostiziert in n\u00e4chster Zeit Wachstumsraten zwischen 20 und 100 Prozent j\u00e4hrlich.<\/p>\n

Biokunststoffe: Rohstoffe aus Abfall<\/strong><\/h2>\n

Geforscht wird in alle m\u00f6glichen Richtungen. Vielfach geht es darum, Rohstoffe aus Abfallstoffen zu gewinnen. Hier wird die Verwertung von Unterschiedlichstem angedacht: Von Maisst\u00e4rke, Holzchips und Grasschnitt \u00fcber Stroh, Algenabf\u00e4lle und Molke bis hin zu Kartoffelpulpe, Orangenschalen oder Chicor\u00e8e-Abf\u00e4lle \u2013 all das steht auf der Agenda. Ziel dabei: m\u00f6glichst erst gar nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung zu treten.<\/p>\n

Der Verbraucher wei\u00df zu wenig \u00fcber Biokunststoffe<\/strong><\/h2>\n

W\u00e4hrend die Industrie sich nahezu unerm\u00fcdlich mit Biokunststoffen besch\u00e4ftigt, scheint der Verbraucher in diesem Bereich noch eher unbedarft. Das verdeutlicht eine Umfrage der Hochschule Hannover. 36,3 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal von Biokunststoffen geh\u00f6rt zu haben. 56,7 Prozent konnten mit dem Begriff nichts anfangen. Nur 7 Prozent glaubten sicher zu wissen, um was es sich genau handelt. Von ihnen waren jedoch etwa zwei Drittel der Meinung, alle Biokunststoffe seien bioabbaubar. Was deutlich zeigt: Erkl\u00e4rung tut Not.<\/p>\n

PEF: Chicor\u00e9e-Wurzelr\u00fcben finden ihre Bestimmung<\/strong><\/h2>\n

Vor allem, weil es bereits durchaus erfolgreiche Projekte gibt, bei denen verst\u00e4rkte Kommunikation sicherlich gut ank\u00e4me. \u00c4u\u00dferst interessant: Die Verwendung von Chicor\u00e9e-Wurzelr\u00fcben als Basis von PEF (Polyethylenfuranoat)-Flaschen<\/a>. Bislang wird dieser Rohstoff \u2013 und davon gibt es in Europa j\u00e4hrlich ca. 800.000 Tonnen \u2013 auf einer Kompostieranlage oder in der Biogasanlage entsorgt. In einem fr\u00fcheren Forschungsprojekt gelang es Prof. Dr. Andrea Kruse von der Universit\u00e4t Hohenheim bereits, die f\u00fcr PEF-Herstellung wesentliche Basis-Chemikalie HMF (Hydroxymethylfurfural) aus Fruchtzucker zu gewinnen. Doch, so Kruse: \u201eFructose ist essbar. Es gibt bessere Verwendungszwecke als HMF daraus zu gewinnen. Anders bei der Chicor\u00e9e-Wurzelr\u00fcbe. Sie war bislang nur ein Abfallprodukt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen PEF-Verpackungen aus Chicor\u00e9e-HMF beispielsweise d\u00fcnner gezogen werden als die aus Erd\u00f6l-PET. Das spart Transportkosten und verbessert die Umweltbilanz.\u201c Geeignet soll das Material sowohl f\u00fcr kohlens\u00e4urehaltige als auch f\u00fcr stille Getr\u00e4nke sein. Wesentlicher weiterer Pluspunkt: PEF bietet eine erh\u00f6hte Dichtigkeit gegen Gase wie Kohlendioxid und Sauerstoff. Die abgef\u00fcllten Getr\u00e4nke sind damit besonders lange haltbar.<\/p>\n

Eine Zukunft f\u00fcr PEF sehen auch BASF und Avantium. Sie gr\u00fcndeten k\u00fcrzlich das neue Gemeinschaftsunternehmen Synvina, dessen Ziel unter anderem die Herstellung und Vermarktung von PEF ist. Eine weitere Zusammenarbeit mit The Coca-Cola Company, Danone und Alpla zur Entwicklung von PEF-Flaschen soll stattfinden.<\/p>\n

Vielf\u00e4ltige Ideen in punkto Verpackung<\/strong><\/h2>\n

Ein ebenfalls interessantes Konzept ist das des \u00f6sterreichischen Unternehmens Naku, das eine Flasche aus PLA (Polylactide<\/a>) auf den Markt bringt. \u201eDas neuartige Material wird zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und besteht aus Milchs\u00e4ure\u201c, so Johann Zimmermann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Gr\u00fcnder des Unternehmens. Die Flasche soll laut Unternehmensangaben 10-fach billiger und 20-mal leichter sein als Glas und unter anderem als Verpackung f\u00fcr frische Fruchts\u00e4fte, Smoothies und Milchprodukte sehr geeignet sein.<\/p>\n

Doch es ist nicht nur die Flasche als \u201eBiogebinde\u201c in der AfG-Branche angedacht. Beispielsweise pr\u00e4sentierte der Berliner Hersteller von Obst- und Gem\u00fcses\u00e4ften Erdb\u00e4r f\u00fcr seine Kindermarke \u201eFreche Freunde\u201c neue Trinkbeutel, die zu mehr als 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Das verwendete Verbundmaterial der Quetschbeutel ist angeblich aus PET, zuckerrohrbasiertem gr\u00fcnem PE und barrieref\u00e4higem PET HB. Die Verschlusskappe und das Mundst\u00fcck sind aus gr\u00fcnem PE.<\/p>\n

Informiert bleiben und nachhaltige M\u00f6glichkeiten nutzen<\/strong><\/h2>\n

Branchenexperten sind davon \u00fcberzeugt, dass vieles, was heute vielleicht noch gar nicht denkbar ist, mit Biokunststoffen m\u00f6glich gemacht wird. Das gilt auch f\u00fcr die Verpackung von alkoholfreien Getr\u00e4nken. Hier hei\u00dft es, informiert zu bleiben und gezielte Verbraucherinformation keinesfalls zu vernachl\u00e4ssigen. Denn schlie\u00dflich ist gerade das nachhaltige Agieren bei der Verpackung immer auch Werbeargument und Wettbewerbsvorteil zugleich.<\/p>\n

W\u00e4hrend der drinktec l\u00e4sst sich \u00fcber Biokunststoffe aus unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus diskutieren und unter anderem auch kl\u00e4ren, inwieweit die einfache Verarbeitung von Gebinden aus Biokunststoff auf bestehenden und neuen Anlagen gegeben ist. Beispielsweise eignet sich die Innovation Flow Lounge<\/a> hervorragend f\u00fcr derartige Gespr\u00e4che. W\u00e4hrend der Fachkonferenz PETnology Europe<\/a> sowie im Ausstellungsbereich PETpoint<\/a> stehen PET-Innovationen und -Entwicklungen im Fokus. Auch hier werden interessante Diskussionen \u00fcber nachhaltige PET-L\u00f6sungen stattfinden.<\/p>\n

Die\u00a0Innovation Flow Lounge wird unterst\u00fctzt von:<\/em><\/p>\n