{"id":1367,"date":"2016-11-03T09:58:36","date_gmt":"2016-11-03T08:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/?p=1367"},"modified":"2018-08-31T09:31:22","modified_gmt":"2018-08-31T07:31:22","slug":"bierbrauen-wie-obama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/bierbrauen-wie-obama\/","title":{"rendered":"Bierbrauen wie Obama"},"content":{"rendered":"
In deutschen Kellern, Waschk\u00fcchen und Garagen zeichnet sich ein neuer Trend ab. Immer mehr Hobbybrauer produzieren \u2013 wie auch US-Pr\u00e4sident Barack Obama – zuhause ihre eigenen Biere. Dabei lernen sie schnell den Umgang mit Hopfen und Malz, aber bei der Hefe fehlt meist noch das Expertenwissen.<\/p>\n
Der j\u00fcngste Trend zum Selberbrauen stammt aus den USA. Dort r\u00fchren M\u00e4nner wie Frauen nach dem Motto: Zuhause schmeck es meist am besten. Doch auch hierzulande tut sich was. Allein das Internetforum \u201ehobbybrauer.de\u201c verzeichnet inzwischen mehr als 4000 Mitglieder. Die uralte Brauerformel \u201eHopfen und Malz, Gott erhalt\u2018s\u201c enth\u00e4lt aber nur die halbe Wunschliste wichtiger Zutaten. Neben hoher Wasserqualit\u00e4t spielt vor allem die Hefe eine ganz entscheidende Rolle beim Brauprozess.<\/p>\n
Hefepilze gibt es \u00fcberall. Es sind Mikroorganismen, deren Sporen \u00fcberall in der Luft herumschwirren. Wenn sie einen passenden Untergrund finden, lassen sie sich nieder und beginnen mit ihrer Vermehrung. So entstanden einst vor etwa 6000 Jahren die ersten, bier\u00e4hnlichen Getr\u00e4nke. Viel sp\u00e4ter entdeckte man, dass Hefe das Brauen erst erm\u00f6glicht. Ohne G\u00e4rung gibt es keinen Alkohol und keine prickelnde Spritzigkeit im Bier. Das passiert allerdings nicht \u00fcber Nacht, sondern braucht mehrere Tage. Und es gilt zwischen ober- und unterg\u00e4riger oder spontang\u00e4riger Hefe zu unterscheiden, denn sie sind ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Typologie des Gerstensaftes.<\/p>\n
Unterg\u00e4rig<\/strong><\/p>\n Unterg\u00e4rige Hefen m\u00f6gen es k\u00fchl. Sie entfalten sich bei Temperaturen zwischen f\u00fcnf und zehn Grad. Die Hefezellen sinken beim G\u00e4rprozess auf den Kesselboden. Der Vorgang dauert l\u00e4nger als bei oberg\u00e4rigen St\u00e4mmen, daf\u00fcr sind unterg\u00e4rige Biere allerdings meist l\u00e4nger genie\u00dfbar. Sie haben einen frischen Geschmack und lassen sich gut lagern. Die ganzj\u00e4hrige Herstellung von unterg\u00e4rigen Bieren ist erst seit Ende des 19. Jahrhunderts m\u00f6glich, als Carl Linde das K\u00fchlsystem erfunden hat.<\/p>\n Zu den unterg\u00e4rigen Bieren geh\u00f6ren etwa:<\/p>\n M\u00e4rzen, Helles, Pils oder Bockbiere<\/p>\n Oberg\u00e4rig<\/strong><\/p>\n Oberg\u00e4rige Hefe mag es warm. Um zu arbeiten, braucht sie Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Die Verg\u00e4rung funktioniert deutlich schneller und braucht keine K\u00fchlung. Allerdings ist sie dadurch anf\u00e4lliger f\u00fcr Fremdbakterien oder andere Verunreinigungen. W\u00e4hrend des Prozesses steigen sie an die Oberfl\u00e4che und bilden eine Art Schaum, den sogenannten Gest. Nach etwa f\u00fcnf Tagen wird die Hefe vorsichtig abgesch\u00f6pft.<\/p>\n Zu den oberg\u00e4rigen Bieren geh\u00f6ren etwa:<\/p>\n India Pale Ales, Wei\u00dfbiere, Gose oder Altbier<\/p>\n Spontang\u00e4rig<\/strong><\/p>\n Aus spontang\u00e4rigen, sogenannten wilden Hefen entwickelte sich die Urform des Bieres. Hefesporen entstehen in ihrer urspr\u00fcnglichen Umgebung in einem schwer kontrollierbaren Prozess. Die Gem\u00e4uer alter Klosterbrauereien oder uralte Braukeller sind ein geeignetes Revier, in dem sich bei ge\u00f6ffneten Fenstern und T\u00fcren ganz individuelle Hefen entwickeln. Die besten spontang\u00e4rigen Biere kommen angeblich aus dem belgischen Sennetal, wo sie in alten Abteimauern trockene, wein\u00e4hnliche Geschm\u00e4cker hervorbringen. Die fertige Bierw\u00fcrze wird in offenen K\u00fchlbottichen gelagert. So fallen Hefepilze quasi aus der Luft in den Sud und starten den G\u00e4rungsprozess.<\/p>\n Zu den spontang\u00e4rigen Bieren geh\u00f6ren vor allem belgische Biere:<\/p>\n Lambic, Jopenbier oder Geuze<\/p>\n