{"id":1776,"date":"2017-05-19T09:34:07","date_gmt":"2017-05-19T07:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=1776\/"},"modified":"2018-08-27T13:08:29","modified_gmt":"2018-08-27T11:08:29","slug":"inkubationszentrum-fuer-die-weltweite-brauerelite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/inkubationszentrum-fuer-die-weltweite-brauerelite\/","title":{"rendered":"Inkubationszentrum f\u00fcr die weltweite Brauerelite"},"content":{"rendered":"
Seit fast tausend Jahren wird auf dem \u201eheiligen Berg\u201c in Weihenstephan Biergeschichte geschrieben. Aber nicht nur in der angeblich \u00e4ltesten Brauerei der Welt, auch in der 150 Jahre alten Bieruniversit\u00e4t, die inzwischen immer mehr auf Innovationen setzt. Die kreativsten Sude werden am Weihenstephan-Stand auf der drinktec vorgestellt.<\/strong><\/p>\n Schon wenn man den \u201eheiligen Berg\u201c in Weihenstephan besteigt, str\u00f6men feine D\u00fcfte von Hopfen und Malz in die Nase. Denn hier, rund 30 Kilometer n\u00f6rdlich von M\u00fcnchen, residiert nicht nur die \u00e4lteste Brauerei der Welt, sondern auch die renommierte Bier-Universit\u00e4t, in der seit 150 Jahren die internationale Brauerelite ausgebildet wird. Tradition wird hier gro\u00dfgeschrieben. Doch heute beobachten Professoren immer mehr einen Wandel zur neuen Biervielfalt. \u201eZwar war in unserer Forschung die technische Innovation schon immer ein wichtiges Thema\u201c, sagt Studiendekan Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, \u201eaber jetzt ist bei den Studenten ein gesteigertes Interesse im Bereich innovativer Produktentwicklung zu beobachten\u201c.<\/p>\n Nicht umsonst gilt die Studienfakult\u00e4t der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen in Weihenstephan (TUM) f\u00fcr Getr\u00e4nke- und Lebensmitteltechnologie mit dem Fach Brauwesen seitjeher als Inkubationszentrum f\u00fcr erfolgreiche Star-Brauer. Absolventen des Braumeisterstudiums sahnen mit ihren Brauereien regelm\u00e4\u00dfig Preise auf der ganzen Welt ab. Und j\u00e4hrlich beginnen rund 200 neue Hochsch\u00fcler ihre Lehrjahre auf dem heiligen Berg.<\/p>\n F\u00fcr die meisten Studienanf\u00e4nger gilt es als Ehre, an diesem Standort zu studieren, dem eine fast 1000-j\u00e4hrige Biergeschichte anhaftet. Im damaligen Benediktiner Kloster t\u00fcftelten seinerzeit M\u00f6nche an Rezepten, die bis heute Bestand haben. 1803 musste das Kloster in Folge der S\u00e4kularisation schlie\u00dfen. Rechte und Besitz gingen an den Staat. So hie\u00df die ehemalige Klosterbraust\u00e4tte dann \u201eK\u00f6niglich Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan\u201c. Die Regierung gr\u00fcndete schlie\u00dflich eine \u201eMusterlandwirtschaft\u201c mit verschiedenen Schulen. Dazu geh\u00f6rte auch die Brauerei. Doch wurde die Lehrst\u00e4tte schnell wieder geschlossen, Jahre sp\u00e4ter woanders angesiedelt und letztlich 1852 auf dem heiligen Berg wiederer\u00f6ffnet.<\/p>\n Wenige Jahre sp\u00e4ter war die Geburtsstunde der hiesigen Studienfakult\u00e4t Brau- und Lebensmitteltechnologie. 1865 fand in dem Bierimperium der erste \u201eBrauer Cursus\u201c satt \u2013 wenig zu vergleichen mit dem Studium von heute. Das Berufsbild \u201eBrauer\u201c wandelte sich seitdem massiv. So galt Bierbrauen damals als reines Handwerk, w\u00e4hrend es sich immer mehr in Richtung Wissenschaft und Technik bewegte. Jetzt m\u00fcssen IT-Systeme bedient und komplexe Verfahren kontrolliert werden. Durch die Internationalisierung reicht es f\u00fcr viele Brauereien nicht mehr aus, nur gutes Bier herzustellen. Marketing und Verpackung spielen bei Getr\u00e4nken ebenfalls eine Rolle und Produktinnovationen in diesen Bereichen sind gefragt wie nie zuvor. Ein Verfechter f\u00fcr innovative Biervielfalt ist vor allem Prof. Dr. Ludwig Narzi\u00df, Doyen der deutschen Brauwissenschaft, ehemaliger Lehrstuhlinhaber und renommierter Lehrbuchautor, der den Studenten predigt: \u201eEs m\u00fcssen wieder mehr Biere mit Charakter gebraut werden\u201c.<\/p>\n F\u00fcr die Weihenstephaner Nachwuchsbrauer kein Problem. Das spiegelt sich besonders beim Innovationswettbewerb f\u00fcr Getr\u00e4nke und Lebensmittel (IGL) wieder. Einmal im Jahr k\u00f6nnen sich Hochsch\u00fcler daf\u00fcr anmelden und in drei Kategorien ausleben: Bier, Biermischgetr\u00e4nk oder Alkoholfreies. Ziel ist es ein Getr\u00e4nk zu entwickeln, das es auf dem deutschen Markt noch nicht gibt. Eine hochkar\u00e4tige Expertenjury bewertet die Produkte. \u201eUnser Wettbewerb entfacht das kreative Feuer in den Studenten\u201c, sagt IGL-Organisator Matthias Ebner, der sich jedes Jahr wieder \u00fcber die Motivation der Hochsch\u00fcler freut.<\/p>\n Das Interesse am Studium und vor allem am Thema Bier bekommt gerade einen kr\u00e4ftigen Schub, was auch mit der neuen Bier-Bewegung einhergeht. Dekan Prof. Dr. Horst-Christian Langowski gibt einen Vorgeschmack auf seine Studieng\u00e4nge: \u201eWir wollen mit einer fundierten ingenieurswissenschaftlichen Ausbildung dazu beitragen, jungen Menschen die Freude an den Berufen rund um die Getr\u00e4nketechnologie zu vermitteln\u201c.<\/p>\n Interessierte k\u00f6nnen auf der drinktec am Stand der Studenten in Halle B2<\/a> noch viel mehr \u00fcber Studium, Forschung im Brauwesen und die j\u00fcngsten Bier-Kreationen des Wissenschaftszentrums in Weihenstephan erfahren. Au\u00dferdem schenken angehende Jungbrauer einige ihrer innovativen Sude aus und erkl\u00e4ren auf Wunsch den Herstellungsprozess. Eine Area weiter finden Besucher au\u00dferdem Vortr\u00e4ge und Diskussionen rund um weitere Themen wie etwa Food und Bier, Frauen und Bier, beliebte Bierstile, Verpackung und Branding sowie auch zur Entwicklung des Rohstoffmarktes. N\u00e4heres hierzu im Rahmenprogramm der drinktec<\/a>.<\/p>\n