{"id":1918,"date":"2017-06-08T10:44:15","date_gmt":"2017-06-08T08:44:15","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=1918\/"},"modified":"2017-06-26T15:10:15","modified_gmt":"2017-06-26T13:10:15","slug":"unter-verschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/wein\/unter-verschluss\/","title":{"rendered":"Unter Verschluss"},"content":{"rendered":"

Einfach nur dicht halten <\/strong>\u2012<\/strong> das war gestern! Heute werden h\u00f6here Anforderungen an Verschl\u00fcsse f\u00fcr Weinflaschen gestellt. Sind wir auf dem Weg zum \u201eintelligenten\u201c Verschluss?<\/strong><\/p>\n

Naturkork, Granulatkork, Drehverschluss, Kunststoff-Stopfen oder Glasverschluss \u2013 ganz zu schweigen vom Kronkorken: Der Winzer hat viele M\u00f6glichkeiten. Aber welcher Verschluss ist der beste? Schwer zu sagen! Tendenziell l\u00e4uft es wohl auf das Duell zwischen Naturkork und Aluminium-Drehverschluss hinaus, obwohl es auch gute Argumente gibt f\u00fcr Kunststoff-Verschl\u00fcsse wie die von Marktf\u00fchrer Nomacorc oder den haptisch angenehmen Glasverschluss, der sich als Allzweck-Flaschenverschluss wiederverwenden l\u00e4sst. Neuere, aufw\u00e4ndige Entwicklungen verbinden die Vorteile unterschiedlicher Verschlusstypen \u2013 beispielsweise indem auf einen Granulatkorken eine Naturkorkscheibe geleimt wird. So wird daraus ein Scheibenkorken. Die Wahl des richtigen Verschlusses kann f\u00fcr Produzenten und Abf\u00fcller entscheidend sein, denn es geht um die Entwicklung des Weins, die Akzeptanz beim Verbraucher aber auch um Produktionskosten und vieles mehr. Abf\u00fcll- und Verpackungstechnik, Verschlie\u00dfmaschinen und Verschl\u00fcsse f\u00fcr unterschiedlichste Anwendungen sind deshalb in diesem Jahr besonders wichtige und spannende Ausstellungsbereiche der drinktec.<\/p>\n

Erfolg liegt auch am Verschluss<\/strong><\/h2>\n

Beginnen wir mit den Herausforderungen beim Verschluss: Am bekanntesten (und am meisten gef\u00fcrchtet) ist der Korkschmecker, ein Weinfehler, der durch eine Substanz namens TCA (2,4,6-Trichloranisol) verursacht wird. Wie die in den Korken hineinkommt, ist noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Angeblich sollen auch Holzschutzmittel, mit denen zum Beispiel Lagerkisten behandelt werden, den TCA-Fehler hervorrufen k\u00f6nnen \u2012 selbst wenn der Wein gar nicht mit Naturkorken verschlossen ist! Ein weiterer Fehler ist der unangenehme Geruch von Weinen, die allzu reduktiv, also ohne Sauerstoffeinwirkung, ausgebaut wurden. Derlei \u201eB\u00f6ckser\u201c kreiden Kritiker gerne den absolut luftdichten Drehverschl\u00fcssen an. Das Argument: Jeder Wein braucht ein bisschen Sauerstoff, er muss durch den Verschluss ein wenig \u201eatmen\u201c k\u00f6nnen. Heute werden Weine oft unter dem Schutz von Kohlendioxid abgef\u00fcllt, sodass gar kein Sauerstoff in die Flasche gelangen kann.<\/p>\n

Gibt es den \u201ebesten\u201c Korken?<\/strong><\/h2>\n

Die L\u00f6sung w\u00e4re also entweder ein Naturkork, der den TCA-Fehler zuverl\u00e4ssig ausschlie\u00dft, oder ein anderer Verschluss, der gerade so luftdurchl\u00e4ssig wie n\u00f6tig ist. Gut aussehen muss er freilich auch und den Verbraucher ansprechen. Der ist oft noch traditionell orientiert und mag auf das \u201ePlopp\u201c beim \u00d6ffnen einer Flasche nicht verzichten. Tats\u00e4chlich haben Korkhersteller wie der drinktec-Aussteller Amorim Verfahren entwickelt, mit denen Korken St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck mit einer Art Gaschromatographen gescannt und TCA-befallene Exemplare ausgesondert werden. \u201e100 % TCA-frei\u201c, lautet die Garantie. Preiswerter als gute Naturkorken sind die Granulatkorken. Die Variante als Scheibenkorken verhindert dabei, dass der Wein mit den Bindemitteln in Ber\u00fchrung kommt. Auch die Granulate k\u00f6nnen durch spezielle Verfahren absolut TCA-frei gemacht werden.<\/p>\n

Neue Materialien \u2013 neue M\u00f6glichkeiten<\/strong><\/h2>\n

Die Anbieter von Kunststoffkorken propagieren nicht nur Stopfen mit unterschiedlicher Sauerstoff-Durchl\u00e4ssigkeit, die sich anders als beim Naturkorken f\u00fcr jeden Weintyp exakt einstellen l\u00e4sst \u2013 denn zum Beispiel sollen Rotweine ruhig mehr atmen als Wei\u00dfweine. Sie bieten inzwischen auch umweltfreundliche Materialien an, die aus Zuckerrohr gewonnen werden. Damit entf\u00e4llt das Argument, dass nach dem \u00d6ffnen Kunststoffabfall anf\u00e4llt. Die Stopfen lassen sich genau wie Naturkorken mit einem klassischen Korkenzieher \u00f6ffnen. Auch die Drehverschluss-Anbieter, deren Verschl\u00fcsse l\u00e4ngst auch optisch hohen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen, k\u00f6nnen f\u00fcr eine gewisse Sauerstoffdurchl\u00e4ssigkeit sorgen (mit Hilfe entsprechender Dichtungsscheiben). Diese kommen inzwischen auch ohne den wegen seiner Weichmacher problematischen Stoff PVdC (Polyvinylidenchlorid) aus.<\/p>\n

Die erfreuliche Nachricht: Die modernen Verschl\u00fcsse sind vielseitiger geworden und k\u00f6nnen dem jeweiligen Weintyp weiter entgegenkommen. Sie helfen dem Wein bei seiner Entwicklung. Die Wahl des Verschlusses obliegt dem Winzer, der sich freilich auch am Preis orientieren wird. Die Akzeptanz durch den Verbraucher wird neben der \u00c4sthetik auch Aspekten wie Nachhaltigkeit und leichte Handhabbarkeit Rechnung tragen.<\/p>\n

Weintechnologie f\u00fcr jeden Bedarf<\/strong><\/h2>\n

2017 baut die drinktec mit der SIMEI@drinktec das Angebot f\u00fcr die Weinbranche deutlich aus. Erstmals findet die SIMEI, die weltweit f\u00fchrende Messe f\u00fcr Weintechnologie, als integraler Bestandteil der drinktec statt. Zwei Messehallen mit \u00fcber 20.000 Quadratmeter Fl\u00e4che richten sich exklusiv an die Weinindustrie. Gro\u00dfe Weing\u00fcter, die haupts\u00e4chlich vom Export leben, werden auf der SIMEI@drinktec ebenso f\u00fcndig wie kleine Winzer. Das spiegelt sich auch im Rahmenprogramm der Messe wider. Die SIMEI Knowledge & Innovation Area<\/a> bietet eine Vielzahl von Seminaren und Workshops mit Themen von Technik bis \u00d6kologie. Die SIMEI Innovation Challenge \u201eLucio Mastroberardino\u201c<\/a> pr\u00e4miert Innovationen und technologische Kreativit\u00e4t innerhalb der Branche und die SIMEI Sensory Bar<\/a> l\u00e4dt zum Verkosten ein.<\/p>\n