{"id":10909,"date":"2022-08-25T13:39:36","date_gmt":"2022-08-25T11:39:36","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=10909"},"modified":"2022-08-25T13:39:38","modified_gmt":"2022-08-25T11:39:38","slug":"optimierte-reinigung-nur-bei-bedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/branchenuebergreifend\/optimierte-reinigung-nur-bei-bedarf\/","title":{"rendered":"Optimierte Reinigung \u2013 nur bei Bedarf"},"content":{"rendered":"\n
Bedarfsgerechte Reinigung wird heute vielfach als Vision f\u00fcr eine neue Art der Reinigung betrachtet. Doch was steckt dahinter? Wie definiert sich der Bedarf einer Reinigung? Martin L\u00f6hrke, CEO der J\u00fcrgen L\u00f6hrke GmbH<\/a>, L\u00fcbeck, gibt einen Einblick in die M\u00f6glichkeiten, die es bereits heute gibt, um den Anforderungen individueller Reinigungen gerecht zu werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n Themen wie der sinkende Grundwasserspiegel, Umweltschutz, steigende Energiekosten oder die zunehmende Knappheit von Ressourcen besch\u00e4ftigen die Menschen rund um den Globus. Dennoch m\u00fcssen gerade Getr\u00e4nke- und Lebensmittelproduktionen weiter die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Getr\u00e4nken sicherstellen. Parallel hierzu steigen die Forderungen nach nachhaltigen Produkten und umweltfreundlicheren Herstellungsverfahren. Neben diesen Aspekten sind auch betriebswirtschaftliche Faktoren nicht zu vernachl\u00e4ssigen, denn auch der Kosten- und Preisdruck wird kontinuierlich gr\u00f6\u00dfer. Nicht zuletzt muss auch die Effizienz von Anlagen gew\u00e4hrleistet bleiben und eine m\u00f6glichst hohe Produktivit\u00e4t erreicht werden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n Unter bedarfsgerechter Reinigung ist eine am Verschmutzungsgrad der Anlage orientierte Reinigungsintensit\u00e4t zu verstehen. Als Basis der Definition des dazugeh\u00f6rigen Reinigungskonzeptes wird h\u00e4ufig auf den Sinnerschen Kreis<\/a> zur\u00fcckgegriffen. Der Sinnersche Kreis verdeutlicht die ben\u00f6tigten Parameter f\u00fcr eine erfolgreiche Reinigung. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht hier der Einfluss der Verschmutzung und der zu reinigenden Prozesstechnik auf das Reinigungsergebnis. Um eine wirkungsvolle und wirtschaftliche Reinigung sicherzustellen, m\u00fcssen Mechanik, Temperatur, Zeit sowie Chemikalien gezielt eingesetzt werden. Wird einer der Faktoren variiert, muss zwangsl\u00e4ufig ein anderer Faktor die Differenz kompensieren.<\/p>\n\n\n\n Oftmals stehen Betrachtungen zur Gesamtverschmutzung im Vordergrund, nicht aber die einzelnen Prozessabschnitte mit ihren unterschiedlichen Verschmutzungsgraden. F\u00fcr einen optimierten Reinigungsablauf ist es aber zwingend notwendig, sich auch die Teilprozesse und deren Verschmutzungen genauer anzusehen und die Parameter der Reinigung entsprechend anzupassen. Als Grundger\u00fcst eignet sich auch hierzu der Sinnersche Kreis.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n In Getr\u00e4nke- und Lebensmittelproduktionen wird h\u00e4ufig strikt nach Hygienekonzept gereinigt. In diesem Konzept ist meist eine Reinigung nach einer bestimmten Produktionszeit oder einem Produktwechsel vorgesehen. Der tats\u00e4chliche Reinigungsbedarf im Produktionsprozess wird meist au\u00dfer Acht gelassen, obwohl hier ein beachtliches Potential f\u00fcr Optimierungen liegt.<\/p>\n\n\n\n Die nachfolgende Grafik zeigt gemessene Verschmutzungen bei der Abf\u00fcllung verschiedener Produkte A, B, C, D. Die blauen Pfeile zeigen Reinigungen und Schwallungen nach einem vorgegebenen Hygieneplan. In Orange hinterlegt ist der notwendige Hygienegrad der Anlage, der eine mikrobiologisch sichere Abf\u00fcllung und somit die Einhaltung des geforderten MHDs sicherstellt. Wird dieser \u00fcberschritten, kann die Sicherheit des Produktes nicht gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n\n\n\n Der betriebene Reinigungsaufwand kann nun dem tats\u00e4chlichen Reinigungsbedarf gegen\u00fcbergestellt werden, wie die folgende Abbildung darstellt. Nach der Produktion erfolgt die Reinigung standardisiert entsprechend der im Hygieneplan festgelegten Vorgaben (orange Linie), die dem wirklichen Verschmutzungsgrad der Anlage nach Produktionsende (kleine gr\u00fcne Balken) meist nicht entspricht. W\u00e4hrend die Reinigungsparameter f\u00fcr die Verschmutzungen der Produkte A, B und D zu hoch angesetzt sind, \u00fcbersteigt die Schmutzfracht nach Produkt C die Reinigungsleistung der voreingestellten Parameter, wodurch eine Produktkontamination der nachfolgenden Produktionen durch unzureichende Reinigung nicht ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n\n\n\n Mittels neuer Sensortechnologien wie dem Einsatz eines Biofilmsensors ist es m\u00f6glich, die Entwicklung des Biofilms zu verfolgen. Auch mineralische Ablagerungen werden dabei ber\u00fccksichtigt. Aufgenommene Ergebnisse werden erg\u00e4nzend durch mikrobiologische Probenahmen untersucht, um Aussagen zu Produktresten, Ablagerungen und Kontaminationen zu treffen und so eine Gesamteinsch\u00e4tzung des Hygienezustands einer Anlage abzugeben.<\/p>\n\n\n\n Durch die Integration des Sensors in ein angepasstes Tr\u00e4gersystem sind reproduzierbare Messungen m\u00f6glich. Hygienekritische Anlagenbereiche k\u00f6nnen so kontinuierlich bei jeweiligem Bedarf gereinigt bzw. desinfiziert werden. So k\u00f6nnen die Reinigungsabl\u00e4ufe optimiert und lange Standardreinigungsprogramme mit Risikopuffer vermieden werden. Der Produktabf\u00fcllprozess gewinnt an Sicherheit und neue Produktionszeit wird gewonnen.<\/p>\n\n\n\n Bedarfsgerechte Reinigung ist kein Thema der Zukunft. Schon heute ist bei vielen Betrieben zu sehen, dass Systeme in unterschiedlichen Abschnitten verschiedene Verschmutzungsgrade zeigen. Mittels optischer Methoden wie Kamerasystemen oder Fluoreszenzanalysen<\/a> oder mittels anderer Messtechnik k\u00f6nnen besonders kritische Abschnitte im Produktionsprozess identifiziert und untersucht werden. Aktuell verf\u00fcgbare Sensortechniken \u00fcberwachen dabei Parameter wie Temperatur, Durchfluss, Leitwert, Druck, pH-Wert und Redox. Neuere Sensortechnologien messen auch den Biofilm oder die Verschmutzung.<\/p>\n\n\n\n Zur Unterst\u00fctzung der detaillierten Prozessbetrachtung empfiehlt es sich, einen Biofilmsensor in den Prozess zu integrieren, der nach M\u00f6glichkeit mittels eines Tr\u00e4gersystems netzwerkartig versetzt werden kann und somit viele Messpunkte liefert. So ist die Etablierung einer differenzierten und bedarfsgerechten Reinigung m\u00f6glich, die auf den Produktionsprozess abgestimmt ist. Die Reinigungszyklen (H\u00e4ufigkeit) und die Rezeptur der Reinigungsmedien (chemische Produkte, Konzentrationen) k\u00f6nnen mittels des Biofilms und erg\u00e4nzenden mikrobiologischen Untersuchungen genau auf den jeweiligen Produktionsabschnitt angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n Je nach Objekt bietet es sich an, neben der ganzheitlichen Reinigung auch spezielle L\u00f6sungen f\u00fcr besonders belastete Bereiche auszuarbeiten und bei den Konzepten auf m\u00f6glichst geringe Chemikalienkonzentrationen, effiziente Anwendungszeiten und optimierte, niedrige Reinigungstemperaturen. Bei den Chemikalien kann der Anwender das f\u00fcr seine jeweilige Applikationen jeweils beste chemische Produkt frei w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n Echtzeit-Messungen gewinnen kontinuierlich an Relevanz. Umweltfreundliche Reinigungskonzepte und Einsparungen von Ressourcen sind wichtig. Mittels Biofilmsensoren k\u00f6nnen Unternehmen Daten \u00fcber ihren Produktionsprozess aufnehmen, sammeln und diese \u00fcber Software visualisieren und analysieren. Der Einsatz moderner Technologien im Bereich der Prozessreinigung optimiert den Verbrauch wertvoller Ressourcen wie Wasser und Energie und minimiert den Einsatz von Chemikalien.<\/p>\n\n\n\n Sie m\u00f6chten sich mit einem internationalen Fachpublikum \u00fcber die Entwicklungen der Getr\u00e4nkeindustrie austauschen? Dann laden wir Sie herzlich ein, an der n\u00e4chsten drinktec<\/a> vom 12. bis 16. September 2022 in M\u00fcnchen teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n Dieser Artikel ist powered by BRAUWELT<\/a>.<\/p>\nMit intelligenten Reinigungskonzepten effizienter produzieren<\/h2>\n\n\n\n

Bedarfsgerechte Reinigung? Was bedeutet das?<\/h3>\n\n\n\n
Alle Teilprozesse betrachten<\/h3>\n\n\n\n

Wie definiert sich der Bedarf einer Reinigung?<\/h3>\n\n\n\n

Reinigungsaufwand vs. Reinigungsbedarf<\/h3>\n\n\n\n

Hygiene-Monitoring und Hygiene-Controlling<\/h3>\n\n\n\n
Bedarfsorientierte Reinigung: Methoden und Vorteile<\/h3>\n\n\n\n
Nicht nur das Wann, auch das Wie der Reinigung differenziert abstimmen<\/h3>\n\n\n\n
Fazit<\/h3>\n\n\n\n
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