{"id":1326,"date":"2016-10-18T17:11:02","date_gmt":"2016-10-18T15:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/?p=1326"},"modified":"2018-08-29T18:07:41","modified_gmt":"2018-08-29T16:07:41","slug":"bier-kuriositaeten-aus-dem-brauerkosmos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/bier-kuriositaeten-aus-dem-brauerkosmos\/","title":{"rendered":"Bier-Kuriosit\u00e4ten aus dem Brauerkosmos"},"content":{"rendered":"
Die internationale Bierszene \u00fcberrascht mit immer neuen und ganz ungew\u00f6hnlichen Gerstens\u00e4ften, die \u2013 fernab des deutschen Reinheitsgebots – mit fragw\u00fcrdigen Zutaten gebraut werden, aber manchmal mit originellem Aromaspiel \u00fcberzeugen. <\/strong><\/p>\n Bevor im Jahre 1516 das Deutsche Reinheitsgebot verabschiedet wurde, warfen Brauer so ziemlich alles in die Sudkessel, was irgendwie m\u00f6glich war. Dazu geh\u00f6rten nicht selten Ochsengalle, Tollkirschen oder Fliegenpilze, die h\u00e4ufig zu Krankheit und Tod f\u00fchrten. Skurrile Bierrezepte sind in der Geschichte des Gerstensaftes also nicht ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n Allein in Deutschland gibt es rund 5000 Biersorten, die allerdings meist nur nach der Formel \u2013 Wasser, Hopfen, Malz und Hefe \u2013 gebraut werden. Vor allem die Belgier konnten ihre traditionellen Rezepte \u00fcber die Jahrhunderte retten. Ihre Biere sind mit frischen Erdbeeren, Kirschen oder Pfirsichen angesetzt und erfreuen noch immer die Genie\u00dfer. Aber erst die Brauer der Neuzeit trauen sich wieder mehr zu experimentieren. In der jungen Craft-Bierszene werden die Sude mit Koriander, Rosmarin oder exotischen Pfeffersorten angesetzt. Kreative Brauer verwenden aber auch schon mal Vanille-Schoten, Zitronengras oder frische Chili-Sorten.<\/p>\n Auch wenn heutzutage niemand mehr an schr\u00e4gen Bierbeigaben stirbt, so \u00fcberraschen internationale Brauer immer wieder mit Kuriosit\u00e4ten und seltenen Suden. Einer der wohl schr\u00e4gsten Gerstens\u00e4fte kommt allj\u00e4hrlich aus Island. Etwa 100 Kilometer n\u00f6rdlich der Hauptstadt Reykjavik, nahe des K\u00fcstenst\u00e4dtchens Borgarnes, sorgt jedes Fr\u00fchjahr wieder eine winzige Brauerei f\u00fcr Schlagzeilen in der globalen Brauszene. Das 2012 gegr\u00fcndete \u201eBruggh\u00fas Ste\u00f0ja<\/a>\u201c setzte vor zwei Jahren erstmalig einen Sud mit dem zu Mehl verarbeiteten Knochen eines Finnwales an. Die Meldung \u00fcber dieses Bier namens \u201eHvalur \u00deorrabj\u00f3r Ste\u00f0ja\u201c ging um die ganze Welt und rief kr\u00e4ftige Protestst\u00fcrme von Tiersch\u00fctzern hervor.<\/p>\n Produziert haben die Isl\u00e4nder dieses Lager nur f\u00fcr ihr nordgermanisches Opferfest \u201eThorrablot\u201c. Die Feier stammt aus der Wikingerzeit und ist Teil nordl\u00e4ndischer Volkskultur. Dabei werden allj\u00e4hrlich zwischen Januar bis Februar uralte Br\u00e4uche zelebriert, \u00e4hnlich wie hierzulande das Verspeisen von Kirta-Gans, Weihnachtsente oder Osterlamm. Nach dem unverhofften Interesse am ersten Walsud wurde die Rezeptur zum Winterfest im vergangenen Jahr sogar noch getoppt. Anstatt Walmehl verwendeten die Isl\u00e4nder bei \u201eHvalur 2\u201c diesmal Finnwal-Hoden. Die Weichteile des Meeress\u00e4ugers werden nach alter, isl\u00e4ndischer Tradition geh\u00e4rtet, gesalzen und dann \u00fcber Schafsdung ger\u00e4uchert. Mit 5,1 Prozent ist das Walbier eher leicht, aber dennoch kr\u00e4ftig im Geschmack. Der Hvalur-Drink schmeckt keineswegs nach Fisch, eher paaren sich Fruchtnoten von roten Beeren mit einem leichten Raucharoma.<\/p>\n Nur eines der kuriosen Biere aus aller Welt: das Beard Beer von der Rogue Brewery (Photocredit: Rogue Brewery)<\/p><\/div>\n
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