{"id":2092,"date":"2017-07-05T17:31:56","date_gmt":"2017-07-05T15:31:56","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=2092\/"},"modified":"2018-08-23T11:13:03","modified_gmt":"2018-08-23T09:13:03","slug":"schmeckt-nicht-gibts-bei-wein-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/wein\/schmeckt-nicht-gibts-bei-wein-nicht\/","title":{"rendered":"Themenwoche Geschmacksvielfalt: \u201eSchmeckt nicht\u201c gibt\u2018s bei Wein nicht"},"content":{"rendered":"

Wenn sogar Wasser schmeckt, kann es beim Wein angesichts der \u00fcber 500 nachgewiesenen Aromen kaum anders sein. Die Frage ist: Was schmecken wir, wie entsteht der Geschmack und wie unterscheiden sich Wein-Aromen?<\/strong><\/p>\n

Wenn Kaffeetanten tratschend beim Kaffeekr\u00e4nzchen sitzen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie sich \u00fcber den Geschmack des Kaffees unterhalten. Sitzen dagegen Weinliebhaber beisammen, kommt das Gespr\u00e4ch mit ziemlicher Sicherheit irgendwann auf die Aromen im Wein. Deren Vielfalt ist beeindruckend und der echte Weinliebhaber studiert die Aromen sein Leben lang mit Leidenschaft. F\u00fcr welches andere Lebens- und Genussmittel gibt es nicht nur Sensorik-Seminare, sondern sogar Aroma-Sets zu kaufen, mit denen man seinen Geruchs- und Geschmacks-Sinn trainieren kann?<\/p>\n

Das Aroma bestimmt den Geschmack<\/strong><\/h2>\n

Bekanntlich kann unsere Zunge nur wenige Geschmacks-Komponenten wahrnehmen (s\u00fc\u00df, sauer, salzig, bitter sowie \u201eumami\u201c). Fast alles, was wir zu schmecken glauben, ist in Wahrheit ein Riechen. Deshalb sorgen Weinliebhaber durch das ber\u00fchmte Schl\u00fcrfen f\u00fcr einen Luftstrom. Mit diesem wird das Aroma zur Riechschleimhaut bef\u00f6rdert. Die Wein-Aromen k\u00f6nnen n\u00e4mlich nur \u00fcber die Luft wahrgenommen werden. Aus diesem Grund gibt es auch eine Vielzahl speziell geformter Gl\u00e4ser, in denen das Aroma sich \u201eentfalten\u201c soll. Die Wahrnehmung selbst ist \u00e4u\u00dferst subjektiv. Pers\u00f6nliche Erfahrungen und Vorlieben spielen da hinein, ebenso wie Stimmungen und sogar die Tageszeit. Fachleute verkosten daher meist im Team, um Unterschiede in der Wahrnehmung und Beurteilung auszugleichen. Die Profis unterscheiden verschiedene Aroma-Arten: Das Prim\u00e4r-Aroma ergibt sich durch die Weinsorte, das Sekund\u00e4r-Aroma entsteht bei der G\u00e4rung und das Terti\u00e4r-Aroma wird erst bei der Reifung im Holzfass oder in der Flasche durch chemische Vorg\u00e4nge gebildet. Vor allem Letzteres kann den Charakter des Weines mit der Zeit entscheidend pr\u00e4gen.<\/p>\n

Wer sich mit den Grundlagen der Wein-Verkostung vertraut machen m\u00f6chte, kann dies an der SIMEI Sensory Bar<\/a> auf der diesj\u00e4hrigen SIMEI@drinktec<\/a> in M\u00fcnchen tun. Die drinktec findet in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der SIMEI, der weltweit f\u00fchrenden Messe f\u00fcr Weintechnologie, statt. In einem gesonderten Ausstellungsbereich<\/a> stellen internationale Vertreter der Weinindustrie Produkte rund um die Herstellung, Abf\u00fcllung und Verpackung von Wein vor.<\/p>\n

Weine m\u00fcssen \u201etypisch\u201c und \u201eharmonisch\u201c sein<\/strong><\/h2>\n

Wie muss ein Wein schmecken? \u201eGut\u201c, wird die Antwort meistens lauten. Aber wann ist ein Wein \u201egut\u201c? Er muss, erstens, fehlerlos sein. Ist ein Wein technisch schlecht gemacht oder \u201ekrank\u201c (bestes Beispiel ist der ber\u00fchmte Korkschmecker), f\u00e4llt das auch dem Laien auf. Zweitens muss er typisch f\u00fcr seine Herkunft oder Sorte schmecken. Um dies zu beurteilen, braucht es \u2013 logisch \u2013 Erfahrung, die man nur durch h\u00e4ufiges Probieren und Vergleichen bekommt. In Deutschland bekommt kein Qualit\u00e4tswein, der diese beiden Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt, seine Amtliche Pr\u00fcfnummer. Das Wichtigste ist das dritte Kriterium: Ist der Wein harmonisch, das hei\u00dft, stehen alle Komponenten in einem guten und angenehmen Verh\u00e4ltnis zueinander? Hier kommen nicht nur die sortentypischen Aromen wie \u201erote Fr\u00fcchte\u201c (bei Rotweinen) oder \u201ePfirsichnoten\u201c (bei Riesling) ins Spiel, sondern auch Komponenten wie S\u00fc\u00dfe und S\u00e4ure oder auch, bei Rotweinen, die Gerbstoffe.<\/p>\n

Der passende Wein f\u00fcr jede Situation<\/strong><\/h2>\n

Auch die Intensit\u00e4t und L\u00e4nge der Wahrnehmung sind Qualit\u00e4tskriterien, die von extrakt- und alkoholreichen Weinen in der Regel besser erf\u00fcllt werden. Sp\u00e4tlesen und Weine, die aus ertragsreduzierten Reben stammen, sind deshalb teurer. Aber auch \u201ebesser\u201c? Um dies zu beurteilen, muss ein weiterer Aspekt ber\u00fccksichtigt werden: der Anlass. F\u00fcr die sommerliche Terrasse ist nun mal ein gereifter, komplexer Wein nicht \u201ebesser\u201c als ein junger, frischer und fruchtbetonter Tropfen. Kurzum: ein Wein ist gut, wenn er geschmacklich \u00fcberzeugt und f\u00fcr den Moment des Genie\u00dfens als stimmig und passend empfunden wird. Die Kunst und der Reiz ist es, diesen Wein zu finden!<\/p>\n