{"id":1615,"date":"2017-04-04T13:16:59","date_gmt":"2017-04-04T11:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=1615\/"},"modified":"2018-08-06T12:16:28","modified_gmt":"2018-08-06T10:16:28","slug":"witbier-der-etwas-andere-weissbiertrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/witbier-der-etwas-andere-weissbiertrend\/","title":{"rendered":"Witbier – der etwas andere Wei\u00dfbiertrend"},"content":{"rendered":"
Belgien pflegt wahrscheinlich die \u00e4lteste Bierkultur der Welt. Aber manche historischen Stile waren fast v\u00f6llig ausgestorben. Jetzt erleben sie \u2013 allen voran das Witbier \u2013 eine wahre Renaissance und liegen international insbesondere bei jungen Konsumenten im Trend.<\/strong><\/p>\n Seinen Ursprung hat das Witbier \u00f6stlich von Br\u00fcssel, im Herzogtum Brabant. Eine Region mit angeblich besonders fruchtbarem Boden. Beste Voraussetzung also f\u00fcr den Getreideanbau. Schon um das sechste Jahrhundert sollen hier aus Hafer, Gerste und Weizen feinste Biere gebraut worden sein. In der fl\u00e4mischen Provinz Hoegaarden wuchs im 16. Jahrhundert dann eine Brauerzunft heran, die bevorzugt mit heimischen Weizen produzierte. Etwa 300 Jahre sp\u00e4ter gab es allein in diesem kleinen Distrikt rund 30 Weizenbier-Erzeuger: Die sogenannten Witbier-Brauereien.<\/p>\n Bei dieser belgischen Typologie geht es um ein oberg\u00e4riges Bier, das dem bayerischen Weizenbier \u00e4hnelt. Allerdings charakterisiert sich ein \u201eWit\u201c durch die Zugabe von Koriander, Orangenschale und h\u00e4ufig auch Muskat. Gebraut wird es etwa zur H\u00e4lfte mit Rohweizen und Gerstenmalz, manche Brauer geben noch ein wenig Hafer hinzu. Das Bier kennzeichnet sich durch eine meist strohblonde Farbe und ist h\u00e4ufig etwas tr\u00fcb. Es \u00fcberrascht mit einem schlanken K\u00f6rper und einer moussierenden Perlage am Gaumen. Die zugegebenen Orangenschalen machen das Bier fruchtig und der Koriander gibt die gewisse W\u00fcrze. Hopfen ist hier nebens\u00e4chlich, denn den Wit-Brauern geht es eher um eine zarte Bitternote. Au\u00dferdem wartet der belgische Weizensaft gern mit einem geringen Alkoholprozent auf \u2013 dadurch gilt Witbier auch als prickelnde Erfrischung oder aromatischer Durstl\u00f6scher im Sommer.<\/p>\n Im 19. Jahrhundert starb der hefearomatische, alte Stil allerdings beinahe aus. Dank Pierre Celis wurde der belgische Weizensaft etwa in den 1960er Jahren reanimiert. Der gelernte Milchmann hatte Sehnsucht und Bed\u00fcrfnis nach seinem liebsten Getr\u00e4nk, das es auf einmal nur noch selten gab. Celis gr\u00fcndete die Brauerei Hoegaarden im gleichnamigen Ort und startete damit eine bedeutsame Karriere. Heute gilt seine Braust\u00e4tte als einer der bekanntesten Hotspots der Bierbranche, sie befindet sich jedoch inzwischen im Besitz des weltgr\u00f6\u00dften Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev. Aber auch die belgische La Brasserie La Binchoise sowie die Steendonk Brouwerij feiern wieder Erfolge mit speziellen Wit-Varianten.<\/p>\n W\u00e4hrend bei Hoegaarden anfangs nur nach Rezepten aus alter Zeit produziert wurde, f\u00fchrt das Haus inzwischen mehrere Kreativsorten im Portfolio, darunter auch eine mit Himbeeren gebraute Bierspezialit\u00e4t. Solche Sch\u00f6pfungen dienen der internationalen Craft-Bier Bewegung als neue Inspirationsquelle. Inzwischen wird der Wit-Stil weltweit in verschiedensten Spielarten angeboten. Anstatt Orangenschalen kommen auch andere Fruchtanteile in den Sud. Zudem werden Gew\u00fcrze wie Kardamom, S\u00fc\u00dfholzwurzel oder auch Pfeffer verwendet, die dem Bier noch ein intensiveres Aroma verleihen. Manche Wit-Ableger werden auch mit Vanillenoten oder einer leichten Honigs\u00fc\u00dfe gebraut. Dem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.<\/p>\n Mehr zu solch kreativen Bieren erfahren Besucher im place2beer auf der drinktec 2017. Hier pr\u00e4sentieren nicht nur innovative und bekannte Brauer ihre Spezialit\u00e4ten. Bei interessanten Fachvortr\u00e4gen und Diskussionsrunden k\u00f6nnen Bierliebhaber auch mehr \u00fcber den Wit-Trend erfahren. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sich Besucher auch kostenfrei durch die internationale Biervielfalt \u2013 darunter sicherlich auch andere belgische Stile \u2013 probieren. Hier geht\u2019s zum drinktec Rahmenprogramm<\/a>.<\/p>\n