{"id":10377,"date":"2022-06-22T12:16:07","date_gmt":"2022-06-22T10:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/?p=10377"},"modified":"2022-06-22T12:23:59","modified_gmt":"2022-06-22T10:23:59","slug":"die-biernachfrage-inhome-im-zweiten-jahr-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drinktec-blog.b-rex.de\/de\/bier\/die-biernachfrage-inhome-im-zweiten-jahr-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Die Biernachfrage Inhome im zweiten Jahr der Pandemie"},"content":{"rendered":"\n

Viele von uns starteten mit der Hoffnung auf schnelle Besserung und Lockerungen ins zweite Pandemiejahr. Doch neue Virusvarianten, Impfverweigerer und daraus resultierende langanhaltende Schlie\u00dfungen der Gastronomiebetriebe im Fr\u00fchjahr tr\u00fcbten recht schnell die Aussicht auf mehr Normalit\u00e4t als im Jahr zuvor. So machten es die zun\u00e4chst fehlenden und dann z\u00f6gerlichen Restaurant- und Barbesuche den Gastronomen auch 2021 sehr schwer.<\/strong><\/p>\n\n\n\n

FMCG:<\/strong> Da scheint es auf den ersten Blick nicht verwunderlich, dass der Umsatz f\u00fcr den Inhome-Konsum im zweiten Jahr der Pandemie nicht einbricht, sondern im Gegenteil dazu nochmals wachsen kann: nach einem Ausnahmejahr 2020 mit +12,6% Umsatzwachstum wurde selbst 2021 noch ein Plus von +1% erzielt. Dieses Wachstum stammt allerdings allein aus dem ersten Quartal, welches 2020 noch unbeeinflusst durch Covid-19 ist und somit 2021 gegen \u201enormale\u201c \u2013 von Corona unbeeinflusste \u2013 Zahlen l\u00e4uft. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede der Umsatztreiber: w\u00e4hrend das gro\u00dfe Plus im vorletzten Jahr noch durch den h\u00f6heren Mengenbedarf gepr\u00e4gt war, sind es 2021 ausschlie\u00dflich h\u00f6her bezahlte Preise, die den nun deutlichen Mengenr\u00fcckgang positiv aufwiegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr das h\u00f6here Niveau bei den tats\u00e4chlich bezahlten Preisen ist in erster Linie der Trading Up Effekt verantwortlich und weniger die tats\u00e4chliche Teuerung der Produkte: Verbraucher greifen zu anderen, hochpreisigeren Produkten, die sie vorher noch nicht gekauft haben. Deutlich erkennbar ist \u00fcber fast alle Warengruppen hinweg der Trend hin zur \u201ePremiumisierung\u201c. So kann man auch bei den meisten Getr\u00e4nkekategorien \u2013 alkoholisch sowie alkoholfrei \u2013 ein Wertwachstum bei gleichzeitigem Mengenr\u00fcckgang feststellen. Dies spricht daf\u00fcr, dass Verbraucher trotz vermindertem Konsum bereit sind, grunds\u00e4tzlich h\u00f6here Preise zu bezahlen, wenn Produkte den gew\u00fcnschten (Mehr-)Wert liefern. Vor allem f\u00fcr hochprozentige Drinks wird deutlich tiefer in die Taschen gegriffen.<\/p>\n\n\n\n

\"Alkoholische
Foto: \u00a9 GFK<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bier\/Biermischgetr\u00e4nke:<\/strong> Beim Blick auf die Entwicklungen des Inhome-Konsums f\u00fcr Bier und Biermischgetr\u00e4nke sind die Werte eher entt\u00e4uschend. Bei r\u00fcckl\u00e4ufigem Umsatz und Menge sind es bei Bier vor allem die schrumpfenden K\u00e4uferzahlen sowie verminderte Mengen pro Haushalt, die f\u00fcr das Umsatzminus verantwortlich sind. Die bezahlten Preise pro Liter steigen allerdings auch im Biermarkt<\/a>, so dass sich ebenso bei Bier die grunds\u00e4tzliche Bereitschaft, mehr Geld f\u00fcr besondere, ansprechende Produkte liegen zu lassen, erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n

Wie innerhalb der einzelnen Getr\u00e4nkekategorien gibt es auch innerhalb der verschiedenen Biersorten gro\u00dfe Unterschiede. Das Sorgenkind Pils hat es da besonders schwer und sieht sich gleich mit zwei Marktentwicklungen konfrontiert: Jahr f\u00fcr Jahr verliert die Hauptsorte mehr K\u00e4ufer \u2013 insbesondere bei den j\u00fcngeren Generationen -, wodurch dem Markt gro\u00dfe Mengen verloren gehen. Zus\u00e4tzlich gibt es viele Abwanderer, die von der Trendsorte Helles<\/a> angesprochen werden und daf\u00fcr ihren Pilskonsum reduzieren. F\u00fcr das Wachstum dieser etwas milderen Biere, welches \u00fcber alle Altersgruppen hinweg neue K\u00e4ufer ansprechen kann, ist momentan noch immer kein Ende des Trends in Sicht. F\u00fcr ein \u201eHelles\u201c sitzt das Geld zudem deutlich lockerer, der Verbraucher scheint sich damit etwas zu g\u00f6nnen und bezahlt gut und gerne einige Euro mehr als f\u00fcr einen Kasten Pils.<\/p>\n\n\n\n

Auch die Entwicklungen f\u00fcr das angelaufene Jahr lassen bereits \u00e4hnliche Tendenzen f\u00fcr die weitere Sortenentwicklung im Biermarkt erahnen. Dennoch bleibt es 2022 sicherlich in vielfacher Hinsicht spannend: einerseits sehen viele dem Wiederanlaufen des \u00f6ffentlichen Lebens mit Restaurant-, Bar- und Kinobesuchen st\u00e4rker entgegen, was den In-Home-Konsum herunterfahren lassen wird. Weiterhin werden Verbraucher die evtl. weiterhin steigende Inflation st\u00e4rker sp\u00fcren, was zu einem ver\u00e4nderten Einkaufsverhalten f\u00fchren kann. Hinzu kommt die Unsicherheit \u00fcber die zuk\u00fcnftige Lage, die sich aus den aktuellen geopolitischen Ereignissen ableitet.<\/p>\n\n\n\n


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Dieser Artikel ist powered by Verlag W. Sachon<\/a>.<\/p>\n